Was muss ich bei einer Kreditaufnahme beachten?

Die Waschmaschine ist defekt, das Auto muss zur Reparatur oder die gesamte Familie ist urlaubsreif: Es gibt viele Gründe, warum Verbraucher einen Kredit aufnehmen. Doch egal, ob es sich um einen Kleinkredit von unter eintausend Euro oder um eine Immobilienfinanzierung von mehr als einhunderttausend Euro handelt: einige Fragen müssen sich Verbraucher vorab stellen.

Wo nehme ich einen Kredit auf?

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, hat verschiedene Ansprechpartner, bei denen er sich das Geld leihen kann:

  • Verwandte, Freunde oder Arbeitskollegen
  • andere Privatpersonen, zu finden über spezielle Plattformen im Internet
  • Arbeitgeber
  • Banken und Sparkassen
  • professionelle Kreditvermittler.

Der große Vorteil eines Darlehens unter Verwandten oder Bekannten liegt darin, dass der Kreditgeber in den meisten Fällen auf Zinsen verzichtet. Wer sich von Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen Geld leiht, sollte aber immer an den bekannten Spruch denken: „Bei Geld hört die Freundschaft auf.“ Auch wenn es sich um einen Privatkredit unter Freunden handelt, sollte daher ein schriftlicher Kreditvertrag abgeschlossen werden. Im Netz sind Mustervorlagen für solche Verträge zu finden. Die Beispieltexte beinhalten alle relevanten Punkte wie Kreditbetrag, Höhe der Raten und Sicherheiten für den Kredit.

Im Internet gibt es spezielle Plattformen, auf denen Privatpersonen Geld an private Kreditnehmer verleihen. Die Kreditaufnahme ist aber mit etwas Mühe für den Antragsteller verbunden. Er muss das Projekt oder den Zweck, für den er das Geld benötigt, genau beschreiben. Ein Foto ist sehr hilfreich, um das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Der Antragsteller legt dabei selbst fest, welchen Zinssatz er den Kreditgebern zahlt. Je höher die Zinsen ausfallen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich genug Geldgeber finden, die diese Kreditsumme finanzieren.

Auch viele Arbeitgeber vergeben zinsgünstige Darlehen an ihre Angestellten. Daher lohnt sich oftmals eine Anfrage bei der Personalabteilung, ob ein Mitarbeiterkredit gewährt wird. Falls ja, überweist der Arbeitgeber die gewünschte Summe auf das Konto des Arbeitnehmers. Die monatlichen Raten werden von dem Gehalt abgezogen, bis der Kredit zurückgezahlt ist.

Banken und Sparkassen in Deutschland bieten ebenfalls Kredite an. Viele Kreditinstitute haben sowohl Online-Kredite im Angebot als auch Bankkredite, die in einer Filiale abgeschlossen werden. Hier lohnt sich ein Vergleich der Zinssätze, da Online-Kredite häufig einen niedrigeren Zinssatz haben als Darlehen, bei denen in einer Bankfiliale ein Mitarbeiter tätig werden muss.

Nicht nur Kreditinstitute bieten Darlehen an, sondern ebenso professionelle Kreditvermittler im Internet. Dabei gibt es aber auch unseriöse Anbieter, die nur Gebühren von den Antragstellern kassieren, jedoch keine Kredite vermitteln. Um sich vor diesen schwarzen Schafen zu schützen, sollten Verbraucher auf die Erfahrungen anderer Kreditnehmer hören. In zahlreichen Foren im Internet warnen geprellte Kreditsuchende vor denjenigen Angeboten, die zweifelhaft sind.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Die Kreditangebote der Banken und Sparkassen in Deutschland sind zwar seriös, aber nicht immer günstig. Daher lohnt sich der Einsatz eines Kreditrechners. Im Internet sind viele kostenlose Finanzierungsrechner zu finden, die leicht zu bedienen sind. Diese Kalkulatoren führen unterschiedliche Berechnungen durch. Der Kreditnehmer kann sich die Höhe der monatlichen Raten, die Laufzeit oder die Zinsen ausrechnen lassen, die er für den gewünschten Kredit bezahlen müsste.

Mithilfe des Kreditrechners können auch die Angebote verschiedener Kreditgeber miteinander verglichen werden. Über einen Link gelangt dann der Antragsteller direkt auf die Seite der ausgesuchten Bank oder Sparkasse. Viele Darlehen können online beantragt werden. Dazu muss der Antragsteller nur den gewünschten Kreditbetrag eingeben und einige persönliche Angaben machen. Die Banken benötigen dabei folgende Informationen:

  • Über welches Nettogehalt verfügt der Antragsteller?
  • Wie hoch sind die regelmäßigen Ausgaben für Miete, Versicherungen und Unterhalt?
  • Ist ein Auto vorhanden?
  • Gibt es weitere Kredite?

Nach Eingabe von Namen, Adresse und Geburtsdatum erfolgt bei den meisten Angeboten eine sofortige Prüfung des Kreditantrages. Ist alles in Ordnung, kann der Kreditnehmer den Antrag ausdrucken und unterschreiben. Um sich zu legitimieren, muss er mit den Unterlagen entweder eine Filiale der Deutschen Post AG oder eine Geschäftsstelle der Bank aufsuchen. Erste Kreditinstitute bieten auch schon eine Online-Identifizierung an. Dazu benötigt der Darlehensnehmer einen elektronischen Identitätsnachweis. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Funktion des Personalausweises, die von der jeweiligen Stadt bei Ausstellung des Ausweises freigeschaltet werden muss.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um einen Kredit zu bekommen?

