Der Kreditvertrag ist die Basis für den Abschluss eines Darlehens. Der Kreditnehmer sowie der Kreditgeber gehen feste Vereinbarungen ein, an die sich beide Seiten halten müssen. In einem Kreditvertrag müssen alle wichtigen Faktoren rund um das Darlehen festgehalten werden. Die Basis bildet dabei das Schuldrecht.

Kreditvertrag

Angaben zur Kreditsumme und möglichen Kosten

Wie hoch der Kreditbetrag ist, ist im Kreditvertrag zu finden. Festgehalten werden die Nettokreditsumme sowie die Gesamtsumme. Die Gesamtsumme setzt sich aus dem Nettobetrag und den Zinsen zusammen. Wenn sich der Kreditnehmer für eine Restschuldversicherung entscheidet, kommen weitere Kosten hinzu.  Auch diese müssen für den Darlehensnehmer transparent dargestellt werden.

In der Regel werden alle Kosten für den Kredit im Darlehensvertrag aufgelistet, dafür sorgt die Preisangabenverordnung nach dem Gesetzbuch. Dazu gehört auch die Vorfälligkeitsentschädigung. Der Darlehensgeber hat rechtlich die Möglichkeit, bei einer vorzeitigen Ablösung der Restschuld eine Entschädigung zu berechnen. Hierbei handelt es sich um die Vorfälligkeitsentschädigung. Die Höhe muss klar definiert sein und es gibt rechtliche Grenzen, an die sich der Darlehensgeber halten muss.

Bearbeitungsgebühren fallen bei einem Privatkredit heute normalerweise nicht mehr an. Sollten diese dennoch im Kreditvertrag vermerkt sein, ist eine effektive Prüfung unbedingt zu empfehlen.

Vorgaben zur Kreditlaufzeit

Die Kreditlaufzeit ist ebenfalls ein Punkt, der im Kreditvertrag festgehalten wird. Bei einem Kreditantrag gibt der Kreditnehmer an, welche Monatsraten er zahlen möchte oder welche Kreditlaufzeit er sich vorstellen kann. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass keine zu hohen Raten vereinbart werden. Grund dafür ist, dass sich damit die Gefahr für einen Zahlungsausfall erhöht.

Um die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall zu reduzieren, fragt der Kreditgeber vor dem Vertragsabschluss die Kreditsicherheiten ab. Hierbei wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Bei einigen Kreditarten wird auf die Kontrolle der SCHUFA verzichtet. Für die Kreditvergabe ist es allerdings dennoch notwendig, Kreditsicherheiten vorweisen zu können. Neben einem regelmäßigen Einkommen sind auch weitere Sicherheiten hilfreich, wie Versicherungen, ein Bausparvertrag oder Immobilien. In welchem Umfang Sicherheiten benötigt werden und ob eine Sicherungsabrede notwendig ist, hängt von der Kreditart und der Darlehenssumme ab.

Die Vertragslaufzeit basiert auf der Kredithöhe sowie den monatlichen Raten. Sie wird im Vertrag festgelegt. Mit einer möglichen Sondertilgung kann die Laufzeit beim Verbraucherdarlehen reduziert werden. Ob eine Sondertilgung möglich ist und welche Rahmenbedingungen gelten, ist ebenfalls im Vertrag zu finden.

Vereinbarungen zu den Kreditzinsen

Es gibt einige Kredite, bei denen eine Zinsbindung nicht bis zum Ende der Laufzeit besteht. Hierbei handelt es sich beispielsweise um den Immobilienkredit. Nach dem Ende der Zinsbindung muss dann mit einer Anschlussfinanzierung gearbeitet werden. Dafür gibt es einen neuen Kreditvertrag. Bei einem klassischen Verbraucherkredit wird auf den Darlehensbetrag jedoch ein Effektivzins berechnet, der für die gesamte Vertragslaufzeit für das Kreditgeschäft gilt. Die Höhe ist in Schriftform festgehalten.

