5 gute Gründe für eine Umschuldung

Jeder Euro, den Sie nicht für Zinszahlungen verwenden, ist verdientes Geld. Schulden zu machen, ist in unserer heutigen Konsumwelt leider keine Kunst mehr. Eine Kunst ist es eher, Schulden zu vermeiden und unabdingbare Verbindlichkeiten möglichst kostengünstig zu finanzieren. Noch nie waren die Zeiten besser geeignet für eine Umschuldung als heute.

1. Vermeiden Sie überteuerte Dispokredite

Der Dispokredit ist die typische Situation, in der eine Umschuldung eigentlich schon Pflicht ist. Solange Ihr Gehalt auf Ihrem Girokonto eingeht, freut sich die Bank und gewährt Ihnen großzügig Kredit. „Darf es auch ein wenig mehr sein?“Als guter Kunde dürfen Sie Ihr Konto meist stillschweigend überziehen. Eine solche von der Bank ohne ausdrückliche Vereinbarung geduldete Überziehung lässt sich das Kreditinstitut natürlich besonders teuer bezahlen. Geldinstitute fordern in dem Fall oft einen Zinssatz, der in Richtung 20 % tendiert.

Wenn Sie Ihr Konto beispielsweise mit 1.000 € überziehen und die Bank dafür 15 % Überziehungszins im Jahr abrechnet, zahlen Sie über das gesamte Jahr gerechnet 150 € Zinsen. Pro Monat sind das 12,50 €. Falls Sie damit Ihren Sommerurlaub finanziert haben, erhöht sich um diese Summe Ihr Reisepreis. Brauchen Sie dann auch noch Geld, um die Reparatur des Autos zu bezahlen und überziehen Ihr Konto weiterhin, verschulden Sie sich unaufhaltsam. Jeder Dispo ist ein gieriger Zinsproduzent. Besser ist es, wenn Sie Ihren teuren Dispokredit umschulden. Beantragen Sie bei Ihrem Bankhaus einen normalen Kredit. Im Idealfall verfügen Sie über eine Immobilie. Der Hypothekenzins ist der günstigste Zinssatz, den Sie bekommen können. Das Risiko der Bank ist dann am geringsten. Ansonsten erwartet das Kreditinstitut, dass Sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, um den Kredit zu bedienen.Ein gutes Argument dabei ist natürlich, dass Sie einen Kredit mit einem niedrigeren Zinssatz leichter abzahlen können, als wenn Sie mit dem Überziehungszins auf dem Girokonto in eine Schuldenspirale gezwungen werden.

Mit einem festen Kreditrahmen engen Sie Ihre Verschuldung ein. Sie können nur das Geld ausgeben, das die Kreditsumme hergibt. Besonders fatal ist es, wenn Sie Ihre laufenden Kreditverbindlichkeiten mit zusätzlichen Kontoüberziehungen bedienen wollen. Dann verstricken Sie sich früher oder später in eine Spirale voller Außenstände. Diese verläuft allzu oft finanziell ruinös.

2. Fassen Sie mehrere Ratenkredite zusammen

Hier der Urlaub, dort das Auto und jetzt auch noch die neue Waschmaschine: Wenn Sie all diese Ausgaben jeweils über ein separates Darlehen finanzieren, erdrückt Sie irgendwann die Last des Kapitaldienstes. Denn für jeden einzelnen Ratenkredit zahlen Sie Zins und Tilgung. Daran ändert sich auch nicht viel, wenn Sie eines der Lockvogelangebote „Sie zahlen 0 % Zinsen“ in Anspruch nehmen.

Besser ist es, wenn Sie alle Ratenkredite zu einem Kredit zusammenfassen und nur noch eine Kreditsumme bedienen. Ihre monatliche Belastung sinkt und im Idealfall behalten Sie sich vertraglich die Möglichkeit vor, Sondertilgungen zu leisten. Sie können dann Ihr Weihnachtsgeld, eine Erbschaft oder die Einkommensteuererstattung für die schnellere Tilgung des Darlehens verwenden. Damit vermeiden Sie, dass Sie den Kredit lange Jahre zurückzahlen.Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie Ihre Bonität verbessern. Sie zahlen nicht mehr verschiedene Raten an etliche Kreditgeber, sondern nur noch einen Ratenbetrag an einen einzigen Geldgeber. Damit senken Sie Ihre finanzielle Belastung und erhöhen Ihre Kreditwürdigkeit. Auch bei der Schufa ist nur noch ein einzelner Kredit vermerkt. Sollten Sie dann irgendwann doch wieder überraschenden Finanzierungsbedarf haben, kommen Sie somit leichter an Geld.Sie brauchen sich keine allzu großen Gedanken wegen der Kündigungsfristen zu machen. Verbraucherdarlehensverträge (Ratenkredite) sind ohne Frist kündbar. So steht es im BGB unter § 500. Sie können also jederzeit umschulden.3. Nutzen Sie das Zinsniveau in der Tiefzinsphase

