Eine Privatinsolvenz beschreibt die Zahlungsunfähigkeit einer natürlichen oder juristischen Person. Dabei ist unter dem Begriff „natürliche Person“ eine lebende Person gemeint, welche auch für sich selbst einstehen muss. Bei einer juristischen Person handelt es sich um ein Unternehmen mit einer eigenen Rechtsfähigkeit. So können natürliche Personen vor Gericht selbst klagen, während die juristische Person durch einen Vertreter vertreten wird, welche natürlich innerhalb des Unternehmens dazu berechtigt sein muss. Der Fokus einer solchen Insolvenz besteht darin, dass der Schuldner schlussendlich wieder schuldenfrei und wirtschaftsfähig ist. Den Unterschied zwischen Privatinsolvenz und Regelinsolvenz werden Sie in diesem Artikel kennenlernen.

Die Privatinsolvenz in der Vorstellung

Die Privatinsolvenz, auch unter dem Namen Verbraucherinsolvenz bekannt, kann von natürlichen Personen beantragt werden. Dabei dürfen diese nicht selbstständig tätig sein. Zum Personenkreis gehören also Arbeitnehmer und Erwerbslose. Selbstständige können die Privatinsolvenz nur unter besonderen Umständen beantragen. Es müssen mindestens 20 Gläubiger vorhanden sein, wobei die Forderungen nicht von Arbeitnehmern stammen dürfen. Außerdem muss die Selbstständigkeit beendet werden. Bei der Verbraucherinsolvenz handelt es sich um ein recht einfaches Insolvenzverfahren.

Bevor eine Privatinsolvenz beim Insolvenzgericht beantragt werden kann, müssen Schuldner noch einige Schritte erfüllten. So werden im ersten Schritt alle Gläubiger kontaktiert. Hier muss versucht werden, sich außergerichtlich zu einigen. Mit Hilfe von einem Treuhänder wird zusätzlich versucht, ein Schuldenbereinigungsplan aufzustellen. Wenn ein Gläubiger nicht damit einverstanden ist, so gilt der Einigungsversuch als gescheitert.

Nun folgt ein zweiter Schritt. Bei diesem erfolgt der Antrag auf Privatinsolvenz und auf Restschuldbefreiung. Dabei muss der Betroffene nun bis zum Ende der Wohlverhaltensphase das verwertbare Vermögen an en Treuhänder abgeben, der dieses nun an die Gläubiger verteilt. Wichtig für Gläubiger ist es jedoch, dass dieser seine Forderungen anmeldet, da er ansonsten keine Ansprüche mehr darauf hat.

Nach einem festgesetzten Schlusstermin beginnt nun die Wohlverhaltensphase, welche eine Dauer von 6 Jahren hat. Diese kann unter bestimmten Voraussetzungen jedoch auf fünf oder sogar drei Jahre verkürzt werden. Wer es innerhalb von drei Jahren schafft, 35 Prozent der Schulden bei den Gläubigern zu tilgen und die Verfahrenskosten übernimmt, kann die verkürzte Insolvenz beantragen, welche nun bei den genannten drei Jahren liegt. Am Ende steht nun die Restschuldbefreiung. Die SCHUFA Einträge bleiben allerdings drei weitere Jahre bestehen.

Eine Privatinsolvenz kann vom Schuldner selbst beantragt werden, wobei auch der Gläubiger die Möglichkeit dazu hat.

Die Regelinsolvenz in der Vorstellung

Die Regelinsolvenz kann ebenfalls sowohl vom Schuldner als auch von einem Gläubiger beantragt werden. Diese erfolgt zum Beispiel bei Selbstständigen, welche mehr als 19 Gläubiger haben oder aber auch bei Selbstständigen, bei denen Arbeitnehmer noch offene Forderungen haben. Des Weiteren gehören die Forderungen vom Finanzamt gehören dazu. Juristische Personen müssen dabei immer die Regelinsolvenz durchlaufen.

Das Regelinsolvenzverfahren ist allerdings wesentlich komplizierter. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auf jeden Fall einen fachlichen Berater zu organisieren. Der Antrag auf die Regelinsolvenz erfolgt direkt beim Gereicht, wobei ein Einigungsversuch mit den Gläubigern nicht vorgeschrieben ist. Während dem Regelinsolvenzverfahren wird auch geschaut, ob es Sanierungsmöglichkeiten gibt oder ob das Unternehmen in irgendeiner Form weitergeführt werden kann.

Alle Vermögenswerte werden aber zur Schuldenbereinigung genutzt. Handelt es sich allerdings um Vermögenswerte, welche wichtig sind, um das Unternehmen weiterzuführen, bleiben auch dem Unternehmen erhalten. Handelt es sich um ein Einzelunternehmen, so ist auch die Regelinsolvenz eher unkompliziert.

Handelt es sich allerdings um juristische Personen, so kann ein solches Verfahren enorme Ausmaße annehmen. Vor allem auch dann, wenn das betroffene Unternehmen aus mehreren kleinen Unternehmen besteht. Dabei müssen während des Insolvenzverfahrens alle geschäftlichen Entscheidungen immer mit dem Treuhänder abgesprochen werden. So darf der Treuhänder, während das Insolvenzverfahren läuft, alle geschäftlichen Vorgänge stoppen, ausbremsen oder sogar komplett verbieten sowie auch anordnen. Nur dann, wenn das Unternehmen durch den Treuhänder wieder freigegeben wurde, dürfen die geschäftlichen Entscheidungen auch wieder ohne die Zustimmung des Treuhänders vorgenommen werden.