Umschuldung für Selbstständige

Geld für Selbstständige durch eine Umschuldung

Die Umschuldung für Selbstständige gilt vollkommen zu Recht als eine komplizierte Kreditvergabe, denn aus Sicht der Bank fallen die Sicherungsmechanismen wie ein Gehalt, der Kündigungsschutz oder die unbefristete Anstellung weg. Schon, als Sie als selbstständiger Gewerbetreibender oder Freiberufler den gegenwärtigen Kredit aufgenommen haben, mussten Sie die entsprechenden Schwierigkeiten meistern. Da Selbstständige über ein schwankendes Einkommen verfügen, werden sie bei jeder Kreditvergabe benachteiligt. Das schlägt auch auf die Umschuldung für Selbstständige durch.

Umschuldung für Selbstständige: Hintergründe

Wie bei jeder Umschuldung gibt es auch bei derjenigen für Selbstständige verschiedene Hintergründe für das Vorhaben. Diese können sogar noch komplexer ausfallen als bei privaten Verbrauchern. Vom Grundsatz her und ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen sich folgende Motive für eine Umschuldung für Selbstständige ausmachen:

  • Reduzierung der Kreditrate wegen einer Überforderungs- oder gar Überschuldungssituation
  • Wunsch, im Zinstief günstig umzuschulden
  • Optimierung von Krediten in oder für eine Baufinanzierung
  • Umschuldung für Selbstständige in einen Förderkredit
  • Neustrukturierung des Unternehmens und/oder der Verbindlichkeiten

Diese Motive sind unterschiedlich zu bewerten, sie verursachen auch unterschiedliche Kosten. Wie bei jeder Umschuldung können auch Selbstständige dadurch Zinsen sparen oder müssen gegebenenfalls teuer umschulden. Im Folgenden sollen die einzelnen Varianten näher betrachtet werden.

Umschuldung für Selbstständige für die Reduzierung der Kreditrate

Die niedrigere Rate, die der Kreditnehmer wegen einer aktuellen Überforderung benötigt, ist auch bei der Umschuldung für Selbstständige das Hauptmotiv. Das Problem hierbei besteht darin, dass der Kreditnehmer einen anderen Kredit – vielleicht zu günstigeren Konditionen – nur schwer oder gar nicht erhält. Wenn Sie als Gewerbetreibender oder Freiberufler in dieser Lage sind, sollten Sie zuerst mit derjenigen Bank verhandeln, die Ihnen den gegenwärtigen Kredit gegeben hat. Das muss schnell passieren, wenn sich Schwierigkeiten andeuten, denn falls es aus irgendeiner Ecke einen negativen SCHUFA-Eintrag geben sollte, wird die Umschuldung für Selbstständige extrem schwer. Verhandeln Sie also mit der Bank. Sie wird keinesfalls günstigere Zinsen anbieten, auch wenn diese am Markt inzwischen gesunken sein sollten (aktuell im Herbst 2014 gibt es so ein Szenario). Bei einer Streckung der Tilgungsraten zahlen Sie also bei gleichem Zinssatz etwas drauf, doch das müssen Sie zugunsten einer signifikant verringerten Tilgungsrate in Kauf nehmen. Ein Rechenbeispiel könnte so aussehen:

  • Restkredit: 10.000 Euro zu 6,50 % bei einer Restlaufzeit von drei Jahren, Zinskosten 1.033,64 Euro, Monatsrate 306,49 Euro
  • Streckung der Laufzeit auf sechs Jahre bei gleichem Zinssatz, Zinskosten nunmehr 2.103,15 Euro, Monatsrate 168,10 Euro

Zinskosten sparen durch die Umschuldung für Selbstständige

Natürlich können Sie jederzeit versuchen, durch eine Umschuldung für Selbstständige Zinskosten zu sparen. Wie schon erwähnt ist das sehr schwierig, denn niemand möchte Ihnen gern zum laufenden Darlehen noch einen Kredit dazugeben. Sie müssten dem neuen Kreditgeber versichern (auch vertraglich zusichern), dass Sie umschulden werden. Vielleicht haben Sie Glück und können Ihren bestehenden Kredit von 10.000 Euro zu 4,5 % bei gleicher Laufzeit umschulden. Was bringt das ein?

  • bisheriger Restkredit bei 6,5 % Zinsen und drei Jahren Laufzeit: Zinskosten 1.033,64 Euro, Monatsrate 306,49 Euro
  • Umschuldungskredit: bei 4,5 % Zinsen und drei Jahren Laufzeit: Zinskosten 708,89 Euro, Monatsrate 297,47 Euro
  • Ersparnis: 324,75 Euro

Einige Selbstständige streben so eine Umschuldung an, weil sie Sparfüchse sind und naturgemäß auch bei ihren Krediten unternehmerisch denken. Die Ersparnisse lassen sich noch erweitern, wenn schneller getilgt wird.

