Wenn es um das Thema Insolvenzverfahren geht, streiten sich die Geister und die Meinungen gehen sehr weit auseinander. Zusätzlich besteht bei vielen Betroffenen die Angst, hier etwas falsch zu machen. Wir wollen in diesem Artikel über fünf Irrtümer informieren.

Klare Gesetze

Im Jahr 1999 wurde das alte Konkursverfahren abgeschafft und die Insolvenz ins Leben gerufen. Im Insolvenzrecht waren nun auch spezielle Entschuldungsverfahren verankert, die es auch für Privatpersonen möglich machten, Privatinsolvenz anzumelden. Durch die Privatinsolvenz verändert sich die Situation des Schuldners enorm. Seit der Einführung der Insolvenz wurden nun immer mal wieder kleine Änderungen und Anpassungen vorgenommen.

Erkundet man sich heute zum Thema Privatinsolvent bzw. Verbraucherinsolvenz, so werden Sie schnell merken, dass Sie eine Vielzahl an unterschiedlichen Informationen erhalten. Dabei sind einige Inhalte auch schon längst wieder veraltet. Aus diesem Grund ist es immer wichtig, sich durch Fachpersonal beraten zu lassen. Besonders gut geeignet ist die Schuldnerberatung.

Da es immer wieder aufs Neue zu unterschiedlichen Änderungen kommt, ist es als Laie kaum möglich, hier ausreichend Informationen zu sammeln. Aus diesem Grund sind die Gesetze zwar klar formuliert, aufgrund der Tatsache, dass sie sich in kleinen Details jedoch sehr oft ändern, sind sie alles andere als klar für Betroffene.

Schuldnerberatung nutzlos

Viele Schuldner machen den Fehler und verzichten auf den Beistand durch einen Schuldnerberater oder andere Fachberater, die sich in diesem Bereich sehr gut auskennen. Dabei ist das Gefühl der Scham ein häufiger Grund. Zu weiteren Gründen gehören natürlich auch negative Erfahrungen sowie auch Fehlinformationen bezüglich der Wichtigkeit einer solchen Begleitung.

Dabei sollten Sie wissen, dass der Schuldnerberater seine Dienstleitung kostenlos anbietet und das in einer besonders hohen Qualität. Kein Wunder, denn hierbei handelt es sich schließlich um sein Spezialgebiet.

Die Arbeit einer Schuldnerberatung umfasst dabei nicht nur die fachkundige Begleitung im Bereich der finanziellen Probleme. Die sozialpädagogische Arbeit sollte keinesfalls unterschätzt werden. Aus diesem Grund ist es nicht selten, dass es sich oft um Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen handelt. Alles in allem sind die Arbeiten einer Schuldnerstelle für das Verbraucherinsolvenzverfahren wegweisend und sehr wichtig.

Begonnen wird damit, Ihr finanzielles Problem umfassend zu beleuchten. Auch wenn man hier als Schuldner selbst schnell Bauchweh bekommt, ist es wichtig, wirklich die gesamte Finanzsituation anzupacken und ehrlich mit sich selbst zu sein. Anschließend muss auch die Existenz des Schuldners sichergestellt werden. Genau das ist übrigens einer der großen Unterschiede, ob man den Weg mit oder ohne fachliche Begleitung geht.

Viele Betroffene haben Angst davor, dass durch die Hilfe von einem Schuldnerberater erhebliche finanzielle Kosten entstehen und der Schuldenberg weiterwächst. Das ist aber unbegründet. Im Zuge der Beratung erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Berater einen individuellen Finanzplan sowie einen Haushaltsplan. Diese Maßnahme soll vor allem der Versachlichung des Problems dienen, denn nicht selten werden hier auch unnötige Versicherungen oder andere Einsparmöglichkeiten gefunden.

Der nächste Schritt ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Dieser liegt bei der Kontaktaufnahme mit den Gläubigern. Auch hier werden die Fakten auf den Tisch gelegt und besprochen, wie genau man seine Schuld nach und nach begleichen kann. Dabei ist es wichtig, die raten nicht zu hoch anzusetzen, da ansonsten wieder finanzielle Probleme entstehen würden.

Eine Privatinsolvenz bevorzugt den Schuldner oder den Gläubiger

Der Fokus einer Beratungsstelle liegt vor allem auf der Schuldenregulierung. Das beinhaltet auch, dass herausgearbeitet wird, welche berechtigten Ansprüche von Gläubigern vorliegen. Des Weiteren wird nun natürlich auch geschaut, welche Zahlungen vom Schuldner selbst geleistet werden können.

Die Neuerung von dem Insolvenzverfahrens besteht darin, einen Endpunkt für die Schuldenregulierungsphase festzusetzen. Der Schuldner muss sich also nicht mit dem nicht pfändbarem Einkommen ein Leben lang den Aufforderungen der Gläubiger stellen. Es wird eine maximale Verfahrensdauer festgelegt, wobei diese mit dem Beginn des Verfahrens startet.

Innerhalb der festgelegten Jahre soll der Schuldner nun so viele Schulden wie möglich abbezahlen. Dabei bleiben ihm allerdings Freigrenzen, welche dem Schuldner sowie der Familie die Existenz sichern sollen. Dabei liegt die Konzentration während dieser Jahre aber trotzdem weiterhin auf dem Abtragen der Schulden. Nach Ablauf der Zeit kann der Betroffene nach der Restschuldbefreiung finanziell neu anfangen und wieder Fuß fassen.

Schulden werden nach Ablaufzeit gelöscht

Ein Verbraucherinsolvenzverfahren strebt eine Restschuldbefreiung nach sechs Jahren an. Diese Zeit kann bei einem Abtrag von 35 Prozent auch auf drei Jahre festgelegt werden. Der Begriff selbst kann aber schnell zu Missverständnissen führen. Die Schulden bleiben als solche trotzdem bestehen. SCHUFA Einträge werden zum Beispiel erst nach drei Jahren gelöscht. Der Schuldner kann nun die Schulden weiter abbezahlen, wobei die Gläubiger diese aber nicht mehr einklagen können.

Jeder verhält sich richtig

Auch im Bereich der Verbraucherinsolvenz handelt es sich nun mal um Menschen und nicht jeder ist allwissend oder weiß, welches Gesetz hier grade greift. Aus diesem Grund können auch Fehler gemacht werden, welche zu Lasten unterschiedlicher Betroffener ausfallen. So weiß man zum Beispiel aus den Firmeninsolvenzen großer Unternehmen, dass selbst hier die Gerichte oft absolut überfordert sind. Insolvenzverwalter arbeiten hingegen oft für sehr hohe Provisionen und Schuldner haben kaum die Möglichkeit, sich gegen die Fehler vom Gericht zu wehren, solange sie sich nicht umfassend von einem Anwalt beraten lassen können. Auch wenn es um den Vergleich von Schuldner gegen Gläubiger geht, ist ebenso meist der finanziell Stärkere im Vorteil.

Die 5 größten Irrtümer bei der Privatinsolvenz – Unser Fazit

Auch heute sind wir der Meinung, dass das Verbraucherinsolvenzverfahren ein besonders wichtiger Schritt in die richtige Richtung war. Dieses sorgt dabei vor allem für die Schuldner Entlastung und macht es möglich, dass Verbraucher irgendwann wieder schuldenfrei durchs Leben gehen. Allerdings ist auch eine weitere Entwicklung sehr wichtig und daher unabdingbar.