Das Konto ist die Grundlage für den Geldwechsel und den Geldverkehr. Jeder Bürger hat Anspruch auf ein Konto. Hier geht das Gehalt oder andere Zahlungen ein. Es können Überweisungen durchgeführt und Lastschriften in Auftrag gegeben werden. Wichtig zu wissen ist, dass es verschiedene Kontoarten gibt.

Das Konto

Die Kontoarten in der Übersicht

In der nachfolgenden Übersicht werden die wichtigsten Kontoarten zusammengefasst:

  1. Das Girokonto

Das Girokonto ist der Klassiker und wird umgangssprachlich als „Konto“ bezeichnet. Anbieter sind verschiedene Banken. Es ermöglicht den bargeldlosen Zahlungsverkehr und ist oft täglich im Einsatz. Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr wird eine EC-Karte zur Verfügung gestellt. Zudem kann mit dem Dispo-Kredit der Kontenrahmen erweitert werden. Der Kontostand wird bei der Nutzung mit einem Minus angezeigt. Am Geldautomaten kann ganz normal die gewünschte Summe abgehoben werden.

  1. Das Sparkonto

Das Sparkonto verfügt normalerweise über Guthabenzinsen. Beim Girokonto ist das nur noch in sehr seltenen Fällen so. Zu beachten ist, dass es bei Sparkonten eine Kündigungsfrist gibt. Je nach Bank können pro Monat zudem nur Beträge in einer bestimmten Summe abgehoben werden.

  1. Das Festgeldkonto

Das Festgeldkonto ist eine Form des Sparkontos. Es bietet eine Verzinsung des Geldes für einen festen Zeitraum an. Das heißt, der Anleger entscheidet sich zu Beginn der Nutzung für einen Betrag, den er für eine feste Laufzeit anlegt. Für diese Laufzeit erhält er eine gleichbleibende Verzinsung. Nach Ende der Laufzeit kann er sein Guthaben abheben oder erneut anlegen.

  1. Das Tagesgeldkonto

Für kurzfristige Sparmaßnahmen ist das Tagesgeldkonto geeignet. Auch hier gibt es eine Verzinsung, diese ist jedoch variabel. Der Nutzer muss nicht erst eine Kündigung durchführen, um sein Geld zu erhalten. Das Guthaben vom Tagesgeldkonto kann jederzeit abgehoben werden.

  1. Geschäftskonto

Für Geschäftskunden gibt es spezielle Konten mit anderen Konditionen. Ein Vergleich bei den einzelnen Anbietern kann lohnenswert sein.

  1. Depot

Das Depot ist kein Konto im klassischen Sinne, sondern ein Anlagekonto. Es ist notwendig, damit in Wertpapiere investiert werden kann. Das Geld liegt im Depot daher ebenfalls in Form von Wertpapieren. Auch bei einem Depot können Kosten anfallen.

Die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Kontos

Die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Girokontos sind überschaubar gehalten. Wer volljährig ist, kann in Deutschland ein Girokonto eröffnen. Minderjährige, die ein Alter zwischen sieben bis 17 Jahren haben, können auch ein Girokonto auf ihren Namen eröffnen. Sie benötigen dafür jedoch die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

Konten für Minderjährige sind ausschließlich Guthabenkonten. Es besteht keine Option, einen Dispokredit zu erhalten oder das Konto anderweitig zu überziehen.

Die generellen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Kontos in Deutschland sind:

  • Der Antragsteller muss einen festen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Der Antragsteller muss eine gute Bonität vorweisen können.
  • Es sollten keine negativen Einträge in der SCHUFA vorliegen.

Es gab Zeiten, in denen war es auch notwendig, ein regelmäßiges Einkommen vorweisen zu können. Das ist heute nicht mehr der Fall. Einige Banken bieten ein Gehaltskonto an. Bei diesem gilt nach wie vor der Aspekt, dass monatlich ein festes Gehalt eingehen muss. Ist dies nicht der Fall, können für die Kontoführung zusätzliche Gebühren anfallen.

Was ist das Basiskonto?

Verbraucher haben einen Anspruch darauf, ein Konto eröffnen zu dürfen. Es handelt sich dabei jedoch um ein reines Zahlungskonto, das auch als Basiskonto bezeichnet wird. Dieser Anspruch gilt auch für Geduldete, für Asylsuchende sowie für Obdachlose.

Ein Basiskonto ermöglicht das Einzahlen und Abheben von Guthaben, kann Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge durchführen und zusätzlich wird eine Zahlungskarte zur Verfügung gestellt.

Wenn es bei der Bank für die normalen Kontos möglich ist, Online-Banking durchzuführen, so muss dieses Angebot auch für das Basiskonto zur Verfügung stehen.

