Restschuldversicherung

Restschuldversicherung

Anhand einer Restschuldversicherung wird ein Kredit versichert, falls der Kreditnehmer die Raten nicht mehr zahlen kann. Prinzipiell werden die Risiken

  • Tod,
  • unverschuldete Arbeitslosigkeit und
  • Berufsunfähigkeit (länger währende Krankheit)

abgesichert. Kreditnehmer müssen genau überprüfen, wie diese Risiken vertraglich festgelegt werden. Nicht jede Restschuldversicherung bietet den gleichen Leistungsumfang; zudem unterscheiden sich die Kosten zwischen einzelnen Anbietern erheblich.

Aufbau einer Restschuldversicherung

Eine Restschuldversicherung ist eine gesonderte Versicherungsleistung, die zwar von der Kredit gebenden Bank angeboten wird, jedoch von einem Versicherer als Partner der Bank kommt. Es handelt sich damit um eine Kreditsicherheit des Kreditnehmers – ebenso, als verfüge er bereits über eine kapitalbildende Lebensversicherung und trete diese als Sicherheit an die Bank ab. Auch die Restschuldversicherung tritt der Kreditnehmer automatisch an die Bank ab, auch wenn dieser Vorgang wenig registriert wird. Dabei sollte er sich schon dafür interessieren, denn eine Restschuldversicherung ist nicht billig. Durchschnittlich werden in Deutschland pro Kredit 12.000 Euro abgesichert, was belegt, dass Verbraucherdarlehen zur freien Verwendung im Vordergrund stehen.

Kfz-Darlehen oder Immobilienkredite werden über den Kfz-Brief oder die Grundschuld abgesichert; bei Immobilienversicherungen schließen die Kreditnehmer zusätzlich eine Risikolebensversicherung ab. Die Restschuldversicherung wird in Monatsraten zusammen mit der Kreditrate bedient; der Kreditnehmer spürt dabei die Kosten nicht so deutlich, wie wenn er sie gesondert zahlen würde. Aufgrund mangelnder Transparenz wird davor eindeutig gewarnt (siehe unten). Ein weiteres Detail der Restversicherung besteht darin, dass die Banken diese Policen in einem sogenannten Gruppenversicherungsvertrag zusammenfassen, der nicht den Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetz (VVG) unterliegt.

Vor- und Nachteile der Restschuldversicherung

Eine Restschuldversicherung hat zunächst einmal den Vorteil, den Kreditgeber vor einer Abschreibung des Darlehens zu schützen, falls der Kreditnehmer in Schwierigkeiten gerät. Der Kreditnehmer wiederum wird vor Zwangsmaßnahmen bis zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung beziehungsweise einer Verbraucherinsolvenz geschützt. Darüber hinaus weist die Restschuldversicherung einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Vorteil auf: Es handelt sich schließlich (auch) um eine Art Risikolebensversicherung. Für solche Versicherungen ist normalerweise eine Gesundheitsprüfung vorgesehen, die bei der Restschuldversicherung entfällt. Nur ein Versicherungsfall aufgrund einer bekannten Vorerkrankung wird ausgeschlossen. Während also rein versicherungstechnisch eine Restschuldversicherung durchaus vorteilhaft gestaltet ist, weist sie hinsichtlich der Kosten, der Transparenz und des Vertriebs erhebliche Nachteile auf:

  • Sie ist teuer: In der Regel verdoppeln ihre Kosten (eigentlich) den effektiven Jahreszins eines Darlehens. Das bedeutet: Wer einen Kredit für 15.000 Euro aufnimmt und ihn bei einem Zinssatz von 5,50% auf vier Jahre tilgt, könnte für eine Restschuldversicherung rund 1.700 Euro zahlen.
  • Das Einfließen in die Kreditkosten muss laut Preisangabenverordnung (PAngV) nicht ausgewiesen werden. Sollte also der effektive Jahreszins 5,50% betragen und sich eigentlich mit der Restschuldversicherung auf rund 11% erhöhen, muss die Bank keinesfalls diese 11% als effektiven Jahreszins angeben. Das würde Verbraucher sehr abschrecken. So sehen sie zwar die hohe Kreditrate, rechnen sich aber nicht den tatsächlichen effektiven Jahreszins aus.
  • Verbraucherschützer kritisieren, dass eine Restschuldversicherung überflüssig ist, wenn der Kreditnehmer bereits über andere Sicherheiten – darunter eine Kapital bildende Lebensversicherung – verfügt. Diese würde denselben Zweck erfüllen. Jedoch bieten Banken in ihren Kreditanträgen die Restschuldversicherung automatisch an; sie vertreiben diese und täuschen den Kunden bezüglich der strikten Trennung der Versicherungsleistung.
  • Das Vertriebsmodell über die Banken stößt zwangsläufig auf Kritik. Kunden erhalten den Eindruck, sie müssen eine Restschuldversicherung abschließen, wenn sie einen Kredit erhalten wollen. Dies ist jedoch nur in Ausnahmefällen so, in denen die Bank dann auch die Kosten der Versicherung in den effektiven Jahreszins einrechnen muss.

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