Schuldenhilfe

/Schuldenhilfe
Schuldenhilfe2017-11-20T11:42:15+00:00

Was Schuldnerberatung sind und was eine gute Beratung ausmacht

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Immer mehr Menschen können sich immer mehr leisten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es für uns Verbraucher mittlerweile fast „an jeder Ecke“ die Möglichkeit gibt, einen Kredit aufzunehmen bzw. Anschaffungen direkt beim Händler zu finanzieren. Dies bringt natürlich große finanzielle Freiheiten für uns Bürger mit sich.

Verantwortungsvoller Umgang wichtig

Größere finanzielle Freiheiten bringen allerdings auch Gefahren mit sich. Knapp sieben Prozent aller Privatpersonen in Deutschland gelten nach Angaben von Statista als überschuldet. Damit bewegt sich der Wert seit dem Jahr 2004 auf einem konstant hohen Niveau. Die Gründe für Überschuldung können vielfältig sein. Trennung und Arbeitslosigkeit sind dabei nur zwei der häufigsten Ursachen. Auch mangelnde Verantwortung ist in der Praxis durchaus als Grund für zu hohe Kreditbelastungen und damit für Überschuldung anzutreffen. In vielen Fällen hilft den Betroffenen nur noch die Inanspruchnahme der Dienste einer Schuldnerberatungsstelle.

Was sind Schuldnerberatungsstellen?

Schuldnerberatungsstellen bieten Ihnen professionellen Rat, wenn Sie als Verbraucher finanziell nicht mehr weiter wissen. Häufig sind Betroffene überschuldet und sehen in den Diensten der Beratungsstellen einen „letzten Ausweg“. Die meisten der ortsansässigen Schuldberatungsstellen befinden sich dabei in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege, der Verbraucherberatungsstellen oder der Städte, Gemeinde oder Landkreise.

Die Verantwortung der Ermöglichung einer Schuldnerberatung liegt dabei bei den Kommunen. Dies regeln die Bestimmungen des Sozialrechts (§ 11 Abs. 5 SGB XII, § 16 Abs. 2 SGB II). Neben den Stellen erwähnter Träger existieren auch kommerzielle Anbieter, die im Gegensatz zu anderen Schuldnerberatungsstellen häufig Gebühren für Ihre Beratung.

Wie eine Schuldnerberatungsstelle arbeitet

Nehmen Sie die Dienste einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch, verschafft sich diese zunächst einen Überblick über Ihre finanzielle Lage. Dazu füllen Sie eine detaillierte Selbstauskunft aus, die eine Gegenüberstellung von Einnahmen und finanziellen Belastungen ermöglicht. Im Anschluss an die dafür nötigen Gespräche ist es das Ziel, Ihre finanziellen Verhältnisse zusammen mit Ihnen wieder zu ordnen – sofern dies erreichbar erscheint. Die Aufstellung eines sogenannten Haushaltsplans kann Ihnen dabei helfen.

Ist die finanzielle Lage kompliziert oder gar aussichtslos, strebt die Schuldnerberatungsstelle einen Vergleich mit Ihren Gläubigern an. Gelingt dieser, zahlen Sie die entstandenen Schulden zumindest teilweise ab. Im Gegenzug gewähren die Gläubiger für die restliche Forderung einen Schuldenerlass. Natürlich müssen alle Ihre Gläubiger einem solchen Vergleich zustimmen. Dann gelingt dieser Schritt, der im Insolvenzrecht auch als sogenannte außergerichtliche Einigung bezeichnet wird. Stimmt mindestens einer Ihrer Gläubiger nicht zu, bildet der Versuch eines Vergleichs gleichzeitig die Voraussetzung für den Schritt in die Privatinsolvenz.

Mehr zu dem Verlauf einer Schuldnerberatung.

Wie Sie unseriöse von seriösen Beratungsstellen unterscheiden können

Erfahrungen zeigen, dass nicht alle Schuldnerberatungsstellen seriös arbeiten. Nutzen Sie die Hilfe einer Beratungsstelle eines öffentlich-rechtlichen Trägers, dann können Sie sich einer fairen und kompetenten Beratung in aller Regel sicher sein. Bei kommerziellen Anbietern sollten allerdings genauer hinschauen und kritischer sein. Anhand verschiedener Merkmale können Sie (wahrscheinlich) unseriöse Angebote erkennen.

Hausbesuche

Eine Schuldnerberatung findet typischerweise nicht im Rahmen eines Hausbesuchs statt. Bei seriösen Stellen sind diese zumindest äußerst unüblich. Seien Sie kritisch, wenn Ihnen ein Besuch zu Hause angeboten wird – vor allem für ein Erstgespräch.

Große Versprechungen

Allzu großartigen Versprechungen sollten Sie generell skeptisch gegenüberstehen. Denn als Hilfesuchender in einer Schuldnerberatungsstelle sind Sie im Regelfall in einer ersten Situation. Ihre Erwartungen sollten realistisch bleiben. Ein Großteil der Betroffenen geht ins Insolvenzverfahren, das insgesamt immerhin sechs bis acht Jahre dauert.

Hohe Kosten

Greifen Sie auf die Dienste kommerzieller Schuldnerberatungsstellen zurück, fallen Kosten an. Erfragen Sie deren Höhe bereits vor Beginn des ersten Beratungsgesprächs. Verlangt der Berater in diesem Zusammenhang Informationen, wie viel Sie monatlich zahlen können, sollten Sie kritisch sein. Beratungsstellen öffentlicher Träger beraten in aller Regel kostenfrei.

Zeitdruck

Unseriöse Beratungsstellen fallen häufig auch mit unnötigem Zeitdruck auf. Sie verlangen bereits im Erstgespräch eine Unterschrift und bestehen auf einen schnellen Beginn der Zusammenarbeit. Sind Sie sich unsicher, unterschreiben Sie den Vertrag der kommerziellen Beratungsstelle keinesfalls sofort.

Weitere Verträge

Handelt es sich um unseriöse Beratungsstellen, werden womöglich weitere Verträge angeboten – neben der reinen vertraglichen Vereinbarung für Ihre Vertretung. Bausparverträge oder (vermeintlich günstigere) Versicherungen etwa haben nichts in einer seriösen Schuldnerberatungsstelle zu suchen. Auch zum Beispiel kostenpflichtige Beitrittserklärungen zu Vereinen und Ähnliches sollten betroffene Schuldner in der Praxis bereits unterschreiben. Solche Maßnahmen haben sicher keinen zielführenden Charakter für Sie.

Weitere Punkte woran man seriöse Schuldnerberatungen erkennt finden sie hier.

Weitere Tipps

Schulden vermeiden

Schuldnerberatungen

Häufige Fragen