Der Schuldenberg wächst und die Inkassounternehmen klopfen schon an Ihre Tür? In vielen Fällen kann eine Schuldnerberatung Ihnen helfen, die Schuldenlast nach und nach abzubauen und die pfändbaren Dinge aus Ihrem Eigentum zu schützen. Dafür ist es jedoch wichtig, dass Sie eine seriöse Schuldenberatung finden.

Schuldenberatung – vom ersten Termin zur Schuldenfreiheit

Die Vor- und Nachteile von Schuldnerberatungsstellen

Der Sozialdienst oder auch kommunale Schuldenberatungen sin in der Regel darauf bedacht, überschuldeten Hilfesuchenden Unterstützung zu bieten und die Schuldenregulierung in Angriff zu nehmen. Allerdings gibt es hier einige Probleme:

  • Überlastung: Diese Schuldnerberatungsstellen sind stark überlastet. Hier kann es sein, dass Sie sehr lange auf einen Termin warten müssen.
  • Sichtweise: Erfahrungen zeigen, dass die Berater von Vereinen oder auch kommunal geführten Schuldenberatungen eine Umschuldung nicht in Betracht ziehen. Stattdessen wird versucht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen und wenn dies nicht funktioniert, dem Ratsuchenden eine Insolvenz nahezulegen.

Diese Form der Schuldenberatung sollte daher möglichst frühzeitig in Anspruch genommen werden.

Eine Alternative ist eine kostenpflichtige Schuldnerberatung. Unseriöse Anbieter möchten schon vor dem ersten Gespräch eine Zahlung. Seriöse Schuldnerberatungsstellen gehen mit Ihnen in ein erstes Gespräch und verschaffen sich einen Überblick. Anschließend machen Sie Ihnen ein Angebot und geben Hinweise dazu, wie die Schuldenlast reduziert werde kann.

Hier finden Sie eine Statistik zur Schuldenhöhe in Deutschland nach Altersgruppen:

Schuldenhöhe in Deutschland

Eidesstattliche Versicherung und Insolvenz – wie sie durch eine Schuldenberatung vermieden werden kann

Wenn ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird, muss nachgewiesen werden, dass außergerichtliche Einigungsversuche gescheitert sind. Ein guter Schuldenberater wird alles versuchen, um die Insolvenz und die eidesstattliche Versicherung zu vermeiden.

Hier wird eine Umschuldung in Betracht gezogen. Diese kann teilweise eine effektive Schuldenhilfe sein, wenn sie besonders lang gestreckt wird. Auch straffe Verhandlungen mit den Gläubigern gehören dazu. Ein guter Schuldenberater wird am Ball bleiben und jeden Weg versuchen.

So erkennen Sie eine seriöse Schuldnerberatung

Es gibt einige Merkmale, die einen Hinweis darauf geben, ob es sich um eine seriöse Schuldenberatung handelt:

  • Ein seriöser Schuldnerberater stellt für Sie den Nachweis über den außergerichtlichen Einigungsversuch aus. Hierfür ist kein Anwalt notwendig.
  • Sie fühlen sich nicht unter Druck gesetzt, einen Vertrag für die Beratung zu unterschreiben.
  • Ihre Unterlagen werden Ihnen wieder komplett mitgegeben und verbleiben nicht bei der Beratung.
  • Seriöse Anbieter kommen nicht zu Ihnen nach Hause, sondern haben ein Büro, in dem Sie empfangen werden.
  • Es wird keine Insolvenzberatung durchgeführt, allerdings sollte der Schuldnerberater die Insolvenz als Möglichkeit aufzeigen.
  • Handelt es sich um eine anerkannte Schuldnerberatung, liegt eine Qualifikation nach § 305 InsO vor. Bei einem Verein oder einer staatlichen Stelle ist dies nicht notwendig.
  • Die möglichen Kosten werden transparent und nachvollziehbar direkt beim ersten Gespräch dargestellt.
  • Die Leistungen werden ebenfalls transparent dargestellt und in einem Vertrag festgehalten. Darin sollte auch der Bereinigungsversuch nach §§ 305 ff InsO vermerkt sein.

So ist der Verlauf einer Schuldnerberatung

Um ein Gespräch bei einer Schuldnerberatung zu erhalten, benötigen Sie einen Termin. Gehen Sie auf die Suche nach einem seriösen Anbieter in Ihrer Nähe und fragen Sie hier nach, wie es mit Terminen aussieht. Es kann sein, dass Sie einige Wochen warten müssen. Sollte es besonders dringend sein, können Sie dies erwähnen. Gerade in einem bereits laufenden Verfahren rund um die Pfändung ist dies ein wichtiger Aspekt. Hier sollten Sie auch mehr zur Pfändungstabelle erfahren.

