W√§hrend fr√ľher das Geld bei einer Kontopf√§ndung vom Konto eingezogen werden durfte, wenn man Schulden hatte und Rechnungen nicht bezahlt wurden, k√∂nnen Sie sich heutzutage ein gewisses Kontoguthaben sichern. Das geht mit Hilfe eines Pf√§ndungsfreien Kontos. Das sogenannte Pf√§ndungsschutzkonto kann kostenlos bei der Bank beantragt werden. Hierbei handelt es sich, wenn das Konto neu er√∂ffnet werden muss, in der Regel um ein Guthabenkonto, welches nicht √ľberzogen werden kann. Ist bereits ein Girokonto bei der Bank vorhanden, wird dieses einfach von dem jeweiligen Geldinstitut in ein P-Konto umgewandelt. Die Umwandlung von Girokonten ist dabei normalerweise kostenlos.

W√§hrend damals also das Girokonto damals von der Bank gesperrt werden musste, sobald ein Pf√§ndungsbeschluss einging und Sie in dem Fall nicht mehr √ľber das Geld verf√ľgen konnten, ist das heute anders. Als rechtliche Grundlage gilt ¬ß 850k ZPO.

Das Girokonto in ein P-Konto umwandeln

Bereits seit dem Jahr 2010 hat jeder B√ľrger ein Recht darauf, das normale Girokonto in ein Pf√§ndungsschutzkonto umzuwandeln. Dabei muss zum aktuellen Zeitpunkt nicht mal eine Pf√§ndung vorliegen. Viele Kontoinhaber handeln also rein pr√§ventiv, um sich f√ľr einen solchen Fall abzusichern. Wenn Sie jedoch kein Girokonto haben, muss die Bank auch rein rechtlich kein solches Konto er√∂ffnen. Ansonsten erfolgt so eine Kontofreigabe innerhalb weniger Tage.

Wir raten Ihnen, in diesem Fall auf die sogenannte Selbstverpflichtungserkl√§rung hinzuweisen. Diese besagt, dass jedem B√ľrger zumindest ein Girokonto auf Guthabenbasis eingerichtet werden sollte. Hierbei handelt es sich um ein Konto, bei dem nur das Kontoguthaben genutzt werden kann. Es kann also nicht √ľberzogen werden. Ein Dispokredit ist also nicht vorhanden. Leider wird auch heute die Selbstverpflichtungserkl√§rung nicht zwingend von jeder Bank ernst genommen wird. Wenn Sie also eine Kontopf√§ndung bef√ľrchten, ist es immer zu empfehlen, bei einer kundenfreundlichen Bank ein Girokonto zu er√∂ffnen und dieses in ein P-Konto umwandeln zu lassen. Ein solcher Pf√§ndungsschutz ist also nie verkehrt.

Sie m√ľssen die Umwandlung jedoch nicht sofort vornehmen. Sobald eine Pf√§ndung eingeht, haben Sie vier Wochen Zeit, das Girokonto in ein Pf√§ndungsschutzkonto umzuwandeln. Sp√§testens zu Beginn des vierten Gesch√§ftstages wird das Girokonto dann umgewandelt. Wenn Sie jedoch die Umwandlung vers√§umen, so wird das Geld von der Bank an den Gl√§ubiger ausgezahlt. Bei bereits vielen bestehenden Schulden kann Ihnen auch eine Schuldnerberatungsstelle weiterhelfen und einen Plan ausarbeiten, wie Sie diese mit Hilfe Ihres Einkommens abbezahlen k√∂nnen. Berater sind also darauf geschult, verschuldete Personen optimal zu beraten. Ruhen Sie sich also nie auf einem Pf√§ndungsschutz aus.

