Die meisten Menschen, die eine Privatinsolvenz beantragen, sind pleite und haben sich deutlich überschuldet. Betroffene brauchen sich jedoch nicht verstecken oder gar schämen, denn das kann jedem passieren. Jetzt heißt es handeln und den Weg in ein schuldenfreies Leben wiederfinden. Doch auch bei der Privatinsolvenz sind viele Dinge zu beachten. Wir wollen Sie in diesem Artikel auf die vier teuersten Fehler bei einer Privatinsolvenz aufmerksam machen.

Halten Sie sich an Regeln

Die 4 teuersten Fehler bei der PrivatinsolvenzNur, wenn Sie sich korrekt verhalten, können Sie schlussendlich einen Antrag auf die Restschuldbefreiung stellen. Die Wohlverhaltensphase dauert sechs Jahre, wobei der Zeitraum verkürzt werden kann. Wenn Sie die Gläubiger mit mindestens 35 Prozent bezahlt haben und auch die Kosten des Verfahrens übernehmen, verkürzt sich die Zeit zumindest auf drei Jahre.

Können Sie sich das finanziell nicht leisten, so verkürzt sich der Zeitraum auf fünf Jahre. In diesen Jahren müssen Sie sich an die gesetzlichen Regeln halten. Sinn ist es, dass Sie sowohl Ihre Vermögenswerte als auch das pfändbare Einkommen an einen vom Gericht festgelegten Treuhänder abtreten, welcher nun Ihre Gläubiger bedient.

Regelverstöße, die das Gesetz ahndet

Es gibt auch unterschiedliche Gesetze, an die Sie sich halten müssen. Diese wollen wir Ihnen im Folgenden erklären:

Die Arbeitspflicht

Damit Sie eine Restschuldbefreiung beantragen können, müssen Sie Ihre Erwerbsobliegenheit nachkommen. Im §§ 287b, 295 I Nr. 1 InsO ist festgelegt, dass Sie dazu verpflichtet sind, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben. Sollten Sie also arbeitslos sein, so ist es Ihre Pflicht, sich um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen. Das bedeutet auch, dass Sie keine Arbeitsstelle grundlos ablehnen dürfen. Hier greifen die Grundsätze des Unterhaltsrechts.

Wenn Sie also arbeitslos sind, müssen Sie nachweisen können, dass Sie sich in dieser Zeit um einen neuen Arbeitsplatz bemüht haben. Dabei geht es um das Schreiben von Bewerbungen sowie das Wahrnehmen von Vorstellungsgesprächen. Die Bemühungen werden vom Treuhänder geprüft. Es gibt sogar Treuhänder, welche bei den Arbeitgebern anrufen und nachfragen, wie Bewerbungsgespräche verliefen und wie die Aussichten für Sie stehen.

Des Weiteren sind Sie dazu verpflichtet, Aus- und Weiterbildungen zu akzeptieren. Allerdings nur dann, wenn sich dadurch Ihre Chance am Arbeitsmarkt verbessern wurde. Dieses Vorgehen betrifft dabei vor allem auch die jüngeren Personen.

Wen Sie selbstständig sind, müssen Sie die Zahlungen so durchführen, als würden Sie ein „angemessenes Dienstverhältnis“ eingehen.

Nur als Geringverdiener, Hausfrau bzw. Hausmann oder Langzeitarbeitslose und Bezieher von einer Minirente können eine Restschuldbefreiung auch dann erwarten, wenn keine Gelder an den Treuhänder abgeführt werden.

Informationspflicht

Ein Schuldner ist dazu verpflichtet, gegenüber dem Treuhänder alle Veränderungen, wobei natürlich kein Vermögen verheimlicht werden darf. Erhalten Sie also innerhalb dieser Zeit eine Erbschaft, dürfen Sie davon zwar die Hälfte behalten, die andere Hälfte müssen Sie jedoch dazu nutzen, um die Schulden bei den Gläubigern zu bezahlen. Das Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber gehört ebenfalls Ihnen und darf behalten werden.

Treuhänder bezahlen

Achten Sie immer darauf, auch die Gebühren vom Treuhänder zu bezahlen. Dieser kann nämlich den Antrag stellen, dass eine Restschuldbefreiung nicht genehmigt wird. Allerdings muss dieser Sie auf die Gefahr hinweisen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn diese Kosten beim Insolvenzverfahren vom Gericht gestundet wurden. In einem solchen Fall wird Ihnen ein Rechtsanwalt Ihrer Wahl genehmigt. Wenn es eine Stundung gibt, so können Sie mit dem Gericht Ratenzahlungen vereinbaren. Wenn Sie auch diese nicht zahlen, kann das Gericht die Stunden auch wieder aufheben und auch die Restschuldbefreiung widerrufen.

