Bei dem sogenannten Dispokredit handelt es sich um den meist genutzten Kredit in Deutschland. Kein Wunder, denn im Gegensatz zu vielen anderen Kreditarten ist dieser leicht zu beantragen und die Kreditbedingungen sind vom Kreditnehmer leicht zu erfüllen. So sind lediglich Gehaltseingänge auf dem Girokonto, auf dem der Dispo geduldet wird, wichtig.

Doch natürlich ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt. So bietet der Dispokredit neben vielen Vorteilen natürlich auch Nachteile, welche Sie von Anfang an beachten sollten.

Mit einem Dispokredit erlaubt die Hausbank den Kontoinhaber von einem Girokonto, dieses bis zu einem festgelegten Betrag zu überziehen. Diese Summe soll dem Kontoinhaber die Möglichkeit bieten, kurzfristig mehr Geld zur Verfügung zu haben. Das ist vor allem dann praktisch, wenn es mal Engpässe gibt, kurzfristig Anschaffungen gemacht werden müssen oder Reparaturen anstehen. Eine Überziehungsmöglichkeit, die für viele sehr verlockend ist. Aber Achtung, auch das Geld muss zurückgezahlt werden und die Überziehungszinsen sind auf keinen Fall zu unterschätzen.

Welche Voraussetzungen hat ein Dispokredit?

Damit ein Dispokredit genutzt werden kann, müssen Sie einige Voraussetzungen bzw. Kriterien erfüllen. So brauchen Sie zum Beispiel ein Girokonto, auf welchem Monat für Monat Gehalteingänge verbucht werden. Dieser Geldeingang macht es für den Kontoinhaber erst möglich, in den Genuss von diesem Sofortkredit bzw. Überziehungskredit zu kommen. Neben dem Lohn kann es sich beim Geldeingang auch um die Rente handeln. Einige Banken machen die Kontoüberziehung sogar dann möglich, wenn ALG II Geld bezogen wird. Das Dispolimit, also die Höhe von diesem Rahmenkredit, wird anhand des monatlichen Geldeingangs berechnet. Je nach Geldeingang liegen die Überziehungsmöglichkeiten in Höhe von zwei bis drei monatliche Geldeingänge. Verdienen Sie also 1.500 Euro netto, so bekommen Sie einen Dispositionskredit zwischen 3.000 und 4.500 Euro.

Die Vorteile von einem Dispokredit

Der Dispositionskredit erlaubt dem Kontoinhaber von einem Girokonto, dieses bis zu einer gewissen Kreditsumme zu überziehen. Das geht ganz einfach mit der Girocard am Schalter oder dem Geldautomaten und auch das Bezahlen im Laden ist damit problemlos möglich. Es besteht beim Ausgeben also kein Unterschied, ob das Konto im Plus oder im Minus ist.

  • Der Dispositionskredit ist im Gegensatz zu vielen anderen Krediten einfach zu bekommen. Das ist auch der Grund, warum dieser zum Beispiel sowohl dem typischen Ratenkredit als auch dem Studienkredit, dem Privatkredit oder anderen Kreditarten vorgezogen wird.
  • Sie müssen die überzogene Summe nicht zwingend monatlich oder vierteljährlich zurückzahlen, sollten das aber schnellstmöglich tun. Einige Banken haben hier jedoch unterschiedliche Vorschriften, welche natürlich im Vorfeld bedacht werden müssen.
  • Der Dispokredit ist für viele auch eine sichere Liquiditätsreserve, die bei unvorhergesehenen Anschaffungen genutzt werden kann.

Die Nachteile von dem Dispositionskredit

Natürlich hat auch der Dispo nicht nur Vorteile, sondern bringt auch einige Nachteile mit sich, über die Sie sich von Anfang an im Klaren sein sollten. Natürlich ist so eine Einräumung im Gegensatz zur eigentlichen Kreditvergabe sehr einfach, allerdings sollten Sie beim Überziehen des Girokontos eine Überschuldung vermeiden.

