Kredit mit SCHUFA-Eintrag

Kredit mit SCHUFA-Eintrag

„Günstige Sofortkredite ohne Schufa”, „Darlehen auch bei negativer Schufaauskunft” – so und ähnlich werben viele Kreditvermittler. Was ist dran an diesen Angeboten? Handelt es sich ausschließlich um unseriöse Anbieter? Oder gibt es Möglichkeiten, trotz eines negativen Schufa-Eintrags an Liquidität – sprich: Geld – zu gelangen? Um es vorweg zu nehmen: Es ist möglich, man muss jedoch auf der Hut vor zweifelhaften Angeboten sein.

Was ist die Schufa?

Schufa steht für die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, die in Form einer Aktiengesellschaft organisiert ist (Schufa Holding AG). Es handelt sich um einen Dienstleister für Unternehmen, die Informationen über die Kreditwürdigkeit von Kunden benötigen.

  • Vor jedem Kreditgeschäft werden in der Regel Auskünfte von der Schufa eingeholt, damit der Kreditgeber sein Ausfallrisiko einschätzen kann.

Welche Informationen hat die Schufa?

Die Schufa gibt ihren Kunden (Versandhäusern, Finanzinstituten usw.) Informationen über Zahlungsausfälle, gekündigte Kredite oder Daten aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen. Gleichzeitig erhält sie von ihren Kunden Mitteilungen über die Abwicklung von Krediten oder Ratenzahlungen – positive wie negative. Die Schufa speichert zurzeit gut eine halbe Milliarde Einzelinformationen von über 66 Millionen Menschen in Deutschland.

Worüber darf die Schufa informieren?

Die Schufa darf Ihre Vertragspartner nur über Forderungen gegen Sie informieren, die

  • offen sind,
  • ausreichend gemahnt wurden
  • und vom Schuldner nicht bestritten wurden.
  • Einkünfte über Ihr Einkommen, Ihre Nationalität, Informationen aus sozialen Netzwerken usw. erteilt die Schufa nicht!

Wann werden die Daten gelöscht?

Die Daten bleiben noch 3 Jahre nach der Erledigung einer Forderung gespeichert und werden an die Kunden weitergegeben. Für viele Menschen ist es wichtig, einen „sauberen” Schufa-Eintrag zu haben. Dafür empfiehlt es sich, direkt mit der Schufa Kontakt aufzunehmen.

  • Verlangen Sie die Löschung von negativen Eintragungen, die Sie für nicht gerechtfertigt halten!
  • Für nach dem 1. Juli 2012 mitgeteilte Schulden unter 2.000 Euro haben Sie das Recht, die Informationen vorzeitig löschen zu lassen (vor Ablauf der 3-Jahres-Frist).
  • Ein gerechtfertigter negativer Schufa-Eintrag kann meist nur durch die Bezahlung offener Rechnungen oder Einigung mit dem Gläubiger aus der Welt geschafft werden.

Auskunft über die eigenen Daten

Auf der Internetseite der Schufa kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass eine Auskunft nur gegen Bezahlung zu bekommen sei. Dieser Eindruck ist falsch. Die Kostenpflichtigkeit bezieht sich nämlich nur auf eine besondere Art der Auskunft. Es ist Ihr gutes Recht, die Schufa um Informationen über Ihre Daten zu bitten – ohne dafür bezahlen zu müssen.

  • Gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) können Sie von jeder Institution kostenlos Auskunft darüber verlangen, welche Daten über Sie gespeichert sind. Das gilt auch für die Schufa!
  • Diese Informationen können Sie gegen Nachweis Ihrer Identität bekommen.

Wie wird man einen gerechtfertigten Schufa-Eintrag los?

Grundsätzlich gilt: Nur durch die Bezahlung offener Rechnungen wird ein Negativeintrag gelöscht. Wenn Sie Ihre Schulden bezahlt haben, lassen Sie sich die Erledigung von Ihrem Gläubiger schriftlich bestätigen. Gehen Sie mit diesem Erledigungsschreiben zum zuständigen Vollstreckungsgericht beziehungsweise Amtsgericht, das daraufhin den betreffenden Eintrag im Schuldnerverzeichnis löscht. Dann wird dieser Eintrag auch aus dem Datenbestand der Schufa ausgetragen.

