In der heutigen Zeit ist es völlig üblich, notwendige Anschaffungen per Ratenzahlung zu finanzieren. In jedem Haushalt wird eine Waschmaschine benötigt. Wenn das Auto kaputt ist, muss ein neues Fahrzeug her, um den Arbeitsplatz zu erreichen. Und dann wäre auch ein neuer Fernseher ganz nett. Das Problem beim Ratenkauf ist, dass er leicht zur Schuldenfalle führt.

Viele kleine Beträge ergeben große Summen

Bei den vielen attraktiven Angeboten im Handel erscheint eine kleine Rate für den neuen Fernseher natürlich finanzierbar. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass regelmäßig wiederkehrende monatliche Ausgaben anfallen. Dazu gehören unter anderem die Miete, Energiekosten und vieles andere mehr. Schließlich müssen die Lebenshaltungskosten beglichen werden Schon alleine durch die regelmäßigen, monatlichen Zahlungen kommt häufig eine Summe zusammen, die nicht mehr sehr viel Spielraum bietet.

Das Unvorhergesehene ist immer ein Problem

Wer neben seinen laufenden Verpflichtungen noch Ratenkäufe tätigt, hat dafür natürlich immer einen Gegenwert. Diesen könnte man im Notfall verkaufen, doch die Realität sieht anders aus. Verkäufe von gebrauchten Gegenständen bringen meist nur wenig Geld ein. Ein neuer Fernseher gilt bereits als gebraucht, wenn er zu Hause ausgepackt und aufgestellt wird. In der aktuellen Lebenssituation mag auch genügend Geld da sein. Doch wenn der Ratenkauf zur Schuldenfalle wird, dann meist durch Dinge, die man nicht vorhersehen konnte. Das können beispielsweise defekte Haushaltsgeräte oder größere Reparaturen am Auto sein. Im schlimmsten Fall verliert man seinen Job und es dauert viel zu lange, bis man einen neuen findet. Arbeitslosengeld beträgt immerhin nur etwas mehr als die Hälfte des gewohnten Netto-Einkommens.

Umschuldung bei zu hohen Ratenzahlungen

Der Begriff Umschuldung fällt häufig, wenn es um Schulden und Schuldenfallen geht. Eine Umschuldung stellt auch häufig die vernünftigste Lösung dar. Wenn Ihnen die Ratenzahlungen zusammen mit Ihren monatlichen Zahlungen für Ihre Lebenshaltungskosten über den Kopf wachsen, sollten Sie sich erst einmal hinsetzen und eine Planung machen. Wie hoch ist Ihr Einkommen? Gibt es sonst noch Einkünfte? Daneben sollten Sie natürlich alle Zahlungsverpflichtungen aufschreiben. Für was genau müssen Sie welche Rate in welcher Höhe zahlen?

Wenn Sie nun die einzelnen Beträge addieren, kommen Sie auf die Gesamtsumme. Das wäre die Summe, die Sie im Rahmen eines Kredits zur Umschuldung bei Ihrer Bank beantragen müssten. Der Vorteil: Sie haben dann nur noch eine einzige Rate. Diese kann durchaus geringer ausfallen als Ihre Gesamtraten, die Sie aktuell bezahlen. Dadurch entsteht wieder ein gewisser finanzieller Spielraum. Aber auch bei der Planung einer Umschuldung sollten Sie auf keinen Fall alle anderen laufenden Kosten wie Versicherung, Strom und alle anderen laufenden Kosten vernachlässigen.

Wenn Sie eine Umschuldung anstreben, sollten Sie die Planung an Ihre derzeitige finanzielle Situation anpassen. Nachdem Sie Ihre eigene Finanzplanung gemacht haben, sollten Sie mit Ihrer Hausbank über das Thema Umschuldung sprechen. Solange Sie nicht bereits negative Einträge in der Schufa haben, ist in der Regel jede Bank dazu bereit, Umschuldungskredite zu genehmigen.

In den meisten Fällen sparen Sie durch eine Umschuldung sogar eine Menge Geld ein. Wenn Sie einen Umschuldungskredit abzahlen müssen, beinhaltet dieser natürlich Zinsen. Allerdings zahlen Sie auch Zinsen für Ihre vielen, kleinen Ratenzahlungsverträge. Bei genauer Prüfung stellt sich häufig heraus, dass diese Zinsen sogar vergleichsweise hoch sind. Werden nun alle Ratenzahlungsverträge durch eine Einmalzahlung getilgt, sparen Sie bei jedem einzelnen Vertrag noch einmal Zinsen ein.

Setzen Sie den Rotstift an!

Auch das gehört dazu, wenn der Ratenkauf zur Schuldenfalle wird. Einige Verträge schließt man einfach ab, weil man sie für erforderlich hält. Das kann zum Beispiel bei einem Handyvertrag der Fall sein. Ein Prepaid-Handy ist eine Möglichkeit, monatliche Belastungen einzusparen, sofern der laufende Vertrag gekündigt werden kann. Falls nicht, sollten Sie eine Kündigung vielleicht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ins Auge fassen.

Auch Versicherungen sind sehr häufig Punkte, an denen man in seiner Finanzplanung den Rotstift ansetzen kann. Die Haftpflicht für das Auto ist unumgänglich. Das gilt auch für alle anderen Versicherungen, die unentbehrlich sind. Sie sollten Ihre Verträge prüfen und überlegen, ob Sie den einen oder anderen Vertrag überhaupt noch brauchen. Einige Verträge sind nach einigen Jahren veraltet. Es gibt inzwischen vielleicht den gleichen Vertrag, aber zu besseren Konditionen. Häufig kann man gerade in Hinsicht auf veraltete Versicherungsverträge eine Menge Geld einsparen.

Schuldnerberatung

Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, der in die Schuldenfalle Ratenkauf getappt ist, ist die Zahlungsunfähigkeit. Damit ist keine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit gemeint, sondern die Forderungen der Gläubiger können dauerhaft nicht mehr bedient werden. Bitte besorgen Sie sich umgehend einen Termin bei einer Schuldnerberatung! Die aktuelle Zahlungsunfähigkeit muss nicht bedeuten, dass Sie nun Privatinsolvenz beantragen müssen. In vielen Fällen ist es durch einen neutralen Schuldnerberater möglich, neue Ratenzahlungen zu vereinbaren oder Vergleiche zu schließen.

Wenn Sie den Überblick verloren haben, kann der Schuldnerberater gemeinsam mit Ihnen einen Haushaltsplan und einen Rückzahlungsplan aufstellen. Die Privatinsolvenz ist immer die letzte Möglichkeit, um die Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Dafür sollte man sich erst dann entscheiden, wenn alle anderen Pläne gescheitert sind.