Kindergeld während der Privatinsolvenz

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Kindergeld während der Privatinsolvenz

Wenn Sie Privatinsolvenz anmelden, müssen Sie alles, was oberhalb des pfändbaren Einkommens liegt, an einen Treuhänder abführen. Der Treuhänder wendet sich an die Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers. Dort sorgt man dafür, dass Sie nur noch den nicht pfändbaren Teil Ihres Netto-Einkommens erhalten. Den darüberliegenden Anteil führt die Lohnbuchhaltung direkt ab.

Das steht Ihnen zu

Der pfändbare Teil Ihres Gehalts richtet sich nach Ihren aktuellen Lebensverhältnissen. Einer alleinstehenden Person stehen aktuell (Stand Dezember 2014) rund 1.050,- Euro monatlich zu. Bis zu diesem Betrag darf man Ihr Einkommen nicht pfänden. Für jede unterhaltsberechtigte Person in Ihrem Haushalt wird noch einmal ein bestimmter Betrag angerechnet. Das sind Beträge, die Sie behalten dürfen, egal was passiert.

Das Kindergeld ist zweckgebunden

Auch das Kindergeld dürfen Sie behalten! Beim Kindergeld handelt es sich um eine zweckgebundene Zahlung. Nicht Sie selbst sollen davon Ihren Lebensunterhalt finanzieren, sondern das Geld steht ausschließlich Ihrem Kind zu. Sie müssen dem Kind das Geld jedoch nicht auszahlen, es ist üblich, dass das Kindergeld in die Kosten für Ernährung, Bekleidung und sonstige Belange fließt. Kindergeld darf nicht gepfändet werden. Gleiches gilt übrigens für Kindesunterhalt – auch dieser wird zweckgebunden bezahlt und steht Ihnen zur Verfügung, damit Sie damit die Belange des Kindes finanzieren können.

Ihr Pfändungsfreibetrag verändert sich durch diese Zahlungen nicht. Das hängt damit zusammen, dass der Gesetzgeber weiß, dass der Unterhalt eines Kindes mehr kostet als das Kindergeld und der monatliche Unterhalt vom anderen Elternteil. Sie als erziehungsberechtigte Person müssen noch einiges zuzahlen. Das beginnt schon mit dem Wohnraum. Ein Erwachsener mit zwei Kindern benötigt einen größeren Wohnraum als eine alleinstehende Person. Größere Wohnungen mit vielen Zimmern sind teurer als Wohnungen für eine Einzelperson, aber notwendig, wenn beide Elternteile die Kinder erziehen und Privatinsolvenz anmelden müssen.

Wenn die Bank das Kindergeld nicht auszahlt

Das Kindergeld wird auf Ihr Konto überwiesen. Ihre Bank ist selbstverständlich über Ihre Privatinsolvenz informiert. Auch dort liegen die Insolvenztabellen vor und die Bank orientiert sich daran. Da die Bank als Drittschuldner haftbar gemacht werden kann, ist es möglich, dass Ihnen Beträge, die oberhalb der Pfändungsgrenze liegen, zunächst nicht auszahlt werden.

Sollte das geschehen, wenden Sie sich an Ihren Treuhänder und lassen das Kindergeld oder den Kindesunterhalt freigeben. Es gibt auch Insolvenzverwalter, die selbst versuchen das Kindergeld einzuziehen. Sollte das der Fall sein, stellen Sie unbedingt einen Freigabeantrag direkt an das Insolvenzgericht. Wenn Sie dabei Hilfe benötigen, holen Sie sich am besten einen Beratungsschein beim zuständigen Amtsgericht, konsultieren Sie einen Rechtsanwalt und lassen sich helfen.

By |2016-12-04T16:17:03+00:00Dezember 5th, 2014|Privatinsolvenz|0 Comments

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