Schuldenfalle: Handy

Ein Handy gilt für die meisten modernen Menschen als unverzichtbar und ist es wohl oft auch. Viel Zeit wird damit verbracht, viel Geld kosten Flatrates oder Verträge mit Einzelabrechnung – so viel, dass sich zwei Drittel der jüngeren deutschen Schuldner allein dadurch oder auch durch Handy und Internet ins Minus katapultiert haben. Die Schufa teilte gar in einer Erhebung des Jahres 2012 mit, dass knapp 90 Prozent der sogenannten „weichen” Negativmerkmale (aufgrund relativ geringfügiger Zahlungsversäumnisse) auf Handyschulden basieren. Das Minus jüngerer Handybesitzer erreicht nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden aus dem Jahr 2013 bei jungen Leuten in etwa das Doppelte des monatlichen Nettoeinkommens.

Statistische Zahlen zur Schuldenfalle Handy

Das Statistische Bundesamt Wiesbaden erhob im Jahr 2013 Daten bei allen deutschen Telekommunikationsanbietern und zusätzlich bei Schuldnerberatungsstellen, um die Schuldenfalle Handy exakt beziffern zu können. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Es wurden die Daten von insgesamt 90.000 Personen erhoben.
  • Der durchschnittliche Schuldenstand der erfassten Handykunden bei ihrem Mobilfunkprovider betrug 1.350 Euro.
  • Diese Schulden machen 18 % der Gesamtschulden aller Befragten aus. Zum Vergleich: Ihre Bankschulden lagen bei 19 %.
  • Von allen Befragten waren 7 % unter 25 Jahre alt, deren Handyschulden doppelt so hoch wie ihr Monatsnettoeinkommen (durchschnittlich 725 Euro) waren. Zwei Drittel der befragten jungen Leute hatten vorwiegend Handyschulden, sonst aber kaum Schulden.
  • Der Durchschnitt von 18 % Handyschulden im Verhältnis zu den Gesamtschulden wird vor allem von den jungen Leuten nach oben gedrückt: Bei den älteren Befragten machen die Handyschulden nur 3 % der Gesamtschulden aus.

Aus dieser etwas komplexen Statistik lässt sich vor allem eines ableiten: Von der Schuldenfalle Handy sind sehr junge Leute überdurchschnittlich oft betroffen.

Wie kommt es zu den Handyschulden?

Die unwirtschaftliche Haushaltsführung, die man zunächst vermuten könnte, ist nicht die Hauptursache für Handyschulden. Es sind eher handfeste Ereignisse, die zur prekären Schuldenfalle Handy führen. Auch das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Das Ursachenranking sieht wie folgt aus:

  • Verlust des Arbeitsplatzes: 24 %
  • Scheidung/Trennung vom Partner: 14 %
  • Erkrankung, Sucht oder Unfall: 13 %
  • unwirtschaftliche Haushaltsführung: 11 %
  • gescheiterte Selbstständigkeit: 8 %

Schuldenfalle Handy vermeiden

Bezüglich Schulden wird im Unterrichtsmodul “Finanzkompetenz” inzwischen auch auf die Schuldenfalle Handy eingegangen, was eine sehr erfreuliche Entwicklung ist. Die Fragestellungen sind aufschlussreich, denn sie lassen die Risikofaktoren für die Schuldenfalle Handy erkennen. Demnach sollen Jugendliche ihre Motive für die Anschaffung eines Handys hinterfragen (Status, Kommunikationsbedürfnis, mobiles Surfen, Sicherheit, Erreichbarkeit). Des Weiteren gilt es, die eigenen Nutzungsgewohnheiten und deren finanzielle Auswirkungen zu reflektieren. Auch hilft eine kritische Auseinandersetzung sowie eine umfanreiche Bewertung von Waren- und Dienstleistungstests, die Schuldenfalle Handy zu vermeiden.

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