Die Zinshöhe kann teilweise von der Bonität des Kreditnehmers abhängig sein. Es gibt aber auch bonitätsunabhängige Darlehen. Im Kreditangebot ist der Zins bereits festgehalten. Dadurch kann der Darlehensnehmer die Kreditkosten abschätzen und prüfen, ob die eigenen Vermögensverhältnisse zu den geplanten Rückzahlungsmodalitäten passen.

Vereinbarungen zu den Rückzahlungsmodalitäten

Zu den Hauptpflichten des Kredites gehört es, das geliehene Geld zurückzuzahlen. Hierbei wird vom Tilgen gesprochen. Wann ein Kredit getilgt ist, ist abhängig von den Monatsraten. Der Verbraucherdarlehensvertrag enthält in dem Zusammenhang alle wichtigen Informationen.

Die Monatsrate muss zum Einkommen des Kreditnehmers passen, damit er das Darlehen begleichen kann. Die Höhe der Rate ist im Vertrag festgehalten. Hier gibt es auch einen Tilgungsplan. Über diesen kann der Kreditnehmer prüfen, wann das Darlehen komplett getilgt ist.

Hinweise zur Kündigung des Kredites

Wer eine Kreditkündigung durchführen möchte, der sollte im Vertrag schauen, was hier steht. Normalerweise ist vermerkt, was ein Kündigungsgrund für den Darlehensnehmer und auch für den Darlehensgeber ist. Nach dem Abschluss des Vertrages besteht ein 14-tägiges Widerrufsrecht, auf das sich bezogen werden kann. Ist der Zeitraum überschritten, braucht es triftige Gründe für eine Kündigung.

Die Bank kann den Kreditvertrag kündigen, wenn mehrere Monate hintereinander die Monatsrate nicht eingegangen ist. Hier können auch Verzugszinsen anfallen.

Weitere Nebenleistungen

Schließlich ist es im Kreditvertrag auch möglich, dass Informationen zu Nebenleistungen ausgestaltet sind. Was bedeutet das? Die Bank möchte mit einem Darlehen natürlich Einkommen erwirtschaften. Hier stehen nicht nur die Zinsen im Fokus. Teilweise werden den Kunden weitere Optionen zur Verfügung gestellt. Von möglichen Versicherungen bis hin zu Kontoeröffnungen und auch Kreditkarten ist alles möglich.

Wenn sich ein Kreditnehmer dafür entscheidet, diese Nebenleistungen in Anspruch zu nehmen, werden sie ebenfalls mit in den Kreditvertrag aufgenommen oder es gibt einen zusätzlichen Vertrag. Auch hier gilt, dass es immer besser ist, die Angebote verschiedener Banken und Darlehensgeber zu vergleichen und zu schauen, ob die Nebenleistungen woanders nicht noch günstiger zur Verfügung gestellt werden.

Welcher Kredit hat keinen Kreditvertrag?

Es gibt auch Darlehen, die keinen Kreditvertrag benötigen. Das ist beispielsweise der Dispokredit oder auch Kontokorrentkredit. Hierbei handelt es sich um eine kleine Finanzierungshilfe für kurzfristige Engpässe. Die Zinsen sind hoch und daher sollte der Dispokredit möglichst schnell zurückgezahlt werden. Mit jedem aufeinanderfolgenden Monat steigen die Zinskosten an. Einen Kreditvertrag gibt es hier nicht. Die Bank räumt das Darlehen ein und orientiert sich an der Höhe der Einkünfte.

Auch wenn es praktisch ist, bei einem finanziellen Engpass ohne Kreditvertrag auf den Dispokredit zurückgreifen zu können, sollte der Überziehungskredit nie länger als einige Wochen genutzt werden. Wer es nicht schafft, das verwendete Geld zurückzahlen zu können, kann eine Umschuldung sinnvoll sein.