Die 5 größten Schuldenfallen für Jugendliche

Der jährlich erscheinende Bericht des Auskunftsunternehmens Creditreform zeigt seit Jahren einen klaren Trend, was Schulden bei Jugendlichen angeht. Die Zahl der Schuldner unter 20 Jahren hat sich laut dem Schuldneratlas seit 2004 mehr als vervierfacht. Heute ist jeder Achte in der Altersgruppe zwischen 18 und 20 Jahren nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder zumindest nicht mehr als die Einnahmen auszugeben. Bei der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren sieht es nicht viel besser aus. Seit 2004 ist die Anzahl der Schuldner in dieser Gruppe um rund 60 Prozent gewachsen. Doch was sind die Hauptursachen für diese beängstigende Entwicklung?

Der Hauptgrund für den Trend liegt in der Einstellung der Jugendlichen, die beim Kauf nicht mehr darüber nachdenken, wie viel sie sich wirklich leisten können. So nutzen immer mehr junge Erwachsene, Angebote mit scheinbar geringen Ratenkrediten, die oft über eine Laufzeit von 24 Monaten bedient werden müssen. Darüber hinaus nutzen viele Banken die Konsumlaune der Jugendlichen gezielt aus, indem sie auch Auszubildenden Dispo-Kredite anbieten und die Illusion erzeugen, man könne sich auch ohne Geld alles leisten.

Bei vielen Jugendlichen folgt der Freude am Konsum schon bald die Angst vor den Gläubigern. Nicht wenige junge Erwachsene haben bei einer ganzen Reihe von Geldgebern Schulden und können die Monatsraten schon lange nicht mehr bedienen. Die fünf größten Schuldenfallen werden im Folgenden vorgestellt, um einen Überblick über die Gefahren für Jugendliche zu geben und einen Ausweg zu bieten.

Das Handy

Das Handy beziehungsweise der Handyvertrag ist die Schuldenfalle, in die die meisten Jugendlichen tappen. Wer heutzutage kein Handy mit Internet Flatrate hat, der gehört nicht dazu und kann in sozialen Netzwerken nicht rund um die Uhr online sein. Der Zwang zur ständigen Verfügbarkeit führt dazu, dass sich viele Jugendliche beim Kauf des Smartphones übernehmen und noch dazu einen viel zu teuren Tarif wählen. Darüber hinaus ist das Handy in den Kreisen vieler Jugendlicher ein Statussymbol, das Einfluss auf die Stellung in der Gruppe hat.

Das Tückische an Handyverträgen ist, dass nicht nur die Vertragsgebühren monatlich abgebucht werden, sondern meist auch das Smartphone in Monatsraten abbezahlt wird. Das hat zur Folge, dass bei vielen Jugendlichen nur für die Zahlung der Raten monatlich 40 bis 60 Euro fällig werden. Dazu kommen in vielen Fällen noch nutzungsabhängige Kosten.

Wer sich für ein neues Handy beziehungsweise einen neuen Vertrag interessiert, der sollte vor dem Kauf einige wichtige Punkte bedenken, damit am Ende nicht das böse Erwachen kommt:

  • Die fälligen Monatsraten sollten gedanklich zu einem Gesamtbetrag aufsummiert werden. Nur so können Sie entscheiden, ob Sie sich ein neues Smartphone wirklich leisten können.
  • Im Zweifelsfall sollten Sie eher zu einem günstigeren Smartphone greifen und sich nicht von Gruppenzwängen oder den Modellen Ihrer Freunde verleiten lassen.
  • Für Handyverträge gibt es im Internet zahlreiche Vergleichsportale, auf denen Sie den günstigsten Tarif finden können.

Das Auto

Das Auto gehört nicht nur bei Jugendlichen zu den größten Schuldenfallen. Ähnlich wie das Handy wird es in vielen Kreisen als Statussymbol angesehen. Viele Jugendliche können vor allem die laufenden Kosten eines Pkws nicht einschätzen. Dazu gehören unter anderem:

  • Kosten für Benzin
  • Reparaturkosten
  • Versicherungen

Addiert man diese drei Posten, ergeben sich leicht dreistellige monatliche Beträge, die Jugendliche allein für die Unterhaltung eines Pkws zahlen. Mit dem Gehalt eines Auszubildenden ist diese finanzielle Belastung meist nicht zu stemmen. Wie auch beim Handy stellt die Möglichkeit der Ratenzahlung beim Kauf eines Autos ein weiteres Problem dar. Autos können sogar als Leasingwagen bestellt werden, sodass überhaupt keine Anzahlung fällig wird.

Kleidung

Die Schuldenfalle Kleidung spielt vor allem bei jungen Damen eine Rolle und führt in vielen Fällen zu einer Überschuldung in jungen Jahren. Die voll und ganz auf Konsum fixierte Werbung gaukelt uns vor, man müsse zu jeder Jahreszeit die saisonal angesagte Mode tragen, um gut auszusehen.

Viele junge Menschen machen heutzutage sogar bei Kleidungsstücken von Ratenzahlungen Gebrauch oder nutzen Kreditkarten, die erst einen Monat später bedient werden müssen. Diese Umstände führen dazu, dass der Kauf eines neuen Mantels im ersten Moment zwar Freude bringt, nach einiger Zeit aber für das böse Erwachen sorgt.

Abonnements im Internet

Das Internet steckt voller Gefahren. Zu den schwerwiegendsten gehören Abonnements, die auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind und den Nutzer dazu verpflichten, über einen langen Zeitraum monatliche Zahlungen zu leisten.

Oft gehen Jugendliche im Internet Verträge ein, ohne sich überhaupt darüber im Klaren zu sein. Bei etlichen Angeboten wie beispielsweise Streamingseiten oder dem Download von Softwareprodukten wird lediglich im Kleingedruckten darauf hingewiesen, dass der Nutzer ein Abonnement abschließt und für einen Zeitraum von 12 oder 24 Monaten Ratenzahlungen leisten muss.

In vielen Fällen sind derartige Abonnements ungültig und der Nutzer ist nicht zu einer Zahlung verpflichtet. Daher empfiehlt es sich, bei Mahnungen immer einen Anwalt einzuschalten und den entsprechenden Vertrag prüfen zu lassen. Wird nur im Kleingedruckten auf den Abschluss eines Vertrags hingewiesen, ist dieser in der Regel ungültig und es ist keine Zahlung zu leisten.

Die Wohnung

Jugendliche wollen immer früher ausziehen und sich ein eigenes Leben aufbauen. In vielen Fällen reicht das Auszubildendengehalt jedoch nicht einmal für ein WG-Zimmer. Viele junge Erwachsene nehmen daher teure Kredite auf, um sich schicke Wohnungen in guten Lagen zu finanzieren und unabhängig von den Eltern zu werden.

Die fünf größten Schuldenfallen für Jugendliche führen zusammen dazu, dass sich immer mehr junge Menschen schon Anfang zwanzig in einem Teufelskreis befinden, aus dem sie alleine nicht mehr herausfinden. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, einen professionellen Berater aufzusuchen. Viele Einrichtungen bieten kostenlose Hilfe an und zeigen Wege aus der Schuldenfalle auf.