Während der Wartezeit ist es wichtig, bereits alle Unterlagen zusammenzustellen. Verschaffen Sie sich hier auch selbst einen Überblick und ordnen Sie jeden Schuldenvorgang. Achten Sie darauf, dass kein Schriftstück fehlt. Je detaillierter alle Informationen vorliegen, umso schneller kann Ihnen geholfen werden.

Bereiten Sie auch bereits einen Haushaltsplan vor. Bei einer Schuldenberatungsstelle wird genau dieser Haushaltsplan ebenfalls in Angriff genommen. Vermerken Sie hier die monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Schreiben Sie zudem auf, wie hoch die noch offenen Kredite sind und welche Raten offen sind oder sogar nicht gezahlt werden konnten.

Hinweis: Wenden Sie sich bereits jetzt an Ihre Gläubiger und teilen Sie diesen mit, dass Sie mit einem Schuldnerberater in Kontakt stehen, der Sie dabei unterstützen wird, Ihre Überschuldung in Angriff zu nehmen.

Die Empfehlung für ein Guthaben-Konto

Ebenfalls empfehlenswert ist es, bereits ein Guthaben-Konto zu eröffnen. Wenn Sie einmal in der Schuldenfalle stecken, kann es zu einer Kontopfändung kommen. Natürlich gibt es Pfändungsfreigrenzen. Sind diese jedoch überschritten, erfolgt eine Pfändung. Diese kann zu einer Kündigung des Girokontos führen. Um dies zu vermeiden, können Sie mit einem Jedermann Konto arbeiten. Dadurch können Sie weiterhin den regelmäßigen Zahlungen nachkommen.

So läuft der erste Termin ab

Sie haben über den Wohlfahrtsverband oder auch über einen anderen Bereich eine Schuldnerberatungsstelle gefunden und der erste Termin steht an. Bedenken Sie, dass die Mitarbeiter regelmäßig mit Schuldenproblemen in Verbindung kommen. Notlagen sind ihnen bekannt und Sie können nur dann Hilfe bekommen, wenn Sie die gesamte Überschuldung offenlegen.

Nehmen Sie zum ersten Termin die vorbereiteten Unterlagen mit. Dazu gehören Rechnungen und Mahnungen, bestehende Pfändungsbeschlüsse sowie eine Übersicht aller Schulden, den Haushaltsplan sowie Ihre Lohnbescheinigungen.

Beim ersten Gespräch kommt es darauf an, dass der Berater eine optimale Übersicht der Situation bekommt. Er wird nun prüfen, ob die Forderungen rechtens sind, wo ein schneller Handlungsbedarf besteht und wie Sie nun weiter vorgehen sollten.

Wichtig: Alles, was Sie hier besprechen, sind vertrauliche Informationen, die nicht weitergegeben werden dürfen. Achten Sie darauf, dass Sie dem Schuldnerberater vertrauen. Haben Sie kein gutes Gefühl, können Sie sich auch eine andere Schuldenberatung suchen.

Die einzelnen Schritte im Gespräch in der Übersicht

Normalerweise wird in den Schuldnerberatungen nach dem folgenden Schema vorgegangen:

  1. Vorstellung: Der Schuldnerberater wird sich Ihnen vorstellen und fragen, wie Ihre aktuelle Situation ist.
  2. Unterlagen: Anschließend wird er die Unterlagen durchgehen und Nachfragen stellen sowie Prüfungen durchführen.
  3. Zusammenfassung: Am Ende gibt es eine Zusammenfassung zum gesamten Eindruck des Schuldnerberaters. Er wird fragen, ob Sie einen neuen Termin möchten, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Im nächsten Termin geht es darum, die Einnahmen und Ausgaben zu prüfen und zu schauen, wo Sie noch sparen können und wie hoch der Betrag ist, mit dem Sie tilgen können. Zudem erfahren Sie mehr darüber, wie Sie sich gegenüber dem Gerichtsvollzieher verhalten sollten.

Der Weg durch die Privatinsolvenz

Stellt der Schuldnerberater fest, dass sich Ihre Notlage nicht mit einem Vergleich oder einer außergerichtlichen Einigung in den Griff zu bekommen ist, wird er Ihnen zu einer Privatinsolvenz raten. Die Verbraucherinsolvenz sollte immer der letzte Weg aus der Schuldenfalle sein. Das Verbraucherinsolvenzverfahren basiert auf der Insolvenzordnung und dauert sechs Jahre. Auch eine Wohlverhaltensperiode muss überstanden werden. Den Abschluss stellt die Restschuldbefreiung dar.

Im Fokus steht jedoch der Einigungsversuch mit den Gläubigern. Versuchen Sie, die Regelinsolvenz zu umgehen.

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