Insolvenzstraftaten vermeiden

Es kommt immer wieder vor, dass sich Schuldner wegen Bankrott oder der Verletzung der Buchhaltungspflicht strafbar machen. Zusätzlich ist auch die Gläubiger- oder Schuldnerbegünstigung strafbar. Kommt es hier zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder aber zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten, so darf das Gericht die Restschuldbefreiung verweigern.

Irreführende Angaben vermeiden

Bleiben Sie beim Insolvenzverfahren ehrlich. Machen Sie bezüglich Ihres Vermögens sowie Ihrem Einkommen also keine irreführenden Angaben. Auch hier besteht das Risiko, erwischt zu werden, sodass die Restschuldbefreiung in Gefahr wäre.

Keine öffentlichen Leistungen oder Kredite erschleichen

Die Restschuldbefreiung wird auch dann versagt, wenn drei Jahre vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder aber drei Jahre danach bewusst irreführende Angaben gemacht wurden, um so einen Kredit zu bekommen oder aber öffentliche Leistungen zu bekommen. In diesem Fall würden Sie sich „unredlich“ verhalten. Allerdings wird die Eröffnung einer Privatinsolvenz in der SCHUFA vermerkt, sodass die Möglichkeit recht gering ist, bei einer Bank einen Kredit zu bekommen.

Finger Weg von Angeboten aus dem Ausland

In Frankreich ist es möglich, die Privatinsolvenz innerhalb von nur 12 Monaten zu bewerkstelligen. Natürlich klingt das im ersten Moment besonders gut. Allerdings gibt es da auch einen Haken. Sie müssen nach Frankreich ziehen und Ihren Wohnsitz in Deutschland aufgeben. Dabei reicht ein bloßer Briefkasten aber nicht aus. Sie brauchen eine ordentliche Wohnung und müssen auch für die französischen Behörden durchgehend erreichbar sein. Des Weiteren brauchen Sie einen Arbeitsplatz in Frankreich, da es zu Anfang keinerlei Sozialleistungen gibt.

Wenn Sie nicht besonders gut die Sprache des Landes beherrschen, geben Sie sich zusätzlich in die Hände eines Beraters, dem Sie zu 100 Prozent vertrauen müssen. Diese kosten in Frankreich übrigens auch recht viel Geld, sodass Sie in den einfachen Fällen alleine schon mit mindestens 10.000 Euro rechnen müssen, wobei der persönliche Aufwand des Umzugs auch nicht zu unterschätzen ist. Auch die persönlichen und psychischen Belastungen sind hier höher.

Anpassungsklausel und Schuldenbereinigungsplan

Es kann natürlich immer passieren, dass das Einkommen sich ändert, ohne dass Sie was dafür können. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt darauf achten, dass der Schuldenbereinigungsplan eine sogenannte Anpassungsklausel enthält. Diese sollte eventuelle Einkommensverhältnisse durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder eine Scheidung berücksichtigen. Auch wenn es Zahlungsbeträge gibt und diese für die erste Zeit festgelegt wurden, so können diese wieder angepasst werden.

Hausbank informieren

Auch die Hausbank sollte über Ihre Privatinsolvenz benachrichtigt werden. So wird eine Privatinsolvenz auch der SCHUFA gemeldet. Banken haben nämlich das Recht, den Kunden aufgrund von einer Verschlechterung der Vermögenssituation zu kündigen. Es ist also schon passiert, dass Banken das Girokonto mit eventuellem Dispositionskredit oder aber einen Kredit des Ehepartners gekündigt haben.

Zur Sicherheit ist es ratsam, dass Sie auf Ihrem Konto einen Pfändungsschutz aktivieren. Das ist völlig kostenlos und bringt für Sie viele Vorteile mit sich.

Die 4 teuersten Fehler bei der Privatinsolvenz – unser Fazit

Wenn die Privatinsolvenz beantragt wird und Sie pleite sind, ist das kein Weltuntergang und Sie brauchen sich auf keinen Fall schämen. Wichtig ist es nur, die nächsten Jahre finanziell zu überstehen und sich an die Regeln zu halten, sodass Sie schon bald wieder schuldenfrei durchs Leben gehen können. Dabei ist es wichtig, sich immer von jemandem beraten zu lassen.

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