8 wichtige Fragen & Antworten zur Umschuldung

Was versteht man unter einer Umschuldung?

Jeder Kreditvertrag kann vorzeitig gekündigt werden, wobei dies allerdings häufig mit Kosten verbunden ist. Eine Kündigung ist dann sinnvoll, wenn unvorhergesehen liquide Mittel zur Verfügung stehen. Über eine Kündigung kann aber auch dann nachgedacht werden, wenn es vorteilhafter ist, mit neuen Kreditkonditionen zu arbeiten. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn das Zinsniveau deutlich abgesunken ist. Aber auch Fragen der Transparenz und der Verlängerung oder Verkürzung des Restzahlungszeitraums können eine Motivation darstellen, eine Umschuldung zu planen.

Was bietet eine Umschuldung?

Eine Umschuldung sorgt dafür, dass bestehende Schulden auf einen neuen Kreditgeber übertragen werden. Man kann die Umschuldung auch so umsetzen, dass unterschiedliche Kreditvarianten bei einem Gläubiger zusammengefasst werden. Schuldner mit unübersichtlicher Schuldenlage haben dann Vorteile von einer Umschuldung, wenn sich die Komplexität reduziert. Sie erhalten dann einen genauen Überblick darüber, wie hoch ihre zukünftige monatliche Belastung ist und innerhalb welcher Zeiträume sie die Schuldenfreiheit zurückgewinnen können. Vorteile durch eine Umschuldung ergeben sich möglicherweise auch dann, wenn die ursprünglichen Kreditverträge zu einem Zeitpunkt abgeschlossen wurden, als die Zinsen höher lagen.

Wann ist statt der Umschuldung eher ein Schuldenbereinigungsverfahren oder die Privatinsolvenz anzustreben?

Eine Umschuldung ist nur dann empfehlenswert, wenn der Schuldner nach der Umschuldung auf erkennbare Weise ausreichend gut aufgestellt ist, um die Zinsen und die Tilgung für die Restlaufzeit der neuen Kredite problemlos zahlen zu können. Ist dies nicht machbar, dann sollte er statt der Umschuldung zunächst ein Schuldenbereinigungsverfahren anstreben, dass möglicherweise auch in zweiter Stufe zu einer Privatinsolvenz führen kann. Beim Schuldenbereinigungsverfahren wird für die einzelnen Kredite eine Quote festgelegt, mit der diese zurückzuzahlen sind. Kommt es beim einem solchen Verfahren zu einer Einigung, dann bietet es sich an, als nächsten Schritt eine Umschuldung der Restkredite anzustreben.

Was ist der Unterschied zwischen einer Umschuldung und einer Anschlussfinanzierung?

Anschlussfinanzierungen kennt man vor allem im Immobilienbereich. Hier werden üblicherweise Kredite vergeben, die nach einer definierten Laufzeit von fünf, zehn oder noch mehr Jahren keine Zinsbindung mehr aufweisen. Konkret läuft der Kredit an einem bestimmten Tag ab und der Kunde kann den kompletten Restbetrag tilgen, wenn er über entsprechende Mittel verfügt. Ist dies nicht der Fall, dann benötigt er einen neuen Kreditvertrag mit derselben oder einer anderen Bank, um seine Schulden nach Ablauf der Zinsbindung mit neuen Vertragskonditionen zu tilgen. Zumeist ist es ratsam, sich bereits viele Monate vor Ablauf der Zinsbindung um die Anschlussfinanzierung zu kümmern.

Wie geht man eine Umschuldung an?

Hinsichtlich der Kündigung bestehender Verträge können Entscheidungen erst dann getroffen werden, wenn die neuen Kreditverträge unterschriftsreif sind. Die Unterschrift unter neue Verträge sollte man allerdings nur leisten, wenn alle Kosten für die Kündigung oder Auflösung der Altverträge bekannt sind. Es ist wichtig, dass in diesem Zusammenhang vollständige Transparenz herrscht, erst dann sollten alte Verträge gekündigt und neue eingegangen werden. Dies ist recht einfach, wenn man bei derselben Bank bleibt. Die Recherche nach dem optimalen Umschuldungskredit sollte sich jedoch nicht allein auf die bisherige Bank beziehen, da die Konkurrenz möglicherweise bessere Konditionen bietet. Auch eine neue Bank ist gerne bereit, die Formalitäten zur Ablösung der Altkredite zu übernehmen.

Welche Kosten können Banken für eine Umschuldung berechnen?

Die Bank, die Kreditverträge aufgibt oder in neue Kreditverträge überträgt, kann für den entgangenen Zinsgewinn eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Die Höhe dieser Kosten hängt vor allem von der Laufzeit und dem Zinsunterschied gegenüber den früheren Kreditverträgen ab. Hat man allerdings Sondertilgungen oder Sonderkündigungen vereinbart, dann können die Kosten für eine Vorfälligkeitsentschädigung niedriger ausfallen oder sogar ganz entfallen. Bei neuen Kreditverträgen lohnt es sich, solche Sondertilgungsmöglichkeiten bereits beim Vertragsabschluss zu berücksichtigen.

Welche Bank kommt für eine Umschuldung in Frage?

Grundsätzlich kann bei jeder Bank eine Umschuldung angestrebt werden. Wie bei einem neuen Kreditvertrag muss der Kreditnehmer die langfristige Bonität gegenüber der Bank belegen. Ein Interessent an einer Umschuldung wendet sich zunächst an seine bisherige Bank und bittet diese darum, Vorschläge für die Umschuldung zu entwickeln. Insbesondere dann sollte dies überlegt werden, wenn das Girokonto bereits stark überzogen ist. Parallel dazu ist es empfehlenswert, Angebote von anderen Banken mit unterschiedlichen Lösungsvarianten einzuholen. Entscheidend für die endgültige Wahl sollten die Höhe des Zinssatzes und die Laufzeit des Restkredites sein. Im Zweifelsfall ist es eher vorteilhaft, zu einem länger laufenden Kredit zu tendieren, der einen niedrigen Zinssatz bietet.

Wie ist nach einer Umschuldung mit einer Restschuldversicherung umzugehen?

Die Restschuldversicherung kann auf die neue Vertragssituation übertragen oder per Kündigung beendet werden. Nach einer Kündigung wird unter Umständen ein Teil der Prämien zurückgezahlt. Ob eine Kündigung sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Die Restschuldversicherung ist an eine konkrete Vertragssituation gekoppelt, woraus sich das außerordentliche Kündigungsrecht ergibt, wenn sich die Vertragssituation grundlegend ändert. Eine Übertragung auf die neue Vertragssituation erfordert also in den meisten Fällen eine Vertragsänderung. Falls es möglich ist, auf die Restschuldversicherung zu verzichten, dann sollte man diese Möglichkeit nutzen, denn diese Versicherung hat nur Vorteile für den Kreditgeber und verursacht beim Kreditnehmer Kosten.

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