4 goldene Tipps für das Abzahlen von Krediten

Wer einen Kredit nutzt, muss diesen früher oder später zurückzahlen. Bei der Planung und Umsetzung der Tilgungsphase lassen sich Fehler vermeiden, die bares Geld kosten können. Wichtig ist es daher, die nachfolgenden Ratschläge zu beherzigen.

Die Kreditrate – die Höhe entscheidet über den Erfolg

Gerade während der Verhandlungen für die Rückzahlungsmodalitäten lässt sich bei vielen Betroffenen ein Wesenszug erkennen, der eigentlich lobenswert sein sollte – der die Lage im Regelfall aber verschlimmert. Sie wollen ihren Kredit möglichst rasch abbezahlen und wählen daher die Raten in einer sehr ambitionierten Höhe. Natürlich, je mehr Geld monatlich in die Tilgung fließt, desto besser ist die Aussicht, alsbald alle Schulden beglichen zu haben.

Doch wie gestaltet sich die Lage, wenn plötzlich private oder berufliche Härtesituationen eintreten? Im schlimmsten Falle kann eine Scheidung oder der Verlust der Arbeitsstelle im Raume stehen – damit wiederum erfährt die finanzielle Lage erhebliche Einschränkungen. Die regelmäßigen Abzahlungen, die eben noch mühelos geleistet werden konnten, gestalten sich nun als schwer zu meisternde Hürde. Insbesondere dann, wenn die Ratenregelung auf viele Jahre oder gar Jahrzehnte angelegt wurde.

Die Tilgung sollte daher so gewählt werden, dass sie auch in etwas schwierigen Fällen beglichen werden kann. Sinnvoll ist eine Höhe, die etwa ein Drittel des gesamten Nettoeinkommens erreicht. Je nach zustehenden Anwartschaften, Rechten auf regelmäßige Sonderzahlungen, Mieten, Pachten oder Kapitaleinkünften kann dieser Wert aber auch leicht erhöht werden. Hier wäre es also ratsam, auf den Einzelfall zu schauen.

Übrigens ist es demgegenüber auch wenig sinnvoll, die Rate grundsätzlich sehr niedrig festzusetzen. Damit wiederum würde lediglich bewirkt, dass die Laufzeit der Tilgung über eine lange Dauer gestreckt wird, wodurch sich eine unverhältnismäßig hohe Forderung der Bank an Zinsen ergeben kann. Idealerweise muss also individuell betrachtet werden, welche monatlichen Summen überwiesen werden können, ohne die eigene finanzielle Sicherheit zu gefährden – und dennoch möglichst schnell alle Schulden beglichen zu haben.

Wichtiges zur Höhe der Raten:

  • Die monatliche Tilgung sollte zwischen 30 und 40 Prozent des Nettoeinkommens liegen
  • Die Rate ist richtig gewählt, wenn sie über viele Jahre abbezahlt werden kann, ohne wirtschaftliche Probleme hervorzurufen
  • Im Gespräch mit der Bank und gegebenenfalls einem Schuldenberater kann die Höhe der Raten erörtert werden
  • Im Zweifelsfall wird die Tilgungssumme eher etwas niedriger angesetzt – jedoch auch nicht zu niedrig
  • Trotz der Rückzahlungen müssen spontan auftretende Notfälle und unvorhergesehene Ausgaben im Budget möglich sein

Das Sondertilgungsrecht – eine schnellere Abbezahlung des Kredites ist möglich

Es ist jedoch wenig ratsam, bei den Planungen zur Tilgungsvereinbarung lediglich die negativen Fälle einzukalkulieren, die eventuell einmal auftreten könnten. Ebenso kann es spontane Geldgewinne, Sonderzahlungen, Erbschaften und Ähnliches geben. Eine positive finanzielle Überraschung also, die gerne auch in die Begleichung der Schulden fließen darf.

Das wiederum gestaltet sich nicht immer als einfach. Ein sogenanntes Sondertilgungsrecht muss mit der Bank im Vorfeld bereits erörtert und vertraglich festgesetzt werden. Diese Möglichkeit wird erfahrungsgemäß nicht von jedem Geldhaus eingeräumt – sie sollte aber schon während der Wahl eines Kreditgebers erfragt werden. Liegt eine solche Option nämlich nicht vor, könnten spontane Gewinne nicht zur Begleichung des Darlehens genutzt werden.

Üblicherweise wird in den Rückzahlungsmodalitäten lediglich allgemein festgestellt, ob das Recht zur Sondertilgung besteht. Der Kreditnehmer sollte in diesem Punkt aber nachhaken und genau erfragen, in welchen Situationen derartige Zahlungen möglich sind, welche Höhe sie erreichen können und wie sich diese außerplanmäßige Begleichung auf die gesamten Zinsen auswirkt.

Wer diese Fragen nicht klärt, riskiert stets, eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen zu müssen. Das ist immer dann der Fall, wenn dem Kreditinstitut mit der vorzeitigen Begleichung aller Außenstände umfangreiche Zinsen, Gebühren, Provisionen oder Ähnliches entgehen würden. Daher muss auch hier im Einzelfall besprochen werden, ob eine Einmalzahlung wirklich empfehlenswert ist.

Wie gestaltet sich die Sondertilgung?

