Privatinsolvenz

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Privatinsolvenz

Privatinsolvenz ist dann möglich und zwingend geboten, wenn eine Privatperson überschuldet ist. Es ist also erkennbar, dass die entsprechende Person selbst, unter idealen Bedingungen, nicht mehr in der Lage sein wird, ihre Kredite zu tilgen. Bevor das Privatinsolvenz-Verfahren auf gerichtlichem Wege beginnt, muss der Gläubiger einen außergerichtlichen Einigungsversuch unternehmen, bei dem die Privatinsolvenz dadurch vermieden werden kann, dass die Gläubiger auf große Teile ihrer Forderungen endgültig verzichten.

Verfahrensschritt 1 der Privatinsolvenz: Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs

Der Schuldner macht sich eine Liste aller Gläubiger und bittet diese um eine Aufstellung aller offenen Forderungen. Allein oder gemeinsam mit einer Schuldnerberatungsstelle kann anschließend ein Schuldenbereinigungsplan aufgestellt werden. Hierbei wird den Gläubigern eine Quote angeboten, die prozentual festlegt, wieviel von den Schulden noch zurückzuzahlen sind. Wirksam wird der Schuldenbereinigungsplan nur, wenn alle Gläubiger zustimmen. Gelingt dies, dann entfällt die Privatinsolvenz, ansonsten geht es mit dem nächsten Verfahrensschritt weiter.

Verfahrensschritt 2 der Privatinsolvenz: Scheitern des gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahrens

Nun beantragt der Schuldner beim zuständigen Insolvenzgericht das Verbraucherinsolvenzverfahren. Die Ergebnisse des vorherigen Schritts werden durch eine geeignete Stelle oder Person (Schuldenberatungsstelle oder Rechtsanwalt) dem Gericht vorgelegt. Der Schuldner stellt außerdem einen Antrag auf Restschuldbefreiung und legt ein Vermögensverzeichnis vor. Außerdem hat er die Übersicht über Gläubiger und Schulden einzureichen. Mit diesen Informationen kann das Gericht prüfen, ob ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren Erfolg haben könnte. Auch hier gibt es eine Quote für die Gläubiger, die diese akzeptieren können. Damit dieses Verfahren wirksam wird, müssen 50 Prozent der Gläubiger zustimmen. Die fehlende Zustimmung der anderen Gläubiger kann das Gericht ersetzen. Gelingt dies, dann ist das Insolvenzverfahren beendet. Andernfalls kommt es im nächsten Verfahrensschritt zur Privatinsolvenz.

Verfahrensschritt 3: Privatinsolvenz

Alle verwertbaren Vermögensbestände des Schuldners werden einer Verwertung zugeführt, der Erlös wird nach Abzug der Kosten des Verfahrens unter den Gläubigern aufgeteilt. Es wird ein Treuhänder eingesetzt, der bis zum Abschluss des Verfahrens darüber zu wachen hat, ob der Schuldner seine Verpflichtungen einhält. Neues Einkommen, das oberhalb der Pfändungsgrenze liegt, ist an den Treuhänder zur Begleichung der Altschulden zu überweisen. Bis zur Restschuldbefreiung vergehen sechs Jahre. Diese kann verweigert werden, wenn der Schuldner sich regelwidrig verhält. Kommt es zur Restschuldbefreiung, dann kann anschließend der Schuldner ein neues Leben beginnen und muss nicht mehr damit rechnen, mit Forderungen aus seinen Altschulden konfrontiert zu werden.

By |2016-12-05T12:49:04+00:00Dezember 4th, 2014|Lexikon|0 Comments

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