Vorfälligkeitsentschädigung

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Vorfälligkeitsentschädigung

Immer dann, wenn das Zinsniveau gegenüber dem Abschusszeitpunkt des Kredits sinkt, entsteht bei Kreditnehmern der Wunsch, den Kredit umzufinanzieren und so zu einem niedrigen Zinssatz zu kommen. Eine vorzeitige Kündigung eines Kredits ist auch dann wünschbar, wenn zwischenzeitlich unerwartete Zahlungseingänge eingetreten sind, die den Kredit überflüssig gemacht haben. Doch insbesondere bei gesunkenem Zinsniveau sind Kreditgeber nicht gerne bereit, eine vorzeitige Rückzahlung zu akzeptieren. Sie werden in diesem Falle eine Vorfälligkeitsentschädigung beanspruchen, die durchaus sehr hoch ausfallen kann.

Hintergründe der Vorfälligkeitsentschädigung

Eine Vorfälligkeitsentschädigung ist meist nur relevant bei länger laufenden Festzinskrediten. Hier muss die Bank den Zinssatz unverändert lassen, was dann zum Vorteil des Kreditnehmers ist, wenn das Zinsniveau ansteigt. Es gibt aber auch Kredite, deren Zinssatz sich parallel zu einem Referenzzinssatz entwickeln, der der Marktentwicklung des Zinsniveaus entspricht. Da die Vorfälligkeitsentschädigung den Verlust der Bank kompensieren soll, wenn vorzeitig ein lukrativer Kredit zurückgezahlt wird, gibt es bei einem variablen Zinssatz keine Begründung für eine Vorfälligkeitsentschädigung. Bei einem festen Kreditzins hingegen hat sich der Kreditgeber oft die Refinanzierung ebenfalls zu einem festen Zinssatz für gleiche Zeiträume gesichert. Diese Refinanzierung wird überflüssig und muss mit hohen Kosten aufgelöst werden, wenn der Kreditnehmer seinen Kredit vorzeitig tilgt.

Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

Um die Vorfälligkeitsentschädigung zu berechnen, muss der Kreditgeber seine Verluste bestimmen. Diese hängen vom aktuellen und zukünftigem Zinsniveau und dem Zinssatz des vorzeitig gekündigten Kredits ab. Der Kreditgeber wird in vielen Fällen einfach die Summe der ausgefallenen Zinszahlungen aufaddieren und davon die nun nicht mehr zu zahlenden Beträge für die Refinanzierung abziehen. Für den Kreditnehmer kann der Betrag der Vorfälligkeitsentschädigung so hoch ausfallen, dass sich die vorzeitige Kündigung nicht mehr lohnt. Ob das der Fall ist, kann er nur dadurch abschätzen, wenn er die Kosten der Vorfälligkeitsentschädigung den Erträgen einer risikoarmen Geldanlage des vorzeitig gekündigten Kreditbetrags gegenüberstellt.

Vermeiden einer Vorfälligkeitsentschädigung

Bereits beim Abschluss eines Kreditvertrages kann man viel dafür tun, dass eine zukünftige Vorfälligkeitsentschädigung gering ausfällt oder ganz unterbleibt. Oft sind Kreditgeber beim Kreditabschluss zu Vereinbarungen über Sondertilgungsmöglichkeiten bereit, ohne dass dafür die Kosten des Kredits stark ansteigen. Solche Sondertilgungsmöglichkeiten sollte man in den Kreditvertrag hineinnehmen. Meist werden Sondertilgungen im Jahresabstand auf ein gewisses Niveau begrenzt. Hier sollte man möglichst hohe Anteile vereinbaren. Kündigt man später den Kredit, dann kann der Kreditgeber bei einer großzügigen Festlegung der Sondertilgungen nur noch eine geringe Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

By |2016-12-05T12:44:13+00:00Dezember 4th, 2014|Lexikon|0 Comments

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