Noch nie waren Kredite so günstig wie heute. Immobiliendarlehen im 10-Jahresbereich gibt es bereits für unter 2 % Zinsen. In den 90-er Jahren war ein Zinsniveau von 8 bis 9 % normal. Gehen Sie davon aus, dass die Zinsen jetzt eigentlich kaum noch billiger werden können. Selbst wenn dies der Fall wäre, ist Ihre Ersparnis nicht mehr so groß, wie das Risiko, dass die Zinssätze sich in die gegenläufige Richtung entwickeln. Haben Sie für Ihr Immobiliendarlehen in Höhe von 100.000 € 4 % Zinsen vereinbart, zahlen Sie formal jedes Jahr zirka 4.000 €. Finanzieren Sie zu 2 % um, halbiert sich Ihre Zinslast.

Voraussetzung für eine sinnvolle Umschuldung ist, dass die Zinsfestschreibungszeit zumindest in absehbarer Zeit ausläuft. Ihre Bank wird nämlich auf ihren Zinsschaden verweisen, wenn Sie vorzeitig kündigen. Diese ist nicht verpflichtet, einer Umschuldung ohne weiteres zuzustimmen. Stimmt das Kreditinstitut ausnahmsweise doch zu, verlangt sie regelmäßig eine Vorfälligkeitsentschädigung. Dann müssen Sie kalkulieren. Wenn die Zinsfestschreibungszeit demnächst endet, dürften Sie mit einem neu vereinbarten Zinssatz mehr Geld sparen, als die Bank als Vorfälligkeitsentschädigung für das frühere Darlehen berechnet.

3. Vereinbaren Sie ein Forward-Darlehen

Als Alternative zur vorzeitigen Kündigung Ihres laufenden Darlehens kommt auch ein Vorratsdarlehen (Forward-Darlehen) in Betracht. Sie sichern sich damit bei Ihrer Bank bereits jetzt die günstigen Konditionen für ein Anschlussdarlehen, wenn die Zinsfestschreibungszeit Ihres jetzigen Darlehens endet. Je nach Angebot brauchen Sie das neue Darlehen erst in bis zu 3 Jahren in Anspruch zu nehmen. Ab einem gewissen Zeitpunkt (meistens nach 6 – 12 Monaten) verlangt das Bankhaus jedoch Bereitstellungszinsen oder der Vorratszinssatz verteuert sich um zirka 0,5 %.

4. Nutzen Sie einen Finanzierungsrechner

Das Internet bietet die Möglichkeit, die Angebote verschiedener Banken direkt miteinander zu vergleichen. Früher waren Sie auf schriftliche Informationen angewiesen, welche per Post angefordert werden mussten. Ein echter Überblick war so kaum machbar. Jetzt geben Sie nur noch online Ihre Finanzierungswünsche in einen Finanzierungsrechner ein. In wenigen Sekunden erhalten Sie die günstigsten Offerten unterschiedlicher Banken. Sie erfahren genau, wie die Konditionen aussehen und welche Gebühren anfallen. Sie können in aller Ruhe das für Ihre Situation beste Angebot auswählen. Sie brauchen sich nicht mehr auf das oft einseitige und scheinbar profitabelste Gebot Ihrer Hausbank zu verlassen.

Möchten Sie Ihre Vorfälligkeitsentschädigung ausrechnen, finden Sie auch dafür im Internet einen Zinsrechner (Vorfälligkeitsentschädigungszinsrechner).

Und nochmal:
Jeder Euro, den Sie nicht für Zinszahlungen verwenden müssen, ist wie verdientes Geld.

Oder anders ausgedrückt:
Jeden Euro, den Sie für Zinszahlungen verwenden müssen, müssen Sie vorher verdient haben.

Bedenken Sie stets:
Zinsen sind verlorenes Geld.