Die 5 häufigsten Gründe für eine Kreditabsage

Die 5 häufigsten Gründe für eine Kreditabsage

Wenn ein Kreditantrag abgelehnt wird, kann das viele Gründe haben. Wir haben die fünf häufigsten für Sie gesammelt.

  • Negative Schufa-Auskunft
  • Einkommen – zu niedrig, nicht pfändbar, unsicher
  • Girokonto – Überzogener Dispo, Rücklastschriften auf dem Kontoauszug, Buchungen von Inkassounternehmen
  • Arbeitsverhältnis – Selbstständigkeit, befristeter Arbeitsvertrag
  • Alter

Negative Schufa-Auskunft

Eine negative Schufa-Auskunft ist einer der Hauptgründe, der zur Ablehnung von Kreditanträgen führt. Vertragspartner der Schufa wie zum Beispiel Versandhäuser und Banken melden dieser Angaben über das Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Die Schufa speichert diese dann in ihren Datenbanken. So entsteht eine Übersicht über positive und negative Zahlungsmerkmale.

Zu den Vertragspartnern der Schufa zählen:

  • Vertragspartner, die positive und negative Merkmale erhalten: Kreditinstitute, Kreditkartenunternehmen, Leasinggesellschaften
  • Vertragspartner, die nur negative Merkmale erhalten: Handels- und Versandhandelsunternehmen, Telekommunikationsunternehmen, sonstige Unternehmen
  • Vertragspartner, die nur Adressdaten erhalten (wenn dafür die Einwilligung gegeben wurde): Inkassounternehmen

Während eine positive Schufa-Auskunft durchaus dazu führen kann, dass Ihnen niedrigere Zinssätze angeboten werden, führt eine negative Schufa-Auskunft in vielen Fällen zu einer Ablehnung des Kreditantrags. Das heißt in der Praxis, dass zu spät oder nicht beglichene Versandhausrechnungen sowie Zahlungsrückstände bei Handy- oder Internetrechnung zu einem negativen Schufa-Eintrag werden und einen späteren Kreditantrag deutlich erschweren können.

Diese Daten speichert die Schufa

Die Schufa speichert sowohl Daten, die sie nach Einwilligung der Kunden von ihren Vertragspartnern erhält, als auch solche, zu denen sie sich selbst Zugang verschafft, wie zum Beispiel Daten des Schuldnerverzeichnisses von Amtsgerichten. Zu den in den Datenbanken der Schufa gespeicherten Daten zählen:

  • Kontaktdaten
  • Art, Gegenstand sowie Zahlungsbedingungen des jeweiligen Geschäfts: Konteneröffnungen, Leasing- und Kreditverträge mit Laufzeit und Betrag, Kreditkarten, Kundenkonten im Handel und Versandhandel
  • Abweichendes Zahlungsverhalten: fällige, gemahnte und nicht bestrittene Forderungen sowie gerichtliche Entscheidungen und deren Erledigung
  • Missbrauch von Kreditkarten und Konten nach Nutzungsverbot
  • Daten aus öffentlichen Verzeichnissen sowie amtlichen Bekanntmachungen: Beantragung/Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens, Abweichung/Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens aufgrund fehlender Masse, Abgabe der eidesstattlichen Versicherung, Haftbefehl zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
  • Diverse Anfragen

Der Schufa-Score

Der Schufa-Score ist ein statistisch ermittelter Wert und gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer bestimmten Personengruppe, deren Angehörige bestimmte Merkmale gemeinsam haben. Je höher der Wert ist, desto höher ist auch die Kreditwürdigkeit. Dabei gibt es verschiedene Arten von Scores:

  • Basisscore: Dieser Score wird in Prozent angegeben und gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer bestimmten Personengruppe
  • Branchenscore: Dieser Score wird in Punkten angegeben und bezieht sich auf bestimmte Branchen.

Wie wird der Score berechnet und kann ich meinen Score verbessern?

Zahlreiche Faktoren spielen bei der Berechnung des Scores eine Rolle:

  • Die Anzahl der Konten
  • Die Anzahl aufgenommener Kredite
  • Das Zahlungsverhalten
  • Vorhandene Kreditkarten
  • Vorhandene Leasingverträge und wahrscheinlich auch
  • Alter und Wohnort

Sie haben nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf den Score. Eine geringe Anzahl von Konten und Krediten sowie ein zuverlässiges Zahlungsverhalten wirken sich jedoch positiv auf den Score aus.

Werden Schufa-Einträge wieder gelöscht?

Schufa-Einträge werden auch wieder gelöscht. Wann dies geschieht, hängt von der Art der Einträge ab.

