Privatinsolvenz: Eigentumswohnung

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Privatinsolvenz: Eigentumswohnung

Besitzer einer Eigentumswohnung, die in der unglücklichen Situation sind, Insolvenz anmelden zu müssen, machen sich natürlich Sorgen um ihr Wohneigentum. Jeder Verbraucher weiß, dass im Fall einer Privatinsolvenz sämtliche Vermögenswerte durch den Treuhänder zur Verwertung herangezogen werden. Alles, was zu Geld gemacht werden kann, um die Gläubiger zu befrieden, wird von daher auch zu Geld gemacht.

Übertragen Sie die Immobilie nicht

Es ist verständlich, dass ein jeder Schuldner versucht, sein Wohneigentum zu retten. Bevor eine Insolvenz beantragt wird, denken Schuldner in der Regel schon im Vorfeld lange darüber nach. Die Übertragung der Immobilie auf die unverschuldete Ehefrau, die Mutter oder das eigene Kind erscheint manchem Besitzer einer Eigentumswohnung wie ein Rettungsanker. Dieser Schuss kann aber nach hinten losgehen! Übertragenes Wohneigentum muss man im Rahmen des Insolvenzverfahrens rechtfertigen. Wenn Sie Ihre Eigentumswohnung kurz vor der Insolvenz noch schnell an Ihr leibliches Kind übertragen haben, kann es passieren, dass der Insolvenzverwalter diese wieder in die Vermögensmasse zurückholt. Die Übertragung kann rückwirkend ungültig werden.

Abgezahlte Eigentumswohnungen werden verwertet

Wohnraum ist teuer und aus diesem Grund wird bei Besitzern einer Eigentumswohnung immer genau geprüft, wie sich die Schulden zusammensetzen. Natürlich wird dann auch geprüft, ob die Wohnung tatsächlich als Vermögen gewertet werden kann. In diesem Fall wird sie natürlich verkauft. Als Vermögenswert wird eine Eigentumswohnung immer dann angesehen, wenn keine oder nur noch geringe Schulden auf ihr lasten. Im Klartext heißt das: Eine bereits abgezahlte oder fast abgezahlte Eigentumswohnung wird definitiv verwertet. Durch die Verwertung können Gläubiger befriedigt werden. Vielleicht bleiben dann am Ende überhaupt keine Schulden mehr übrig.

Verbindlichkeiten müssen angerechnet werden

Eine Eigentumswohnung, auf der noch hohe Verbindlichkeiten lasten, wird in der Regel nicht verwertet. Wenn Sie monatliche Raten in Höhe einer ortsüblichen Miete zahlen, kann es durchaus sein, dass der Treuhänder Kosten und Nutzen abwägt. Sie müssten auch Miete zahlen, wenn Sie die Wohnung verlieren und in eine Mietwohnung umziehen würden. In solchen Fällen wird man Ihnen die Wohnung lassen.

Rechnen Sie aber damit, dass Sie einen Teil der Eigentumswohnung „herauskaufen“ müssen. Hat Ihre Wohnung beispielsweise einen Wert von 120 000 Euro und lasten noch Verbindlichkeiten in Höhe von 100 000 Euro darauf, dann haben Sie hier einen Vermögenswert in Höhe von 20 000 Euro. Diesen Vermögenswert wird der Treuhänder zur Befriedigung der Gläubiger haben wollen. Sie kaufen mit dieser Zahlung die Eigentumswohnung aus der Verwertungsmasse heraus. Liegen nur noch geringe Verbindlichkeiten auf der Eigentumswohnung, müssen Sie damit rechnen, dass der Treuhänder die Wohnung verwerten wird.

Die Sicherungsgläubiger sind häufig das Problem

Unter Sicherungsgläubigern versteht man die Institutionen, die Ihnen Kredite erteilt haben und dafür das Sicherungsrecht im Grundbuch haben eintragen lassen. Diese können weiterhin vollstecken, auch wenn Sie eine Privatinsolvenz eröffnen. Grundsätzlich sollten Sie rechtzeitig das Gespräch mit dem Kreditinstitut suchen, das mit im Grundbuch eingetragen ist. Solange Ihre Zahlungen immer regelmäßig erfolgt sind, wird es kaum Schwierigkeiten geben. Die gibt es auch nicht, wenn Ihr monatlicher Betrag zur Abtragung die Höhe einer normalen, ortsüblichen Miete hat. Schwierig wird es aber, wenn Sie einen so hohen Abzahlungsbetrag vereinbart haben, dass Sie diesen von Ihrem Pfändungsfreibetrag nicht mehr leisten können. Da werden Sie eventuell geschickt verhandeln müssen.

Treuhänder wägen Kosten und Nutzen ab

Sie als Schuldner haben keinen Einfluss darauf, wer vom Insolvenzgericht zu Ihrem Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder bestimmt wird. Sie sind aber gut damit beraten, dem vom Gericht bestellten Treuhänder gegenüber offen und aufrichtig zu begegnen. Arbeiten Sie aktiv mit, erledigen Sie die Anliegen des Treuhänders immer so schnell wie möglich, auf jeden Fall immer innerhalb der gesetzten Fristen. Die meisten Treuhänder sind Schuldnern gegenüber wohl gesonnen, wenn sie den Eindruck haben, dass diese daran interessiert sind, ihre Angelegenheiten so fair wie möglich zu regeln. Das ist eine bessere Verhandlungsbasis als wenn der Treuhänder das Gefühl hat, dass Sie nur noch schnell Ihre Schäfchen ins Trockene bringen möchten. Gerade wenn es um Wohneigentum geht, wird der Treuhänder abwägen, ob sich ein Verkauf der Immobilie lohnt. Wenn die Gläubiger davon nichts haben, weil die Immobilie noch zu hoch verschuldet ist, wird kein Treuhänder auf einer Verwertung bestehen.

By |2016-12-04T17:13:20+00:00Dezember 5th, 2014|Privatinsolvenz|0 Comments

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