P-Konto f√ľr jede nat√ľrliche Person

Die Nutzung eines Pf√§ndungsschutzkontos steht jeder nat√ľrlichen Person zu.¬† Das bedeutet auch, dass sowohl normale Arbeitnehmer als auch Arbeitslose, Hartz-4 Empf√§nger, Studenten, Gewerbetreibende und auch Freiberufler gleich gesehen werden. Hier gibt es also keinen Unterschied und jeder hat das gleiche Recht auf die Umwandlung des Girokontos. Allerdings d√ľrfen Sie nur ein P-Konto besitzen, was Sie auch gegen√ľber der Bank versichern m√ľssen.

Bitte beachten Sie auch, dass das Konto der SCHUFA gemeldet wird. Wenn ein Gläubiger nun den Verdacht hat, dass Sie mehrere solcher Konten besitzen, kann dieser per Vollstreckungsgericht beantragen, dass alle Konten bis auf eines diese Wirkung verlieren. Das bedeutet auch, dass die Zahlungseingänge auf diesem Konto uneingeschränkt pfändbar sind. Das sollten Sie auf keinen Fall auf die Leichte Schulter nehmen, denn so riskieren Sie den strafrechtlichen Vorwurf der Vereitlung der Zwangsvollstreckung (§ 288 StGB).

Ein gemeinschaftliches Konto ist also auf keinen Fall zu nutzen. Der Grundfreibetrag z√§hlt also immer nur f√ľr eine Person.

Kein Vollstreckungsschutz beantragen

Vor einigen Jahren wurde vom Schuldner bei einem Gericht der Vollstreckungsschutz beantragt. Das m√ľssen Sie mittlerweile zum Gl√ľck nicht mehr tun. Diesen Vollstreckungsschutz bekommen Sie direkt und automatisch mit der Umwandlung Ihres Kontos in ein Pf√§ndungsschutzkonto. Aus diesem Grund gibt es auch keine Probleme, das Konto in einem solchen Fall dem Gerichtsvollzieher zu offenbaren.¬† An das darauf befindliche Geld, zumindest innerhalb der Grenze vom Pf√§ndungsfreibetrag, kommt er nicht dran. Dem Gl√§ubiger wird der Zugriff auf das Konto also verwehrt. Die Vollstreckungsstelle selbst hat damit also nichts zu tun. Au√üerdem √§ndert sich das auch nicht mehr. Sie m√ľssen also das P-Konto nicht jeden Kalendermonat oder kurz vor Monatsende neu beantragen.

Schutz des Guthabens

Mit einem P-Konto wird jedoch nicht das komplette Geld gesch√ľtzt. Das bedeutet, dass Sie das Konto nicht dazu nutzen k√∂nnen, um hier viel Geld anzusparen. Der Schutz besteht immer nur f√ľr einen gewissen Betrag, den sogenannten monatlichen Freibetrag. Dieser kann der gesetzlichen Pf√§ndungstabelle entnommen werden. Der Pf√§ndungsfreibetrag wird dabei individuell angepasst. So spielt es zum Beispiel eine Rolle, ob Sie als Kontoinhaber Kinder haben oder nicht. Bestimmt wird der Betrag gem√§√ü ¬ß 850c ZPO. Es lohnt aber, immer mal wieder einen Blick in die Pf√§ndungstabelle zu werfen. Im Jahr 2020 liegt der Pf√§ndungsfreibetrag f√ľr eine einzelne Person bei 1.1799,99 Euro. Der Betrag selbst wird alle 2 Jahre angepasst. Ein Arbeitseinkommen, was unterhalb dieses Betrags liegt, gilt also als unpf√§ndbar. Wenn Sie jetzt jedoch Unterhaltsverpflichtungen haben, so erh√∂ht sich der Betrag. Menschen, die an einem solchen Existenzminimum leben, sollen damit gesch√ľtzt werden.

Sie k√∂nnen mit einem solchen Kontopf√§ndungsschutz also auch weiterhin Geld abheben, Ihren Unterhaltspflichten f√ľr Unterhaltsberechtigte nachgehen und brauchen dabei keine Angst haben, dass Ihr komplettes Gehalt gepf√§ndet wird.