  • Nach drei Jahren: erledigte offene Forderungen
  • Umgehend: nicht titulierte Forderungen bis zu einer Summe von 2000 Euro, die innerhalb von sechs Wochen gemeldet und erledigt werden sowie Rückzahlungen von Minderjährigen
  • Nach Schließung des jeweiligen Kontos: Daten, die sich auf Handels- und Versandhandelskonten sowie Kreditkarten- und Girokonten beziehen

Sie haben selbstverständlich auch die Möglichkeit, selbst Einsicht in Ihr Schufa-Konto zu erlangen. So können Sie Ihre Eintragungen überprüfen und Korrekturen beantragen. Es ist nämlich nicht selten der Fall, dass Negativeinträge immer noch vorhanden sind, obwohl diese bereits längst erledigt wurden. Hier sollten Sie unbedingt eine Löschung beantragen, damit Ihnen solche Einträge nicht zum Verhängnis werden.

Habe ich mit einer negativen Schufa-Auskunft keine Chance auf einen Kredit?

Doch, denn es gibt Kreditinstitute, die auf eine Schufa-Auskunft verzichten. Diese arbeiten wie herkömmliche Banken, verlangen jedoch aufgrund des höheren Ausfallrisikos in der Regel auch höhere Zinsen.

Sollten Sie einen derartigen Kredit beantragen und nicht zurückzahlen können, kommt es abermals zu einem negativen Schufa-Eintrag. Um dies zu verhindern, sollten Sie im Vorfeld Ihre Kapitaldienstfähigkeit überprüfen. Hierfür müssen Sie lediglich Ihre monatlichen Einnahmen Ihren monatlichen Ausgaben gegenüberstellen. So sehen Sie, ob Ihre monatlichen Einnahmen für die Erbringung der Rückzahlungsraten hoch genug sind.

Einkommen – zu niedrig, nicht pfändbar, unsicher

Ist das Gehalt zu niedrig, werden Kreditanträge häufig abgelehnt, da das Ausfallrisiko zu hoch ist. Vor allem Arbeitslose, Geringverdiener und Studenten erhalten meist keinen Kredit. Als Geringverdiener gelten Sie, wenn Sie unter 400 Euro im Monat verdienen. Auch, wenn Ihr Gehalt zu nah an der gesetzlichen Pfändungsgrenze liegt, stehen die Chancen auf einen Kredit schlecht. Dennoch spielt das Gehalt nicht die alleinige Rolle, wenn es um die Erlangung von Bonität geht. Folgende Faktoren beeinflussen, ob Sie trotz niedrigen Einkommens einen Kredit erhalten:

  • Wohnen: Wenn Sie keine Miete bezahlen müssen, verbessert dies Ihre Chancen auf einen Kredit, da die monatliche finanzielle Belastung durch die Miete entfällt. Besitzen Sie eine eigene Immobilie, kann diese zudem als Sicherheit dienen.
  • Bürge: Wenn Sie jemanden haben, der beim Kreditinstitut für Sie bürgt, kann dies ein zu niedriges Einkommen wieder ausgleichen. Selbstverständlich muss auch der Bürge über entsprechende Sicherheiten in Form seines Einkommens oder Eigentums verfügen.
  • Ein zweiter Kreditnehmer: Wenn Sie nicht alleine, sondern zusammen mit jemand anderem einen Kredit beantragen, werden die Einkommen beider Antragssteller berücksichtigt. So kann es durchaus sein, dass die Bank den Kredit bewilligt.

Darüber hinaus sollten Sie natürlich auch die Summe des beantragten Kredites realistisch an die Höhe Ihres Einkommens anpassen sowie die an die Kreditvergabe gebundenen Forderungen der Bank akzeptieren.

Besondere Kredite für Geringverdiener

Zahlreiche Banken bieten spezielle Kredite für Geringverdiener an. Diese haben andere Konditionen als herkömmliche Kredite und unterscheiden sich in

  • der Kreditsumme
  • der Höhe der Zinsen sowie
  • der Laufzeit

von herkömmlichen Kreditangeboten. Während die bewilligten Kreditsummen 3000 Euro meist nicht überschreiten, sind die Zinsen deutlich höher als bei herkömmlichen Krediten. Die maximale Kreditlaufzeit liegt zudem meist bei 36 Monaten. Eine positive Schufa-Auskunft ist ebenfalls eine Grundbedingung, damit Sie einen speziellen Kredit für Geringverdiener bewilligt bekommen.