  • Dispozinsen sind sehr hoch und viel höher als bei einem anderen Kredit. So liegen die Dispozinsen bzw. Überziehungszinsen des Dispozins oft bei über 10 Prozent. Wenn die Girokonten jedoch über das Dispolimit hinaus überzogen werden, so steigen die Dispozinsen nochmals an. Das Problem dabei ist, dass die Dispozinsen nicht jährlich oder vierteljährlich, sondern monatlich anfallen. Sind Sie also zum Beispiel mit 4.000 Euro im Dispo und zahlen 10 Prozent Zinsen, was recht niedrig angesetzt ist, so zahlen Sie im Monat schon mal 400 Euro Zinsen, ohne dabei etwas von dem Kredit zurückgezahlt zu haben.
  • Einige Banken vergeben den Dispo einfach ungefragt bzw. automatisch. Diese Praxis wird von vielen Experten aus der Finanzgruppe als sehr kritisch gesehen. So steht dem Kontoinhaber der Girokontos Geld zur freien Verfügung, welches er eigentlich gar nicht besitzt. Diese Tatsache kann zur Überschuldung führen und den Weg in die Schuldenspirale eröffnen. Die Gefahr, sich zu verschulden, ist also natürlich viel höher.
  • Leider kommt es immer wieder vor, dass zahlreiche Banken darauf drängen, dass der negative Kontostand schnellstmöglich wieder beglichen wird. Das wiederum bedeutet für den Kontoinhaber eine weitere monatliche Belastung, welche nicht unterschätzt werden solle. Aus diesem Grund raten wir dazu, dass Sie auch diese Tatsache beim Ausschöpfen von dem Kreditrahmen dringend berücksichtigen.
  • Die monatlichen Rückzahlungen richten sich häufig nach dem monatlichen Geldeingang. Wenn Sie also Eine Kontoüberziehung von 2.000 auf dem Kontoauszug sehen, so verlangen viele Banken 100 – 200 Euro zurück. Sind Sie jedoch nur bei 400 Euro, so reichen den Banken oft 20 Euro aus. Bekommen Sie jedoch nur eine sehr kleine Rente oder Hartz 4, so sind selbst 20 Euro nicht wenig Geld.
  • Sagen Sie sich immer wieder, dass auch Banken nicht einfach so Geld verschenken. Dieser geduldete Kredit bringt den Banken sehr viel Geld ein. Ab dem ersten Cent werden somit die Sollzinsen fällig, welche so oder so von Ihrem Girokonto abgezogen werden, sodass die Kontoüberziehung immer größer wird.

Vor allem die oft sehr hohen Zinsen sind oft der Grund, dass viele Kontoinhaber sich schon nach kurzer Zeit dazu entscheiden, den Dispokredit abzulösen. Hier kommt nun eine Umschuldung in Frage, wobei ein großer Ratenkredit aufgenommen wird. Haben Sie noch weitere Schulden, so können diese zu einem Kredit zusammengefasst werden, sodass Sie günstigere Zinsen zahlen und nur noch eine monatliche Rate aufbringen müssen. Wichtig ist hier jedoch, dass Sie eine positive Bonität vorweisen können. Einige Experten raten auch dazu, den Dispokredit, sobald dieser zu hoch ist, durch andere Sicherheiten, wie zum Beispiel dem Wertpapierdepot oder Versicherungen, abzuzahlen.

Fazit – praktisch und gefährlich zugleich

Mal schnell per Girocard im Laden bezahlen oder das Girokonto mit Bezahlsystemen wie Paydirekt verknüpfen. Hier mal ein leckeres Essen und der Trockner hat ebenso seinen Geist aufgegeben. Der Dispokredit eines Girokontos wird gerne genutzt, um über die Verhältnisse zu leben. Über die damit verbundenen Konsequenzen sind sich jedoch nur die Wenigsten bewusst. So handelt es sich hierbei um eine Kreditlinie, die viel gefährlicher ist als der typische Ratenkredit, für den sich Kreditnehmer bewusst entscheiden.

Aus diesem Grund raten wir Ihnen, dass Sie eine Kontoüberziehung nur für die wirklich wichtigen Anschaffungen in Betracht ziehen. Zum Beispiel dann, wenn die Waschmaschine kaputt gegangen ist. Handelt es sich um eher unwichtige Anschaffungen, so ist es ratsamer, noch etwas zu warten und sich das benötigte Geld anzusparen. Eine solche Rückzahlung bringt ansonsten schnell unnötige finanzielle Probleme mit sich, die Sie jedoch eigentlich gut vermeiden könnten.

Kredit statt Dispo beantragen

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