Gut zu wissen: Wenn Sie den Freibetrag nicht komplett ausgesch√∂pft haben, wird dieser Ihnen im Folgemonat nichts zus√§tzlich gutgeschrieben. Die Pf√§ndungsfreigrenze z√§hlt also jeden Monat neu. Das bedeutet, wenn Sie aus dem alten Vormonat noch Geld √ľbrig h√§tten, z√§hlt dieses Geld leider nicht. Hier bringt es Ihnen also leider nichts, das Geld auf dem Girokonto bzw. dem Basiskonto anzusparen. Nutzen Sie es lieber, um wirklich alle Dauerauftr√§ge auszuf√ľhren und Schulden zu tilgen. Ist es aber aufgebraucht, ist das Konto dementsprechend ‚Äěleer‚Äú. Umso schneller sind Sie jedoch auch wieder komplett schuldenfrei.

Welche Freibeträge sind relevant?

Wie bereits erw√§hnt, erh√∂ht dich der Freibetrag bei Schuldner, welche unterhaltspflichtig sind. Dabei steigt die Grenze bei jedem Kind an. Allerdings m√ľssen Sie die Unterhaltsverpflichtungen auch nachweisen k√∂nnen. Wenn Kindergeld bezogen wird, muss der Nachweis der Familienkasse vorliegen und bei Menschen, die eine Grundsicherung bekommen, ist nun der Nachweis von dem Jobcenter bzw. dem Sozialleistungstr√§ger wichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nun das Vollstreckungsgericht bzw. Vollstreckungsstelle f√ľr den Schuldner h√∂here Freibetr√§ge bestimmen. Das ist zum Beispiel dann m√∂glich, wenn aufgrund beruflicher Umst√§nde mehr Ausgaben zu t√§tigen sind.

P-Konto ‚Äď nicht teurere

Normalerweise erhebt jede Bank f√ľr die F√ľhrung von einem Konto, egal ob Basiskonto, Gemeinschaftskonto, Girokonto oder andere Kontoarten, eine Kontof√ľhrungsgeb√ľhr. Bei Pf√§ndungsschutzkonten darf die Kontof√ľhrungsgeb√ľhr jedoch nicht einfach erh√∂ht werden. Hierbei handelt es sich um ein normales Girokonto, welches keinerlei Sonderleistungen in Form von Mehraufwand ben√∂tigt. So erf√ľllt die Bank nun ausschlie√ülich eine gesetzliche Verpflichtung. Des Weiteren darf die Bank auch nicht die bereits genehmigten Dispokredite oder Kreditkarten einfach so sperren. Das ist wiederum nur innerhalb der K√ľndigungsfrist m√∂glich, da der Kunde laut BGH XI ZR 260/12 ansonsten unangemessen benachteiligt werden w√ľrde.

Was ist ein P-Konto ‚Äď unser Fazit

Wenn ein sogenannter √úberweisungsbeschluss bzw. Pf√§ndungsbeschluss vorhanden ist, war das fr√ľher schnell ein echtes Problem. Denn in diesem Fall wurde das Girokonto der betroffenen Person f√ľr den Kontoinhaber gesperrt. Er hatte also keinen Zugriff mehr auf die Kontof√ľhrung und konnte auch nach dem Geldeingang kein Geld abheben und keinerlei √úberweisungen t√§tigen. Das bedeutet auch, dass nicht mal Miete, Gas du Strom beglichen werden konnten. Strom beglichen werden konnten. Sie k√∂nnen zwar weiterhin Kontoausz√ľge einsehen und sich ins Onlinebanking einloggen, mehr war jedoch nicht m√∂glich. Sollten Sie also unter Umst√§nden in eine solche Situation kommen, sollten Sie auf jeden Fall daf√ľr sorgen, dass ihr aktuelles Girokonto in ein P-Konto umgewandelt wird und sich somit einen Freibetrag sichern.

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