In Deutschland erhalten nur volljährige Kreditnehmer ein Darlehen. Erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres ist ein Mensch voll geschäftsfähig und darf Verträge abschließen. Sowohl der Wohnsitz des Antragstellers als auch sein Bankkonto müssen sich in Deutschland befinden. Wer sich von einer Bank oder Sparkasse Geld leiht, darf nur auf eigene Rechnung handeln. Er darf also den Kredit nicht für eine andere Person aufnehmen.

Arbeitslose, Selbstständige, Minijobber, Hausfrauen, Hausmänner und Studenten haben es schwerer, einen Kredit zu bekommen. Die meisten Kreditinstitute verleihen Geld nur an Berufstätige, die sich nicht mehr in der Probezeit befinden. Auch mit einem befristeten Arbeitsvertrag ist es schwierig, ein Darlehen zu erhalten. Den Kreditgebern ist das Risiko zu hoch, dass der Schuldner nach Ablauf der Beschäftigung keine neue Arbeitsstelle findet und als Arbeitsloser seine Kreditraten schuldig bleibt.

Kreditinstitute überprüfen die Bonität des Antragstellers, bevor sie ein Darlehen vergeben. Der Ausdruck Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit. Die Banken überzeugen sich also, ob der Kreditnehmer seine Schulden ordnungsgemäß zurückzahlen kann. Dazu erfolgt eine Schufa-Abfrage oder der Kreditgeber fragt bei einer anderen Wirtschaftsauskunftei nach. Bei einem negativen Eintrag wird der Kreditantrag abgelehnt.

Was ist die SCHUFA?

Schufa ist die Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa wird von Banken, Dienstleistern, Handyanbietern, Versandhäusern und anderen Handelsunternehmen finanziert. Folgende Daten von mehr als der Hälfte aller Deutschen sind bei der Schufa gespeichert:

  1. Nachname und alle Vornamen
  2. Geburtsdatum
  3. Geburtsort
  4. Geschlecht
  5. aktuelle Adresse
  6. frühere Anschriften und damit das Umzugsverhalten
  7. welche Konten bestehen
  8. welche Kreditkarten hat der Kunde
  9. Handyverträge
  10. ordnungsgemäß abgezahlte Darlehen der letzten drei Jahre
  11. überfällige und angemahnte Rechnungen
  12. eidesstattliche Versicherungen
  13. Privatinsolvenzen
  14. Haftbefehle zur Erzwingung der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung.

Die Daten zu den Punkten eins bis zehn gehören zu den Positivmerkmalen der Schufa, die Punkte elf bis vierzehn stellen negative Merkmale dar. Nur die gewünschten Auskünfte werden an die Kreditinstitute weitergegeben. Über die Kreditvergabe entscheiden allein die Banken oder Sparkassen aufgrund der erhaltenen Informationen. Die Schufa selbst lehnt also keine Kredite ab, dies tun nur die Kreditgeber.

Welche Sicherheiten verlangt der Kreditgeber?

Nicht für jedes Darlehen muss der Schuldner eine Sicherheit hinterlegen. Bei Krediten zwischen Privatpersonen wird meist auf die Stellung von Garantien verzichtet. Wenn der Arbeitgeber einen Kredit vergibt, lässt er sich in der Regel eine Gehaltsabtretung von dem Kreditnehmer unterschreiben. Bei Kleinkrediten reicht den Banken und Sparkassen oftmals auch eine Gehaltsabtretung als Kreditsicherheit aus. In diesem Fall erfährt der Chef nur dann etwas von den Schulden seines Angestellten, wenn es zu Zahlungsproblemen kommt und das Kreditinstitut den Lohn oder das Gehalt pfändet.

Bei höheren Kreditsummen ist fast immer eine Sicherheit erforderlich, um einen Kredit zu erhalten. Wird mit dem Darlehen beispielsweise ein Pkw gekauft, erfolgt eine Sicherungsübereignung des Autos. In dem Fall erhält der Kreditgeber die Zulassungsbescheinigung Teil II, früher Fahrzeugbrief genannt. Dieser verwahrt die Urkunde, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt ist.

Außerdem besteht die Möglichkeit, einen zweiten Kreditnehmer oder einen Bürgen als Kreditsicherheit zu stellen. Falls der Hauptkreditnehmer die Raten nicht mehr zahlen kann, muss diese Person die weiteren Zahlungen übernehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der zweite Kreditnehmer oder der Bürge einen Anteil an der Kreditsumme erhalten hat oder nicht. Daran sollte man denken, bevor man als Bürge einen Kreditvertrag für eine andere Person unterschreibt.

Zu seiner eigenen Sicherheit kann ein Kreditnehmer eine sogenannte Restschuldversicherung für seinen Kredit abschließen. Die Versicherung zahlt die Raten oder löst den Kredit komplett ab, wenn der Versicherte arbeitslos oder arbeitsunfähig wird oder wenn er stirbt. Der Versicherungsbeitrag erhöht die Gesamtsumme des Darlehens und wird über die monatlichen Kreditraten beglichen.