Die Kosten einer Privatinsolvenz teilen sich in Verfahrenskosten und Kosten für einen eigenen Anwalt, falls ein solcher hinzugezogen wird, auf. Die Verfahrenskosten wiederum unterteilen sich in Gerichts- und Treuhänderkosten, wobei letztere den weitaus größten Kostenpunkt ausmachen. Diese Kosten werden auf Antrag gestundet.

Anwaltskosten für die Privatinsolvenz

Anwälte können unterschiedliche Gebührenmodelle für ihre Vertretung zugrunde legen. Diese Vertretung betrifft vorrangig das außergerichtliche Schuldenbereinigungsplanverfahren, das gesetzlich vorgeschrieben ist, und nach einem möglichen Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung die Antragstellung für das Verbraucherinsolvenzverfahren. Wenn der Beratungshilfesatz nach Gebührenstreitwert laut RVG (Rechtsanwaltsvergütungsordnung) zum Ansatz kommt, entstehen nur moderate Gebühren. Einige Anwälte handeln jedoch frei recht hohe Gebühren aus, weshalb am Markt je nach Streitwert (= Schuldenstand) Kosten zwischen rund 300 bis 5.000 Euro festzustellen sind. Zu beachten ist hierbei, dass eine reine Beratungshilfe nicht die Antragstellung für die Insolvenz und auch nicht die Vertretung im Eröffnungsverfahren umfasst. Eine Stundung von Anwaltsgebühren ist nicht möglich, denn der Anwalt müsste sich dann in die Riege der Insolvenzgläubiger einreihen. Daher ist regelmäßig Vorkasse zu leisten.

Verfahrensgebühren: Treuhänderkosten in der Privatinsolvenz

Für die Verfahrensgebühren stellt der Schuldner in der Regel einen Stundungsantrag, dem das Gericht anstandslos zustimmt, sobald die Vermögenssituation geklärt ist. Da Schuldner kurz vor der Insolvenz praktisch kaum noch über Vermögen, erst recht nicht über Barmittel verfügen, gibt es keinen anderen Weg, um das Verfahren zu eröffnen. Diese gestundeten Verfahrenskosten fallen nicht unter die Restschuldbefreiung, sie müssen später gezahlt werden. Einen Teil der Zahlung leistet der Schuldner schon während der Insolvenz und selbst während des laufenden Verfahrens, indem er Einkünfte über der Pfändungsfreigrenze an den Treuhänder abtritt. Ermittelt werden die Verfahrensgebühren nach der Insolvenzmasse. Das ist der Betrag, der durch die Verwertung des vorhandenen Vermögens und durch die später folgende Abtretung der Einkünfte über der Pfändungsfreigrenze erzielt wird. Außerdem gibt es Mindestgebühren. Die Kosten für die Treuhändervergütung im vereinfachten Insolvenzverfahren (betrifft die Privatinsolvenz) sind im § 13 Insolvenzverordnung festgelegt. Aufgeschlüsselt stellen sich die Kosten wie folgt dar:

  • Der Treuhänder erhält grundsätzlich 15 Prozent der Insolvenzmasse aus der Verwertung des vorhandenen Vermögens.
  • Von diesem Regelsatz kann bei vorzeitig beendetem (weil einfachem) Insolvenzverfahren nach unten abgewichen werden, wenn maximal fünf Gläubiger Forderungen anmelden. Hier werden eine Mindestvergütung von 600 Euro oder ein Satz zwischen 600 Euro und 15 Prozent der Masse festgesetzt. Die Untergrenze erhöht sich um 150 Euro je angefangene fünf Gläubiger bei einer Gläubigerzahl von 6 bis 15 Gläubigern. Danach (ab 16 Gläubiger) erhöht sich die Grundgebühr um 100 Euro je angefangene fünf Gläubiger.

In der Wohlverhaltensperiode erhält der Treuhänder eine anders berechnete Vergütung. Diese beträgt

  • 5 % von den ersten 25.000 Euro,
  • 3 % vom Mehrbetrag bis 50.000 Euro,
  • 1 % vom Betrag über 50.000 sowie
  • mindestens 100 Euro für jedes Jahr, ab dem sechsten Gläubiger nochmals 50 Euro pro angefangene fünf Gläubiger.

Verfahrensgebühren: Gerichtskosten der Privatinsolvenz

  • Eröffnungsverfahren: 0,5 Gebühr gemäß 2310 Kostenverzeichnis GKG, aber mindestens 12,50 Euro sowie Kosten für Kopien und Zustellungen
  • Durchführung des Insolvenzverfahrens: 3,0 Gebühr gemäß 2330 Kostenverzeichnis GKG
  • Restschuldbefreiung: rund 300 Euro Gerichtsgebühren

Vermögenslose Schuldner zahlen mindestens 2.000 Euro Gerichtsgebühren und Treuhänderkosten, die auf Antrag gestundet werden.