Vorteile eines Guthabenkontos

Vorteile eines Guthabenkontos

Ein Guthabenkonto wird, wie der Name schon andeutet, ausschließlich auf Guthabenbasis geführt. Es bietet nahezu dieselben Funktionen wie ein normales Girokonto. Allerdings wird dem Inhaber kein Dispokredit eingeräumt und es werden auch keine Überziehungen geduldet. Das Guthabenkonto wird gelegentlich auch als Jedermann-Konto bezeichnet.

Für wen eignet sich ein Guthabenkonto?

Ein Guthabenkonto ist hauptsächlich für die Kunden gedacht, denen Banken die Eröffnung eines normalen Kontos verweigern. Ursache dafür ist in den meisten Fällen eine negative Schufaauskunft. Auch die Konten minderjähriger Kunden werden meist als Guthabenkonto geführt, weil etwaige Außenstände aus rechtlichen Gründen kaum einzutreiben wären.

Welche Vorteile bietet ein Guthabenkonto?

Gegenüber einem normalen Girokonto bietet ein Guthabenkonto keine Vorteile. Abgesehen von einem sehr speziellen Sonderfall, bei dem theoretisch „in den Dispo hinein gepfändet“ werden darf. Für den typischen Privatkunden spielt dies allerdings keine Rolle. Wer aber kein Girokonto eröffnen kann, profitiert sehr stark von einem Guthabenkonto. Ohne ein Konto ist es oft nicht möglich, einen Arbeits- oder einen Mietvertrag abzuschließen. Das Guthabenkonto verhindert also, dass mit dem Verlust des Kontos eine verhängnisvolle Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird.

Besteht ein Anspruch auf ein Guthabenkonto?

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Eröffnung eines Guthabenkontos besteht lediglich in einigen Bundesländern für die Sparkassen. Die Banken in Deutschland haben zwar eine Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben, jedem die Eröffnung eines Guthabenkontos zu ermöglichen, in der Praxis halten sich allerdings nicht alle Banken daran. Theoretisch können Sie also bei jeder Bank Ihrer Wahl darauf bestehen, ein Guthabenkonto zu eröffnen. In der Praxis machen Sie sich das Leben aber sicherlich leichter, wenn Sie sich für eine der Banken entscheiden, die dieses Vorgehen von sich aus anbieten.

Hinweis: Das Europäische Parlament hat 2014 einen allgemeinen Rechtsanspruch auf ein Guthabenkonto beschlossen. Deutschland und die anderen Mitgliedsländer haben zwei Jahre Zeit, diesen Beschluss in nationale Gesetze umzusetzen. Demnächst wird also auch ein formaler Rechtsanspruch bestehen.

Kann die Bank ein Guthabenkonto kündigen?

Trotz der Selbstverpflichtung ist eine Kündigung möglich, wenn das Verhalten des Kunden diese rechtfertigt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Konto seinen Zweck nicht mehr erfüllt, da es über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird oder das Konto durch eine Pfändung dauerhaft blockiert ist, oder wenn das Konto für illegale Geschäfte verwendet wird. Auch ein aggressives oder unangemessenes Verhalten gegenüber Mitarbeitern oder anderen Kunden der Bank kann zu einer Kündigung führen.

Der Zusammenhang mit dem Pfändungsschutzkonto

Rein theoretisch sind Pfändungsschutz- und Guthabenkonten zwei vollkommen verschiedene Kontoarten, die nichts miteinander zu tun haben. In der Praxis wandeln Banken Girokonten jedoch im Regelfall in Guthabenkonten um, wenn der Kunde die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto beantragt. Wann Sie das tun sollten, ist ein anderes Thema! Wichtig ist an dieser Stelle nur dieser Hinweis: Die Umwandlung erfolgt nicht automatisch, die Bank muss einen bestehenden Dispokredit also unter Einhaltung der entsprechenden Frist kündigen.

Mythen und Halbwahrheiten

Über Guthabenkonten sind einige Fehlinformationen im Umlauf, die sich im Internet hartnäckig halten. Falsch ist zunächst, dass ein Guthabenkonto für Außenstehende als solches erkennbar ist. Ebenso ist es nicht grundsätzlich gebührenfrei. Auch das gegenteilige Gerücht, dass Guthabenkonten besonders teuer seien, ist nicht zutreffend. Ein weiterer Mythos ist, dass für Guthabenkonten grundsätzlich keine EC-Karten ausgegeben werden. Daran ändern auch einige Einzelfälle nichts, in denen sich Banken aus speziellen Gründen dazu entschlossen haben. Und auch die Information, dass die Inhaber von Guthabenkonten von den Banken an eine Stelle gemeldet werden müssen, wo sie zentral erfasst werden, stimmt nicht. Letzteres gilt nur für Pfändungsschutzkonten, um zu verhindern, dass jemand mehrere solcher Konten eröffnet und die Pfändungsfreibeträge somit mehrfach nutzt.

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