Die Regeln nach der Eröffnung einer Privatinsolvenz sind fest geregelt und es gibt einen Insolvenzplan, an den sich der Betroffene zu halten hat. Doch während die Regeln für die Wohlverhaltensphase feststehen, sind sich viele Betroffene sehr unsicher, was im Vorfeld alles zu beachten ist. Wir wollen in diesem Artikel sechs Tipps geben, welche vor allem das Vorfeld betreffen. Während die Schuldenberatung bzw. Schuldenhilfe bestimmt weiterhelfen kann, sind allerdings weitere Dinge zu beachten.

Schuldendienst stoppen

6 wichtige Tipps für PrivatinsolvenzenAllein das Wort „Privatinsolvenz“ löst bei vielen Menschen Bauchweh aus. Oft merken Betroffene erst, wie schlimm es um die finanzielle Situation steht, wenn die ersten Pfändungen bzw. dessen Ankündigungen eintreffen. Um nun Vollstreckungsmaßnahmen abzuwenden, wird jeder Cent, der zur Verfügung steht, abbezahlt und trotzdem ist es kaum möglich, allen Gläubigern gerecht zu werden. Eine deutliche Überschuldung kann dabei oft gar nicht mehr abgewendet werden. Auch hier handelt es sich um eine Schuldenfalle, die auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Viele bleiben dabei selbst so extrem auf der Strecke, dass einige von ihnen davon psychisch krank werden.

Leider lassen sich manche Schulden ab einer bestimmten Einkommensgrenze einfach nicht mehr bewältigen, da die Zinsen einfach ins Uferlose gehen. Denn kaum einem Schuldner ist wirklich bewusst, dass es bei der Privatinsolvenz nur noch um das pfändbare Einkommen geht, sodass Sie selbst einen Pfändungsfreibetrag zur freien Verfügung haben. Um sich einen ersten Einblick zu verschaffen, sollten Sie einen Blick in die Pfändungstabelle werfen. Hier sind die Pfändungsgrenzen festgelegt.

Wenn einfach zu viele Schulden da sind, die Zinsen in die Höhe schießen und Sie nicht mehr wissen, wie Sie Ihre Einkäufe oder Stromrechnungen zahlen sollen, so gilt es, den Schuldendienst einzustellen!

Prüfung des Schuldenvergleichs

Bei einem freiwilligen Schuldenvergleich kommt es immer wieder vor, dass einige Gläubiger sogar außergerichtlich auf einen Teil der Schuld verzichten. Vor allem dann, wenn Sie Ihnen eine konstante Ratenzahlung anbieten können. Noch besser finden sie natürlich hohe Einmalzahlungen bzw. eine Kombination aus beidem. Misslingt der Schuldenvergleich, so bleibt oft nur noch der Weg zum Insolvenzgericht samt der Privatinsolvenz.

Sammeln sie Post der Gläubiger

Die Gläubigerpost ist für den Insolvenzantrag sehr wichtig. Des Weiteren braucht das Gericht auch zustellungsfähige Adressen. Zu der typischen Gläubigerpost gehören:

  • Mahnungen
  • Drohungen
  • Mahnbescheide
  • Vollstreckungsbescheide
  • Gerichtsurteile
  • Pfändungsprotokolle
  • Eidesstattliche Versicherung

Sortieren Sie diese Post immer nach Datum. So kann das Gericht die Gläubigerliste anfertigen. Achten Sie darauf, nicht den Gläubiger mit dem Gläubigervertreter zu verwechseln. Bei Letzterem handelt es sich um Rechtsanwälte oder Inkassobüro, welche von dem eigentlichen Gläubiger damit beauftragt wurden, die Schulden einzutreiben.

Retten Sie, was möglich ist

Um Ihre Restschuldbefreiung nicht zu gefährden, dürfen Sie keine Schritte unternehmen, um Ihr Vermögen zu schützen. So wird im Vorfeld eine detaillierte Vermögensauskunft von Ihnen verlangt, bei denen all Ihre Vermögensverhältnisse durchleuchtet werden. Das bedeutet auch, dass Sie nicht Ihrem Ehepartner oder anderen Familienmitgliedern Geld zukommen lassen dürfen, was sonst gepfändet werden würde bzw. für die Schuldenregulierung eingeplant ist.

Es ist Ihnen allerdings erlaubt, das Geld vor der Insolvenz maßvoll aufzubrauchen. Haben Sie ein Sparguthaben, so dürften Sie zum Beispiel 200 Euro zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten abzweigen. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um sich eventuell noch mal neue Möbel oder wichtige Geräte zu kaufen. Innerhalb der Wohlverhaltensperiode werden Sie leider kaum dazu kommen.

Haben Sie Geld geerbt, so erhält der Insolvenzverwalter während des Insolvenzverfahrens die komplette Summe. Bekommen Sie das Erbe aber innerhalb der Wohlverhaltensphase, so dürfen Sie die Hälfte behalten, während die andere Hälfte in den Schuldenabbau fließt. In diesem Fall bleibt Ihnen jedoch auch über, das Erbe auszuschlagen und sich mit weiteren Miterben darauf zu einigen, dass Sie das Erbe nach dem Verbraucherinsolvenzverfahren bekommen. Das ist zwar nicht verbindlich möglich, sondern beruht in diesem Fall allein auf Vertrauensbasis. Viele Betroffene verschenken zum Beispiel auch Fahrzeuge, um sich diese nach Ablauf der Verbraucherinsolvenz zurück schenken zu lassen.

Finden Sie einen guten Berater

Hat man sich überschuldet und konnte die Rechnungsbeträge nicht mehr tilgen, ist der Schritt in die Privatinsolvenz nicht verkehrt. So können Sie die Schuldenfalle abwenden und dafür sorgen, dass alle Schulden samt Verfahrenskosten abbezahlt werden. Um sich hier abzusichern und richtig vorzugehen, ist es immer zu empfehlen, sich an einen fachspezifischen Berater zu wenden. So können Sie bei der Privatinsolvenz einiges falsch machen und Fehler, die gegen die Insolvenzordnung verstoßen, kosten bares Geld. So können Sie auch hier die Restschuldbefreiung riskieren und somit Gefahr gehen, dass Sie auch nach der Privatinsolvenz nicht schuldenfrei durch Leben gehen können. Eine gute Beratung hat hier schon Wunder bewirkt und sollte bereits vor dem Antrag wahrgenommen werden.

Sechs wichtige Tipps für Privatinsolvenzen – unser Fazit

Wenn es um die Restschuldbefreiung geht, müssen Betroffene im Vorfeld einen langen Weg gehen. Dieser lohnt sich jedoch in vielen Fällen der Überschuldung. Dabei sollten Sie keinerlei Schritte vergessen. So zum Beispiel den Versuch zu unternehmen, sich außergerichtlich mit dem Gläubiger zu einigen. Dieser Schritt ist für die Verbraucherinsolvenz wichtig, wird bei der Regelinsolvenz jedoch nicht vorausgesetzt. Da es viele unterschiedliche Regeln gibt, ist es immer ratsam, sich einen Profi an die Hand zu nehmen und diesen Weg gemeinsam mit ihm zu gehen.

Jetzt Kredit beantragen
Dieses Formular ist ein Service der CrediMaxx® GmbH