Es ist so einfach und so verführerisch. Sie sitzen vor dem Fernseher und bekommen interessante Produkte ausführlich präsentiert. Nach ausgefeilten Marketingstrategien werden die Produkte so erklärt, dass ein Bedarf simuliert wird. Nach ausschweifenden Erklärungen ist es dann soweit, der Countdown läuft und nun soll man sofort bestellen.

Geschickte Animation verleitet zum schnellen Einkauf

Sie bekommen nicht nur eine, nicht nur zwei, Sie bekommen gleich drei Dinge kostenlos dazu, wenn Sie nur sofort bestellen. Mit geschickten Werbeschritten wird dem Fernsehzuschauer förmlich „das Geld aus der Tasche geredet“. Und man braucht nicht einmal in einer Summe zu zahlen, wenn man sie nicht hat. Es geht auch ganz einfach auf Raten.

Vorsicht vor den Hochglanzsendern

Die Verkäufer in den Shoppingkanälen sprühen förmlich über vor Freundlichkeit. Sie sprechen den Zuschauer direkt an. Fühlt man sich zu Hause einsam, so ist das Fernsehshopping sehr verführerisch. Es manipuliert und suggeriert, jemand würde sich mit dem Zuschauer unterhalten, sich für seine Belange interessieren, die passenden Lösungen parat haben.

Erst einseifen, dann ausdrücken

In der Verkäufersprache nennt man das ausführliche Produktbeschreiben auch emotionslos „einseifen“. Man versucht den Zuschauer auf ein maximales Interessenlevel zu bekommen. Dazu nutzen die Verkäufer Versprechungen und Komplimente jeder Art, wie:

  • es wird Ihnen fantastisch passen,
  • Sie werden dafür bewundert werden,
  • man wird Sie darum beneiden.

Mit psychologischen Kniffen und Tricks jeder Art versucht der Verkäufer den Zuschauer zu überzeugen, das angepriesene Produkt unbedingt kaufen zu müssen. Nach einer Abfolge von Verkaufsargumenten kommt dann der Druck. Es wird gesagt, es sei:

  • nur noch eine bestimmte Anzahl des Produktes vorhanden,
  • Sie müssen jetzt ans Telefon,
  • wer sofort kauft, bekommt es fast umsonst.

Dazu tickt dann eine Uhr und zählt rückwärts einen Countdown. Es wird immer wieder daran erinnert, jetzt anzurufen, sich schnell zu entscheiden, sich sofort ein Produkt zu sichern. Der Zuschauer greift zum Telefon und die Falle schnappt zu.

Persönliche Daten werden abgefragt

Hat der Zuschauer die Verkaufshotline des Fernsehshoppingkanals gewählt, sitzt er in der Falle. Dann gibt er persönliche Daten preis, vielleicht noch die Kreditkartennummer oder die Bankverbindung für einen Lastschrifteinzug. Dazu sein Alter, seine Anschrift – einfach alles. Nur Stunden später wird der Kaufbetrag vom Konto abgebucht. Einige Tage danach klingelt es an der Tür und man bekommt das gekaufte Produkt. Im nüchternen Tageslicht betrachtet, erweist es sich dann vielleicht doch nicht als so gut, wie vom Verkäufer angepriesen. Überteuert wird es in jedem Fall sein. Die Produktpreise für Waren im Fernsehshopping sind keine Schnäppchenpreise.

Suchtpotential vom Fernsehshopping

Manch einer lässt sich nicht beirren, nicht von den zu hohen Kosten für vergleichsweise einfache Waren, nicht von dem Abfragen persönlich sensibler Daten. Manche schauen immer weiter Fernsehshopping, bestellen immer wieder, bestellen über Ihre Möglichkeiten. Das Shoppen über den Fernseher wird dann zur Sucht. Zuerst bezahlen sie die Summen noch vollständig, dann werden Kreditangebote genutzt, kleine Ratenzahlungen und Konsumentenkredite. Hat es bei der ersten Ratenzahlung geklappt, vereinbart man gleich die zweite oder die dritte. Die Spirale dreht sich, die Schulden fangen an zu wachsen, sich zu türmen.

Fernsehshopping kann einen Schuldenberg verursachen

Ist das Fernsehshopping erst zur lieb gewonnenen Gewohnheit und zur Sucht geworden, können sich die Schuldenberge türmen und der Betroffene merkt es nicht. Er hat zwar immer öfter offene Rechnungen, Mahnungen oder vielleicht schon titulierte Forderungen, doch der Betroffene kommt von dem Drang nicht los, immer wieder einzuschalten, zu schauen und zu bestellen. Irgendwann ist der Betroffene dann überschuldet und es helfen nur noch radikale Maßnahmen, um sich aus dem „Sumpf der Schulden“ wieder zu befreien.