Girokonto – Überzogener Dispo, Rücklastschriften auf dem Kontoauszug, Buchungen von Inkassounternehmen

Rücklastschriften

Kommt das Gehalt einmal später und überschneiden sich Geldeingänge und Geldausgänge auf einem Konto ohne Dispokredit, kann es schnell zu Rücklastschriften kommen. Beantragen Sie einen Kredit und es fallen bei der Überprüfung Ihres Girokontos Rücklastschriften auf, führt dies meist zu einer Ablehnung Ihres Antrags. Zumal werden Rücklastschriften auch in der Schufa verankert.

Einige Banken, vor allem Online-Banken, verzichten auf eine Einsicht in das Girokonto sowie Schufa-Auskünfte und überprüfen somit auch nicht eventuelle Rücklastschriften. Sie sind daher eine Möglichkeit, trotz Rücklastschriften einen Kredit zu erhalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Krediten sind diese Kredite jedoch meist mit höheren Zinsen verbunden.

Überzogener Dispo

Ein überzogener Dispo wird üblicherweise ebenfalls in der Schufa verankert und taucht somit auf, wenn Sie einen Kredit beantragen. Auch hier gilt es, die Angebote von Banken zu nutzen, die weder eine Einsicht in das Girokonto noch eine Schufa-Auskunft beantragen.

Buchungen von Inkassounternehmen

Finden sich auf Ihrem Konto Buchungen von Inkassounternehmen, ist dies ein deutliches Zeichen für eine schlechte Zahlungsmoral. Diese werden daher von Banken als Grund für die Ablehnung eines Kreditantrages bewertet.

Arbeitsverhältnis – Selbstständigkeit, befristeter Arbeitsvertrag und Probezeit

Selbstständigkeit

Sind Sie seit weniger als drei Jahren selbstständig, besteht die Gefahr, dass Ihr Kreditantrag abgelehnt wird.
Selbstständige haben auch später oft mit niedrigen oder unregelmäßigen Umsätzen zu kämpfen. Diese können ebenfalls Gründe für die Ablehnung eines Kreditantrages sein.

Befristeter Arbeitsvertrag und Probezeit

Ein befristeter Arbeitsvertrag bedeutet für das Kreditinstitut das Risiko eines Zahlungsausfalls. Dasselbe gilt, wenn Sie sich noch in der Probezeit befinden. Daher müssen Sie auch in diesem Fall mit einer Ablehnung eines Kreditantrages rechnen.

Alter

Das Alter spielt ebenso wie das Einkommen eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, ob ein Kreditantrag bewilligt wird. Obwohl Senioren und Rentner eine sehr kaufkräftige Bevölkerungsgruppe darstellen, wird ihnen oft kein Kredit mehr gewährt. Einige Banken haben fixe Altersgrenzen, ab denen sie Kreditanträge prinzipiell ablehnen oder Kredite nur mehr auf kurze Laufzeiten befristet gewähren.

Werden Kreditanträge dann doch bewilligt, sind diese meist mit sehr hohen Zinsen sowie verpflichtend abzuschließenden Restschuldversicherungen verbunden. So sichert sich die Bank ab, falls der Kreditnehmer aufgrund seines Alters nicht mehr in der Lage sein sollte, die Kreditsumme zurückzubezahlen. Auch in diesen Fällen helfen Sicherheiten in Form von Immobilien oder Lebensversicherungen enorm, damit der Kreditantrag bewilligt wird. Darüber hinaus gilt: Je niedriger die Kreditsumme und je kürzer die Laufzeit, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditantrag bewilligt wird.

Diese Tipps helfen beim Kreditantrag

  • Achten Sie auf ein ordnungsgemäßes Zahlungsverhalten. Dieses bewahrt Sie vor negativen Schufa-Einträgen.
  • Achten Sie auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ihrem Einkommen und Ihren Ausgaben. Achten Sie zudem darauf, dass monatlich fixe Beträge erst dann von Ihrem Girokonto abgebucht werden, nachdem Ihr Gehalt eingelaufen ist. So vermeiden Sie Rücklastschriften.
  • Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, Ihren Dispo-Kredit zu überziehen.
  • Achten Sie bei der Stellung eines Kreditantrages auf die Richtigkeit Ihrer Angaben.
  • Ist Ihr Einkommen für eine Kreditbewilligung zu gering, können Sicherheiten zum Beispiel in Form einer Immobilie sowie ein zweiter Antragssteller helfen, dass der Kreditantrag dennoch bewilligt wird.
  • Bestimmte Banken verzichten auf eine Schufa-Auskunft sowie eine Einsicht in das Girokonto. Diese sind eine Alternative, wenn Sie trotz negativer Schufa-Einträge und Rücklastschriften einen Kredit benötigen. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, Angebote verschiedener Banken miteinander zu vergleichen.

 

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