Wichtig: Jede Bank muss das Basiskonto anbieten. Wenn ein berechtigter Verbraucher dieses eröffnen möchte, so muss die Eröffnung auch durchgeführt werden. Die Vorgaben sind im Zahlungskontengesetz geregelt.

Welche Kosten können anfallen?

Bei der Kontoführung gibt es verschiedene Kosten, die anfallen können. Einige Banken nehmen noch immer eine Kontoführungsgebühr. Sie wird jeden Monat oder auch einmal jährlich fällig und die Höhe kann durch die Bank festgelegt werden. Da der Wettbewerb zwischen den Anbietern immer größer wird, sind die Kontogebühren jedoch stark gesunken. Teilweise ist bei Anbietern die kostenfreie Kontoführung nur dann möglich, wenn monatlich das Gehalt auf das Konto geht.

Weitere Kosten, die entstehen können, sind:

  1. Kosten für Überweisungen

Einige Banken rechnen für jede Überweisung einen festen Betrag ab. Auch wenn dieser sich normalerweise nur im Cent-Bereich bewegt, so kann auch hier eine größere Summe über das Jahr gesehen zusammenkommen.

  1. Kosten für Kreditkarte

Viele Girokonten sind mit einer Kreditkarte verbunden, die freiwillig in Anspruch genommen werden kann. Für die Kreditkarte fallen jährliche Kosten an. Hier ist es empfehlenswert zu schauen, welches Kostenmodell die Bank hat. Werden mit der Karte monatlich bestimmte Umsätze generiert, können die Kosten auch entfallen.

  1. Zinskosten Dispo und Überziehung

Wenn die Bank dem Nutzer einen Dispositionskredit anbietet, ist zu beachten, dass mit der Nutzung Kosten entstehen. Es handelt sich dabei um die Zinsen für den Dispokredit. Wie hoch diese sind, hängt von der Bank ab. Die Zinsen sind variabel.

Wie erfolgt die Beantragung eines Girokontos?

Für die Beantragung sind vier verschiedene Schritte notwendig:

  1. Antrag ausfüllen und einreichen

Der Antragsteller kann online oder auch vor Ort bei der Bank den Antrag auf die Eröffnung des gewünschten Kontos ausstellen. Dafür ist es notwendig, die persönlichen Angaben auszufüllen. Vermerkt werden der Name sowie die Anschrift und auch die Telefonnummer. Je nach Bank können noch weitere Daten abgefragt werden. Der Antrag wird eingereicht.

  1. Identifikation

Wenn der Kunde bisher noch kein Konto bei der Bank hat, dann wird eine Identifikation notwendig. Diese kann entweder per VideoIdent oder auch per PostIdent durchgeführt werden. Es werden ein Ausweis oder ein Pass für die Kontoeröffnung benötigt.

  1. Bestätigung erhalten

Nachdem die Bank den Antrag und alle weiteren Daten geprüft sowie eine Prüfung der Bonität durchgeführt hat, wird eine Bestätigung versendet. Ebenfalls erfolgt der Versand der Zugangsdaten für das Konto.

  1. Anmeldung und Einrichtung

Nachdem dem Kontoinhaber die Daten zugegangen sind, wird das Konto eingerichtet. Hier werden die Vergabe der PIN sowie mögliche Ummeldungen von Daueraufträgen angegeben.

Ist eine Nutzung verschiedener Konten möglich?

Es gibt keine Vorgaben dazu, wie viele Konten bei einem Anbieter oder auch bei mehreren Banken eröffnet werden dürfen. Zu bedenken ist lediglich, dass die Konten in der SCHUFA vermerkt sind. Das wirkt sich zwar nicht negativ auf die Bonität aus. Es kann jedoch den Anschein erwecken, dass der Kontoinhaber möglicherweise mehrere Dispokredite nutzt.

Zu beachten ist außerdem, dass möglicherweise die einzelnen Konten mit Gebühren verbunden sind. Bei mehreren Konten kann es daher in der Summe zu hohen Kosten kommen.

Was ist ein Kontowechselservice?

Der Wechsel eines Kontos kann durchaus sinnvoll sein. Mehr Flexibilität, Einsparungen bei den Kosten oder auch schnellere Transaktionen sind nur einige Beispiele. Dennoch scheuen sich viele Kontoinhaber davor, einen Kontowechsel durchzuführen. Dies hängt auch damit zusammen, dass sie von einem großen Aufwand ausgehen. Ummeldungen von Lastschriften, Daueraufträgen und anderen Vereinbarungen bringen Arbeit mit sich. Daher bieten viele Banken den Kontowechselservice an. Mit dem Einverständnis des Kontoinhabers sorgt die Bank dafür, dass die Umleitungen durchgeführt und die Geschäftspartner informiert werden.