Optimierung der Rate über die oder in der Baufinanzierung

Selbstständige erhalten ein Darlehen relativ unkompliziert, wenn es für einen Immobilienkauf oder die Baufinanzierung gedacht ist. Vor allem bei einer nicht zu geringen Anzahlung jenseits der 20 % (noch besser jenseits der 40 %) gibt es hier viel weniger Schwierigkeiten als bei Unternehmer- oder Verbraucherkrediten; nur das Kraftfahrzeug wird ähnlich vorteilhaft behandelt. Der Hintergrund findet sich in der jeweils sehr guten Besicherungsmöglichkeit von Immobilien- oder Kfz-Krediten. Wie kann nun eine Umschuldung für Selbstständige bei der Optimierung einer Immobilienrate helfen, wie kann gar die Immobilie dem Selbstständigen bei seinem Unternehmen helfen? Nun, so ein wenigstens teilweise abbezahltes Eigenheim ist ein Top-Unterpfand für alle Kreditvorhaben des Selbstständigen. Hierbei sollen zwei Szenarien unterschieden werden:

  • Umschuldung der Immobilienfinanzierung selbst zugunsten niedrigerer Raten und/oder niedrigerer Zinsen
  • Umschuldung für Selbstständige unter Zuhilfenahme der teilweise getilgten Hypothek

Das erste Szenario folgt dem Rechenbeispiel wie oben: Niedrigere Zinsen senken die Kosten bei gleicher Laufzeit; eine längere Laufzeit zu gleichen Zinsen erhöht die Kosten, senkt aber wenigstens die Monatsrate. Da Immobiliendarlehen immer nach dem Ende der Zinsbindungsfrist umgeschuldet werden müssen, wird der Selbstständige hier auf die günstigsten Konditionen für die Prolongation (Verlängerung des Darlehens) schauen. Doch schauen wir einmal den zweiten Fall an. Dieser stellt sich wie folgt dar:

Die Umschuldung beziehungsweise Prolongation nach dem Ende der ersten Zinsbindungsfrist – wir nehmen beispielhaft 15 Jahre an – steht kurz bevor. Zu diesem Zeitpunkt hat der Selbstständige für sein Eigenheim schon rund 10 % getilgt (viel mehr wird es nicht in den ersten Jahren aufgrund der Annuität), er hat außerdem am Anfang schon 25 % angezahlt. Jedoch waren auch Baunebenkosten von 8 % zu tragen, sodass das Eigenheim im Moment der fälligen Umschuldung zu 27 % lastenfrei ist. Gleichzeitig sind die Zinsen am Markt gesunken. Allein wegen dieser gesunkenen Zinsen erwartet der Selbstständige in Zukunft eine niedrigere Monatsrate. Auf diesen Vorteil verzichtet er zugunsten seiner Umschuldung für Selbstständige, denn er benötigt etwas Geld für sein Unternehmen. Er verlängert sogar nochmals leicht die Tilgungsfrist, die ansonsten in 15 Jahren ausgelaufen wäre. Der noch recht junge Selbstständige entschließt sich, bei einem Zinsvorteil von gegenwärtig 1,0 % (aufgrund gesunkener Hypothekenzinsen) die Laufzeit auf 20 Jahre zu verlängern und gleichzeitig von seiner bereits getilgten Hypothek noch einmal einen Teil rückwärts zu beleihen. Es handelt sich um eine noch ausstehende Restsumme von 150.000 Euro.

  • Aktuell hätte der Selbstständige hierfür bei vorherigen Zinsen von 3,0 % auf 15 Jahre eine Monatsrate von 1.035,87 Euro bei Zinskosten von 36.457,04 gezahlt.
  • Nun beleiht der Selbstständige das Haus rückwärts um 20.000 Euro und zahlt bei Zinsen von 2,0 % auf 20 Jahre im Monat nur 860 Euro bei ganz leicht gesunkenen Zinskosten von nunmehr 36.400 Euro, außerdem hat er 20.000 Euro in der Tasche. Einziger Nachteil: Das Haus ist nun weniger lastenfrei, er zahlt länger.
  • Der Kreditnehmer kann auch bei einer ähnlichen Monatsrate wie bisher bleiben, sagen wir 1.000 Euro. Unter den neuen Konditionen hat er immer noch 20.000 Euro in der Tasche, zahlt aber nur noch 16,67 Jahre und senkt die Zinskosten auf 30.053 Euro, hat also rund 6.400 Euro zusätzlich gespart und hängt lediglich an seine Tilgung reichlich anderthalb Jahre dran.

Dieses Spezialszenario müssen Sie sich als Selbstständiger und Eigenheimbesitzer gründlich durchrechnen. Zudem brauchen Sie einen kompetenten Partner bei der Bank.

Umschuldung für Selbstständige mit KfW-Förderung und Umstrukturierung

Es ist möglich, eine KfW-Förderung zu erhalten, jedoch ist die Ablösung von Altdarlehen ausdrücklich verboten. Sie können nur eines tun: Nehmen Sie die KfW-Förderung in Anspruch, investieren Sie mit dieser nachweislich in Ihr Unternehmen und verwenden sie dadurch frei werdende Mittel zur schnelleren Tilgung Ihrer Verpflichtungen. Das ist zwar aus Sicht der KfW durchschaubar, wird jedoch toleriert, denn es verstößt nicht gegen die Förderrichtlinien. In diesem Zuge können Sie auch eine Umschuldung für Selbstständige für die Umstrukturierung Ihrer Verbindlichkeiten verwenden. Lösen Sie alte und teure Kredite schneller ab, soweit dies ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist. Die Zinsersparnisse fallen vielfach enorm aus.

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