Umschuldung: Immobilienfinanzierung

Wenn man einen relativ alten Kredit zur Immobilienfinanzierung umschulden und einen neuen Kredit mit aktuell gültigen Zinsen abschließen kann, dann lässt sich dadurch jeden Monat eine beträchtliche Summe einsparen. Dieses Geld kann man dann entweder in zusätzliche die Tilgung investieren und damit die Schulden schneller abtragen oder man nutzt das Geld für andere Ausgaben.

Kündigung von Darlehen nach mehr als zehn Jahren Laufzeit

Ein Immobiliendarlehen kann nicht ohne Weiteres gekündigt werden. In jedem Fall ist dies möglich, wenn das Darlehen bereits seit zehn Jahren oder länger läuft. Doch auch dann, wenn die Laufzeit von zehn Jahren erreicht ist, muss die Kündigungsfrist unbedingt eingehalten werden. Die Bank darf dann keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen.

Kündigung von Darlehen zum Ende der Zinsbindungsfrist

Jedes Immobiliendarlehen hat eine Zinsbindungsfrist mit einer Laufzeit von fünf, zehn, 15 oder sogar noch mehr Jahren. Kündigt man das Darlehen zum Ende der Zinsbindunsgsfrist und schließt ein neues Darlehen zu günstigeren Konditionen ab, so ist das ohne Einschränkung möglich. Man sollte sich hierzu rechtzeitig mit seiner Bank über eine Anschlussfinanzierung unterhalten. Natürlich kann man auch Angebote anderer Banken einholen, sollte aber berücksichtigen, dass bei einem Wechsel der Bank zur Finanzierung der Immobilie Kosten für den Notar und neue Einträge ins Grundbuch anfallen.

Kündigung von Darlehen vor dem Ende der Zinsbbindungsfrist

Vorsicht ist geboten, wenn man ein Darlehen umschulden möchte, bei dem sich weder das Ende der Zinsbindungsfrist abzeichnet, noch die Laufzeit von zehn Jahren erreicht ist: In diesem Fall dürfen die Banken eine Entschädigung für entgehende Zinsen verlangen. Das sollte man bei seinen Berechnungen berücksichtigen. Mitunter ist es ratsam, die höheren Zinsen zunächst einmal lieber zu bezahlen, um sich im Gegenzug die Vorfälligkeitsentschädigung zu ersparen.

Geld sparen durch Forward-Darlehen

Endet die Zinsbindungsfrist des Immobiliendarlehens in drei Jahren oder früher, kann man sich diese Zinsen auch schon für die Zukunft sichern: Ein Forward-Darlehen schließt zeitlich an das aktuelle Darlehen an. Zwar verlangt die Bank für das Forward-Darlehen in der Regel einen Aufschlag auf den Zinssatz, dennoch kann man sich beim aktuell niedrigen Zinsniveau einen relativ niedrigen Zinssatz für die Zukunft sichern.

Zusammenfassend lässt sich demnach sagen, dass man seinen Geldbeutel schonen kann, indem man eine Umschuldung bei der Immobilienfinanzierung anstrebt. Hierzu gelten die folgenden einfachen Regeln:

  • Das aktuelle Darlehen läuft schon länger als zehn Jahre: Eine Umschuldung ist problemlos möglich; man muss nur auf die Kündigungsfrist achten.
  • Die Zinsbindungsfrist des aktuellen Darlehens läuft zeitlich aus: Eine Umschuldung ist problemlos möglich; am besten man spricht so früh wie möglich mit seiner Bank.
  • Das aktuelle Darlehen ist drei bis sieben Jahre alt: Hier ist Vorsicht geboten. Die Banken erheben bei einer vorzeitigen Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung, die den Zinsvorteil eines möglichen neuen Darlehens zunichte machen kann.
  • Das aktuelle Darlehen ist höchstens drei Jahre alt: Eine Umschuldung ist kaum sinnvoll. Zum einen waren die Zinsen beim Abschluss des Darlehens bereits recht niedrig, zum anderen fallen auch in diesem Fall Vorfälligkeitsentschädigungen an.
  • Das Darlehen ist sieben Jahre oder älter: Bei einer Zinsbindungsfrist von zehn Jahren sollte man keine Umschuldung vornehmen, sollte sich aber trotzdem die niedrigen Zinsen für die Zukunft sichern – mit einem Forward-Darlehen.

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