Bedingungen für Kredite mit Schufa-Eintrag

Jedem Kredit liegt ein zivilrechtlicher Vertrag zugrunde, der zwischen den Vertragspartnern frei ausgehandelt wird. Wenn Sie überzeugend auftreten und dem Kreditgeber ausreichende Sicherheiten geben, ist auch bei einem negativen Schufa-Eintrag ein Kredit möglich. Eine unsichere Bonität beziehungsweise ein großes Ausfallrisiko wird vom Kreditgeber durch schlechtere Konditionen für den Kreditnehmer abgesichert. Diese Konditionen sind unter anderem:

  • die Laufzeit,
  • Gebühren für die Bearbeitung,
  • eventuelle Sicherheitsleistungen
  • und natürlich die Höhe der Zinsen.

Vorsicht Abzocke! Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Der Markt für Kredite ist groß. Deshalb tummeln sich hier viele schwarze Schafe, die mit günstigen Krediten werben. Oft lassen sie sich ihre Dienste als Kreditvermittler teuer bezahlen, ohne dass letztlich ein Darlehen vermittelt wird. Deshalb sollte man hier sehr vorsichtig sein. Anzeichen für unseriöse Anbieter sind unter anderem:

  • Der Vermittler wirbt damit, dass ein Kredit auch ohne Schufa-Auskunft „jederzeit machbar” sei.
  • Gebühren für den Vermittler oder den Kreditgeber werden schon vor Vertragsabschluss fällig.
  • Sie werden auf kostenpflichtige Beratungs-Hotlines verwiesen.

Kreditmöglichkeiten bei negativen Schufa-Einträgen

Wenn der potenzielle neue Kreditgeber Auskünfte von der Schufa erhält, gilt es zu differenzieren. Denn es gibt auch bei Negativeintragungen Abstufungen, die sich auf die Möglichkeit und die Bedingungen von Neukrediten auswirken:

  • Schlechte SCHUFA„: In der Regel sind hier nur Kleinkredite möglich. Kreditgeber sichern ihr Risiko mit hohen Zinsen oder Sonderkonditionen ab.
  • Ein offener Negativeintrag: Viele Finanzinstitute bieten an, diesen Negativ-Eintrag mit einem neuen Kredit abzulösen. So kommen Sie an Liquidität und löschen damit gleichzeitig Ihren Schufa-Eintrag. Risikoaufschläge sind gängige Praxis. Der neue Kredit wird meist zu ungünstigeren Konditionen zu haben sein als der Kredit, der damit abgelöst werden soll.
  • Negativer SCHUFA-Eintrag, der erledigt ist, aber noch nicht gelöscht wurde: Hier hängt es wesentlich von der Höhe der Schulden ab, die nicht beglichen wurden. Bei Beträgen unter 5.000 € sind Neukredite oft möglich.

Schweizer Kredite: Darlehen ohne Schufa-Auskunft

Wer befürchtet, wegen eines negativen Eintrags keine Chancen auf einen Kredit zu haben, kann sich natürlich auch an Kreditgeber wenden, die nicht die Leistungen der Schufa in Anspruch nehmen – das heißt: keine Auskünfte über Sie einholen. Viele Schweizer Kreditinstitute verlangen keine Bonitätsauskünfte von der Schufa. Sie holen entsprechende Informationen meist durch Befragungen selbst ein. Auch für diese sogenannten „Schweizer Kredite” gilt jedoch, dass sich die Kreditgeber ihr Risiko meist teuer bezahlen lassen.

Fazit: Kredite mit Schufa-Eintrag sind möglich

Wer von einem Negativeintrag bei der Schufa betroffen ist, ist nicht automatisch kreditunwürdig. Denn auch bei negativen Schufa-Einträgen gibt es Abstufungen, und nicht immer sind die Einträge bei der Schufa berechtigt. Auch holen nicht alle Kreditanbieter Auskünfte bei der Schufa ein. Wenn Sie folgende Tipps beherzigen, können Sie in absehbarer Zeit wieder an Liquidität gelangen:

  1. Informieren Sie sich (kostenlos!) über Ihre Schufa-Einträge – darauf haben Sie einen gesetzlichen Anspruch!
  2. Lassen Sie Einträge löschen, wenn dies möglich ist!
  3. Verhandeln Sie individuell mit Ihren Gläubigern und potenziellen Kreditgebern!

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