Die Sondertilgung ist eine Möglichkeit, ein Darlehen als Kreditnehmer noch schneller abzahlen zu können. Zusätzlich zu den monatlich festgelegten Raten, kann der Schuldner noch eine Sondertilgungsoption nutzen und so die Restschuld verringern. Die Grundlagen dafür sind im Sondertilgungsrecht festgehalten.

 Sondertilgung

Die Übersicht über das Sondertilgungsrecht

Die Sondertilgung ist vor allem bei einem Baudarlehen oder auch einem Immobilienkredit ein wichtiges Thema. Hier ist die Darlehenssumme besonders hoch und die Laufzeit geht über mehrere Jahre bis hin zu Jahrzehnten. Viele Schuldner möchten gerne schneller mit der Abzahlung fertig werden. Sonderzahlungen können dabei helfen, den Tilgungsplan zu reduzieren.

Es gibt übliche Sondertilgungsrechte, die als Grundlage für die Vereinbarungen in einem Darlehensvertrag festgehalten werden können. Ohne Extrakosten oder auch mit einem vereinbarten Zinsaufschlag, können Darlehensnehmer Sonderzahlungen leisten. Diese bewegen sich meist bei einem Betrag von 5 bis hin zu 10 % der aktuellen Summe.

Wenn eine Sollzinsbindung besteht, dann können teilweise bis zu 25 % pro Jahr getilgt werden durch eine Sondertilgung. Einige Darlehensgeber bieten bei einem hohen Darlehen, wie dem Baukredit oder dem Hauskredit, auch jährlich einen festen Betrag an.

Generell ist zu beachten, dass für die Bank eine Sondertilgung immer auch einen Verlust beim Zinsanteil bedeutet. Daher kann es sein, dass zusätzliche Zinskosten entstehen. Vor allem bei einem Immobilienfinanzierung ist das oft der Fall. Bei einem weniger hohen Privatkredit sind Sondertilgungen meist jederzeit möglich.

Die Idee hinter der Sondertilgung

Wer eine Nettodarlehenssumme aufnimmt und einen Kreditvertrag unterschreibt, der ist sich bewusst, dass Kosten in Form von Zinsen anfallen. Bei einer kleinen Summe und einer geringen Laufzeit sind diese Kosten überschaubar. Bei einem Modernisierungskredit oder einem Immobiliendarlehen kann der Zinsanteil jedoch hoch ausfallen. Dies gilt auch dann, wenn mit dem Bausparvertrag eine lange Frist der Zinsbindung und ein niedriger Zinssatz ausgehandelt werden kann. Gerade zu Beginn ist zudem der Tilgungsanteil an Zinsen sehr hoch. Über die Laufzeit hinweg, wird der Tilgungssatz angepasst und die Tilgungsrate für den Darlehensbetrag steigt, während der Anteil für die Zinsen sinkt.

Wer über die Kreditlaufzeit hinweg immer wieder eine Sondertilgung durchführt, der kann die Restlaufzeit verkürzen. Der Darlehensnehmer ist so schneller schuldenfrei. Zudem kann eine relativ hohe Zinsersparnis eintreten, wenn Extrazahlungen durchgeführt werden.

Wenn eine Haushaltsrechnung für die Monatsrate durchgeführt wird, dann raten viele Experten, hier nicht zu eng zu planen. Einen Kredit zu tilgen bedeutet auch, etwas Guthaben zu behalten, um noch auf unerwartete Zahlungen reagieren zu können. Oft richten Schuldner dann Daueraufträge ein. Außerplanmäßige Einnahmen oder zusätzliches Guthaben können dann genutzt werden, damit der Kredit schneller zurückgezahlt wird. Wie stark sich die Zinseinnahmen der Bank verringern, hängt von der Höhe des Kreditbetrages sowie der Sondertilgung ab. Viel interessanter ist aber die Frage, um wie viel sich die Zusatzkosten für den Darlehensnehmer verringern, wenn er immer wieder eine Sondertilgung durchführt. Hier kann der Zinsrechner ebenso helfen, wie der Ratenrechner. Bei einer Kreditsumme von 10.000 Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem Sollzins von 5,5 Prozent, fallen rund 2010 Euro Zinsen an. Wird beim Zurückzahlen jährlich eine Sondertilgung von 600 Euro durchgeführt, sinken die Zinsen auf rund 1.650 Euro. Zudem verkürzt sich die Laufzeit und das tilgen geht deutlich schneller.

Wichtig: Die Sondertilgung ist nicht mit der vorzeitigen Rückzahlung eines Darlehens zu verwechseln. Wer von seinem Sonderkündigungsrecht oder seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen möchte, der zahlt den gesamten offenen Betrag zurück. Die Sondertilgung ist dagegen immer nur ein Anteil des gesamten Darlehens.

Für wen ist eine Sondertilgung sinnvoll?

Wer einen Kredit hat, bei dem der Zinssatz festgeschrieben ist, der weiß von Beginn an, wie hoch der Betrag ist, den er bis zum Ende abbezahlen muss. Bei einem normalen Privatkredit ist ein gleichbleibender Zinssatz über die gesamte Laufzeit festgelegt. Bei einem Annuitätendarlehen für die Hausfinanzierung gibt es eine Zinsbindungsfrist. Anschließend muss eine Anschlussfinanzierung erfolgen. Dies ist dann der richtige Moment für eine Umschuldung, da keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird.

Bis zum Ende der Zinsbindung kann die Kreditsumme aber noch deutlich reduziert werden. Hier bietet sich die Sondertilgung an. Viele Schuldner kalkulieren bereits damit, einmal im Jahr den Kredit prozentual mit einer Sondertilgung zu verringern und das ist auch wirklich sinnvoll. Je schneller getilgt wird, umso besser ist es. Allerdings kann es Nachteile geben. Nicht immer ist es so, dass Banken eine bestimmte Sondertilgung kostenfrei einräumen. Wer diese extra abzahlen muss, der sollte mit einem Tilgungsrechner überlegen, ob mit der Sondertilgung dennoch eine Zinsersparnis auf die Laufzeit gesehen entsteht. Sollte das nicht der Fall sein ist es besser, auf die Sondertilgung zu verzichten.

Hinweis: Ob mit oder ohne Sondertilgung sollten Kreditnehmer hohe Kredite immer absichern und auf eine Wohngebäudeversicherung oder eine Risikolebensversicherung nicht verzichten.