Das Auto gehört unabhängig von der Altersklasse des Käufers zu den gefährlichsten Schuldenfallen. Nach wie vor stellt der fahrbare Untersatz in Deutschland ein Statussymbol dar, welches viel mehr als nur ein Transportmittel ist. Der eigene Pkw ist für viele Ausdruck eines Lebensgefühls und nicht selten baut der Fahrer über die Jahre eine emotionale Bindung zum Wagen auf. Junge Menschen bestellen sich oft sündhaft teure Sportwagen, während die ältere Generation eher zu Luxusmodellen aus den Premium-Autohäusern wie Mercedes-Benz, BMW oder Audi greift.

Der Gefahr einer Verschuldung sind sich viele Autokäufer dabei gar nicht bewusst. Händler locken mit scheinbar attraktiven Angeboten, bei denen die Abbezahlung des Wagens über mehrere Jahre möglich ist. Viele Autos werden daher ohne Rücksicht auf die eigene finanzielle Lage auf Pump finanziert und über einen langen Zeitraum per Monatsraten abbezahlt.

Autofinanzierung auf Pump – ein gefährliches Modell

Beim Kauf eines Autos stellt sich zunächst immer die Frage, ob es ein Neuwagen oder ein gebrauchtes Modell werden soll. Wer keinen großen Wert auf das Auto als Statussymbol legt oder ohnehin nicht viel damit fährt, der kann beim Kauf eines Gebrauchten viel Geld sparen, denn der Wertverlust ist vor allem in den ersten drei bis fünf Jahren immens.

Wer jedoch unbedingt ein bestimmtes Fahrzeugmodell mit einer genau festgelegten Sonderausstattung kaufen möchte, der kommt oft nicht um die Bestellung eines Neuwagens herum. Und das kann teuer werden! Unter einem Preis von 10.000 Euro sind kaum Modelle verfügbar, der durchschnittliche Neuwagen kostet in Deutschland sogar rund 25.000 Euro.

Nachdem die Entscheidung für einen bestimmten Fahrzeugtyp gefallen ist, stellt die Finanzierung den zentralen Aspekt beim Autokauf dar. Wer über das nötige Kleingeld verfügt und das Auto bar zahlen kann, der umgeht nicht nur die Aufnahme eines Kredites, sondern hat gegenüber dem Händler auch gute Karten beim Aushandeln von Rabatten.

Die Mehrheit der Autokäufer zieht es vor, einen Ratenkredit aufzunehmen und diesen per Monatsrate über einen bestimmten Zeitraum zurückzuzahlen. An diesem Punkt machen die meisten Autokäufer Fehler und schätzen ihre finanzielle Situation falsch ein. Oft werden rationale Überlegungen in den Hintergrund gedrängt, wenn das neue Auto zum Greifen nah ist. Bei einigen Kreditmodellen beginnt die Rückzahlung erst Monate nach dem Kauf, weshalb sich der Kunde beim Kauf keine Gedanken über die monatliche Belastung macht.

Im Folgenden werden die verschiedenen Finanzierungsarten aufgelistet:

  • Barzahlung: Der Kunde verfügt über das nötige Kleingeld und kann den Wagen direkt bezahlen. So ist eine Verschuldung nicht zu befürchten und beim Händler lassen sich noch attraktive Rabatte aushandeln.
  • Der Ratenkredit: Das klassische Finanzierungsmodell ist der Ratenkredit, bei dem der Kunde über einen bestimmten Zeitraum eine monatliche Rate zahlt. Der Finanzierungszeitraum liegt meist zwischen einem und sechs Jahren.
  • Die Drei-Wege-Finanzierung: Bei der sogenannten Drei-Wege-Finanzierung läuft der Vertrag meist zwischen einem und vier Jahren. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann der Kunde sich entscheiden, ob er den Kredit auf einen Schlag abbezahlt, das Auto weiter per Monatsrate finanziert oder dem Händler das Auto zurückgibt.
  • Leasing: Beim Leasing handelt es sich um ein Leihmodell, bei dem der Kunde monatliche Raten zahlt und den Wagen nach einem bestimmten Zeitraum wieder zurückgibt.
  • Die Hausbank: Natürlich muss der Kunde nicht das Kreditmodell des Händlers akzeptieren, sondern kann auch einen klassischen Kredit bei seiner Hausbank aufnehmen. Ob das die bessere Alternative ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Beim Kauf eines Autos sollte der Kunde nicht nur über den Anschaffungspreis nachdenken. Auch die Betriebskosten sind zu beachten, da sie einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen.

Die laufenden Kosten eines Autos

Das Auto ist als Schuldenfalle auch deshalb so gefährlich, weil die laufenden Kosten unterschätzt werden. Dazu gehören vor allem:

  • Steuern
  • Versicherung
  • Spritkosten
  • Inspektion
  • Reifen
  • Ersatzteile

Darüber hinaus ist auch der Wertverlust des Autos zu berücksichtigen. Dieser ist zwar im Anschaffungspreis enthalten, sollte aber bei der Berechnung der laufenden Kosten ebenfalls bedacht werden.

Die Schuldenfalle Auto kann relativ einfach umgangen werden, indem der Nutzer sich nicht von seinem Wunsch nach einem zu teuren Wagen verleiten lässt, sondern rational denkt und auf dieser Grundlage entscheidet. In jedem Fall sollten die zu erwartenden Kosten im Vorfeld realistisch berechnet werden. Stimmen die finanziellen Rahmenbedingungen, kann die Gefahr einer Verschuldung auf ein Minimum reduziert werden.