  • Schon vor der Tilgungsphase muss das Sondertilgungsrecht durch die Bank eingeräumt werden
  • Ob ein Sondertilgungsrecht eröffnet wird, hängt oftmals auch mit der gewählten Kreditform zusammen
  • Bei Bausparverträgen beispielsweise können nicht eingeplante Zahlungen jederzeit vorgenommen werden
  • Wird das Sondertilgungsrecht sinnvoll genutzt, reduziert sich damit die Dauer der Abbezahlung
  • Bares Geld lässt sich zudem immer dann sparen, wenn durch die außerplanmäßige Begleichung auch Zinsen gesenkt werden können
  • Ob es zu einer Veränderung des Zinssatzes nach oben oder nach unten kommt, muss vor der Sondertilgung erfragt werden

Die Schuldenumschichtung – von niedrigen Zinssätzen profitieren

Wer bereits einen Kredit abbezahlt, wird um die finanzielle Last wissen, die sich insbesondere aus den zu leistenden Zinsen ergeben kann. Wer an dieser Stelle sparen und das vorhandene Geld lieber in die Tilgung des Darlehens investieren möchte, sollte daher über eine Umschichtung nachdenken. Sie lohnt sich vor allem in jenen Zeiten, in denen die allgemeinen Zinssätze sehr niedrig ausfallen.

Ein Umschuldungkredit erweist sich auch dann als sinnvoll, wenn mehrere Kredite parallel getilgt werden müssen – und durch eine solche Maßnahme zu einem Vertrag zusammengefasst werden können. Durch ein günstig gewähltes Zinsniveau ergeben sich nicht selten jährliche Einsparungen von mehreren Hundert Euro. Summen also, die doch besser in die Tilgung fließen oder zum Lebensunterhalt genutzt werden sollten. Doch wie genau wird das Darlehen eigentlich umgeschichtet?

Nach einer Analyse aller Angebote der infrage kommenden Banken wird eine von ihnen ausgewählt. Mit ihr wird nun ein Vertrag abgeschlossen, in dem die Übernahme der Außenstände von dem einen durch das andere Geldhaus geregelt wird. Allerdings ist es sinnvoll, während der gesamten Tilgungsphase nur ein bis zwei Umschuldungen vorzunehmen – denn eine alte Börsenweisheit besagt nicht ganz zu Unrecht: Das ständige Hin und Her macht nur die eigenen Taschen leer.

Dieses Manko liegt vor allem daran, dass eine Umschichtung des Kredites stets mit Kosten verbunden ist. Sie berechnen sich nach der Art des Darlehensvertrages, dessen Volumen, den ausstehenden Beträgen und dem Zinsniveau. Wer umschulden möchte, muss daher einen besonders lukrativen Zeitpunkt abpassen, in dem auch tatsächlich erhebliche Einsparungen möglich sind – anderenfalls sollte auf so einen Moment gewartet werden.

So gelingt die Umschuldung:

  • Zunächst müssen die Zinssätze aller bestehenden Kredite errechnet werden
  • Anschließend werden bei allen infrage kommenden Banken Angebote zur Umschuldung eingeholt
  • Der anzustrebende neue Vertrag muss sämtliche Kredite umfassen, dabei aber deutlich niedrigere Zinsen aufweisen
  • Derartige Möglichkeiten ergeben sich ausschließlich in solchen wirtschaftlichen Gesamtlagen, die ein allgemein geringes Zinsniveau eröffnen
  • Liegt keine Aussicht auf niedrigere Zinsen vor, wird mit der Umschuldung gewartet
  • Weniger ist mehr: Umschichtungen sollten nur selten vorgenommen werden – dann aber möglichst effizient sein

Der beste Weg – zurückzahlen oder sparen?

Immer wieder stellen sich Darlehensnehmer die Frage, welche Option sich langfristig als besser erweist: Sollen vorhandene Gelder in die Tilgung des Kredits gesteckt werden oder werden diese lieber zu einer parallel aufgebauten Ansparung genutzt? Die Antwort fällt wenig spektakulär aus: Alle Summen, die nicht für das Budget zum Lebensunterhalt benötigt werden, sollten in die Abbezahlung der Außenstände fließen.

Es mag sinnvolle Optionen geben, monatliche oder einmal geleistete Beträge in die Altersvorsorge zu investieren oder sich mit dem Ersparten bleibende Werte wie Liegenschaften und Immobilien zu erwerben. Jede dieser Möglichkeiten besitzt ihre Vorteile. Dennoch sollten derartige Summen für die Tilgung des Darlehens genutzt werden, um auf diese Weise zumindest die Last der Zinsen zu senken, indem der Zeitpunkt der endgültigen Abbezahlung schneller herbeigeführt wird.

Entscheidend dabei ist, dass die allgemeinen Zinssätze der meisten Sparanlagen deutlich unter jenen liegen, die im gleichen Zeitraum für den Kredit entrichtet werden müssen. Allein daraus kann sich also bereits ein Negativinvestment entwickeln. Alternative Anlageformen wie Aktien oder Immobilien mögen dagegen zwar mehr Gewinne versprechen, bringen aber auch ein deutlich höheres Risiko mit sich. Gerade im Hinblick auf ein bestehendes Darlehen sollten spekulative Finanzmodelle natürlich vermieden werden, könnte ein Totalverlust hier doch sämtliche Zukunftsperspektiven zerstören.

Sinnvoller wäre es in diesem Falle also, dauerhaft oder für einen begrenzten Zeitraum die Raten der monatlichen Tilgungen zu erhöhen und somit eine schnellere Abbezahlung des Kredites zu bewirken. Damit fallen erhebliche Lasten wie Zinsen, Gebühren und dergleichen weg – sie wiederum können nach der Begleichung der Schulden aber sehr wohl in ein neues Investment fließen.

Warum Abbezahlen besser als Sparen ist:

  • Beim Sparen werden weniger Zinsen erzielt als im gleichen Zeitraum für den Kredit anfallen
  • Das Risiko einer Spareinlage ist in jedem Falle höher als bei der Tilgung des Kredites
  • Wer seine Außenstände begleicht, kann die Dauer der Tilgungsphase senken
  • Daraus wiederum ergeben sich Möglichkeiten der Einsparung bei den Zinsen und sonstigen Gebühren

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