Umschuldung eines Ratenkredits

Umschuldung eines Ratenkredits

Die Umschuldung eines Ratenkredits verfolgt fast immer das Ziel, dem Kreditnehmer die Tilgung durch eine niedrigere Ratenzahlung zu erleichtern. In der Regel wird sie aufgrund von Schwierigkeiten angestrebt, die durch veränderte finanzielle Verhältnisse ausgelöst wurden. Ein weiteres Motiv kann sein, dass durch eine Umschuldung des Ratenkredits ganz erheblich Zinsen gespart werden. Auch eine Verknüpfung beider Motive ist möglich, aber nicht immer realistisch.

Grundsätzliches zur Umschuldung eines Ratenkredits

Grundsätzlich muss den Interessenten, die einen Ratenkredit umschulden möchten, der Mechanismus der Zinskosten bekannt sein:

  • Bei gleichem effektiven Jahreszins steigen die Zinskosten mit der Laufzeit.

Das ist einleuchtend, weil jeweils die noch ausstehende Restsumme verzinst wird. Hierzu ein winziges Rechenbeispiel:

  • Ein Kredit von 10.000 Euro wird bei 6,50 % effektivem Jahreszins über drei Jahre getilgt. Die Zinskosten betragen 1.033,64 Euro, die Monatsrate beläuft sich auf 306,49 Euro.
  • Derselbe Kredit wird bei selbem Zinssatz über sechs Jahre getilgt. Die Zinskosten betragen nun 2.103,15 Euro, die Monatsrate liegt hingegen nur noch bei 168,10 Euro.

Das bedeutet: Die Umschuldung eines Ratenkredits wegen einer niedrigeren Monatsrate, die bei gleichem Zinssatz nur durch eine längere Tilgungsfrist zu erreichen ist, wird immer teuer. Sie kostet bei doppelter Laufzeit etwas mehr als das Doppelte, was an der Zinsmathematik und dem Verlauf der Annuität liegt, gleichzeitig sinkt die Rate bei doppelter Laufzeit leider nicht ganz auf die Hälfte. Daran ist nichts zu ändern, es sei denn, der Kreditnehmer hat großes Glück und findet ein neues Darlehen zu einem sehr viel günstigeren Zinssatz. Dieses Szenario ist bei gesunkenen Marktzinsen gar nicht einmal so abwegig. Im Jahr 2014 vermerken wir am deutschen Markt ein absolutes Zinstief: Es könnte ein günstiger Zeitpunkt für die Umschuldung von Ratenkrediten sein.

Umschuldung eines Ratenkredits: Rechenbeispiele

Wir wollen einige vorteilhafte Szenarien für den Kreditnehmer untersuchen und gehen grundsätzlich von einem noch zu tilgenden Restkredit von 10.000 Euro aus. Die Umschuldung des Ratenkredits soll so preiswert wie möglich vorgenommen werden.

  • Der Kreditnehmer will seine Monatsrate auf weniger als 200 Euro senken. Er findet für seine Umschuldung einen neuen Ratenkredit zu einem Zinssatz von 4,5 % und ist bereit, weitere fünf Jahre zu tilgen. Die Monatsrate beträgt nun 186,43 Euro, sein Zinsaufwand liegt jedoch bei 1.185,81 Euro.
  • Um die Zinslast weiter zu kürzen, ist der Kreditnehmer bereit, nur weitere vier Jahre zum Zinssatz von 4,5 % zu tilgen. Nun beträgt die Monatsrate 228 Euro, die Zinslast ist aber auf 945,67 Euro gesunken. Der Kreditnehmer hat durch die Umschuldung des Ratenkredit zwei Ziele erreicht: Er zahlt nun eine niedrigere Monatsrate als vorher und gleichzeitig insgesamt weniger Zinsen, weil er den neuen, zinsgünstigeren Umschuldungskredit gefunden hat.

Diese Rechenbeispiele ließen sich beliebig fortführen. Leider rechnen viele Menschen vor einer Umschuldung des bestehenden Ratenkredites überhaupt nicht. Sie möchten nur um jeden Preis (im wahrsten Sinne des Wortes) ihre Monatsrate senken. Am deutlichsten wird das bei Personen, die dauerhaft zu exorbitant hohen Zinsen ihren Dispokredit beanspruchen, ohne jemals umzuschulden. Mit den Jahren sammeln sich hier ganz beträchtliche Summen an – verschenktes Geld, wie aus einem einfachen Online-Vergleich zur Umschuldung eines Ratenkredits hervorgeht.

Voraussetzungen für die Umschuldung eines Ratenkredits

Um einen Ratenkredit umzuschulden, gibt es zwei Wege:

  • Verhandlungen mit dem alten Kreditgeber
  • Auffinden eines neuen Kreditgebers

Wenn kein günstiger neuer Kreditgeber zu finden ist, etwa weil der Kreditnehmer schon mit einem negativen Schufa-Eintrag belastet ist, sind die Verhandlungen mit dem alten Kreditgeber ratsam. Sie haben den Vorteil, dass sie schnell gehen können und keinesfalls keine Vorfälligkeitsentschädigung entsteht. Der alte Kreditgeber streckt nur die Tilgungsdauer. Der große Nachteil besteht darin, dass der alte Kreditgeber kaum für die Form der Umschuldung eines Ratenkredits die Zinsen senkt – warum sollte er das tun? Diese Variante wird also auf jeden Fall teurer, wie aus unserem ersten Rechenbeispiel ganz oben hervorgeht. Ein neuer Kreditgeber hingegen könnte unter günstigen Marktbedingungen, wie wir sie im Herbst 2014 vorfinden, einen sehr viel günstigeren Ratenkredit für die Umschuldung anbieten. Der Preisvorteil entfaltet sich aber nur dann in Gänze, wenn der alte Kreditgeber keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt. Diese dürfte, selbst wenn sie fällig würde, bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr nur maximal ein Prozent der noch ausstehenden Restsumme, bei weniger als einem Jahr Restlaufzeit sogar nur 0,5 % betragen. Doch Kreditnehmern, die die Umschuldung eines Ratenkredits anstreben, sei ein Blick ins Kleingedruckte geraten: In den meisten Fällen haben sie Glück. Schon seit etwa 2010 verlangt kaum noch eine Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn ein kleinerer Ratenkredit umgeschuldet werden soll. Der Kreditnehmer kann ihn meistens jederzeit und entschädigungsfrei vorfristig tilgen. Das betrifft allerdings nicht alle Kfz-Darlehen und erst recht keine Hypothekenkredite!

Umschuldung des Ratenkredits ohne Schufa

Auch schufafrei lässt sich ein Ratenkredit umschulden, doch von Ersparnissen kann dabei meistens keine Rede sein. Die seriösen Finanzvermittler verlangen kaum unter fünf Prozent Zinsen, in der Regel etwas mehr. Wenn dann auch noch die Tilgungsfrist gestreckt werden soll, um auf eine niedrigere Monatsrate zu kommen, müssen die Kosten zwangsläufig steigen, wie oben schon dargestellt wurde. Dennoch hat auch dieses Verfahren wie jede Umschuldung eines Ratenkredit viele Vorteile:

  • Entlastung von Mahnungen und Vollstreckungsversuchen
  • niedrigere Monatsrate
  • eventuelle Möglichkeit weiterer Finanzierungen
  • Vermeiden der Verbraucherinsolvenz
  • Vermeiden des teuren Stopfens von Finanzlöchern, etwa über den Dispo oder oft dubiose kurzfristige, höchst verzinste Angebote

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