Vorteile und Nachteile von Krediten

Wird ein Kredit aufgenommen, steht erst einmal das Geld zur Erfüllung eines Traumes oder verschiedener Wünsche zur Verfügung. Der Nachteil ist aber, dass dieses Geld natürlich zurückgezahlt werden muss – inklusive Zinsen und teilweise noch einiger Gebühren. Die genannten Punkte sind im Wesentlichen die Vor- und Nachteile eines Kredites. Doch was ist noch wichtig?

Allgemeines zu den Vor- und Nachteilen eines Kredites

Nimmt ein Gewerbetreibender mit einem florienden Unternehmen im Rücken einen Kredit auf, so stellt sich teilweise die Frage nach dem Sinn des Vorhabens. Doch bei einer Privatperson sieht die Sache anders aus. Hier muss eventuell ein finanzieller Engpass überbrückt werden oder es geht darum, einen mit hohen Ausgaben verbundenen Traum in Erfüllung gehen zu lassen.

So kann der Kauf einer Immobilie oder der Neubau des ersehnten Einfamilienhauses oft nicht ohne ein Darlehen finanziert werden. Ein Engpass kann aber auch durch plötzlich erforderliche, unerwartete Ausgaben entstehen. Muss unvorhergesehen ein neues Auto gekauft werden, so wird der Kaufbetrag oft über einen Kredit finanziert.

Ein Kauf ist nicht selten sowohl dringlich als auch teuer. Mithilfe des Kredites kann der finanzielle Engpass überbrückt werden. Das gilt auch für Kredite, die seitens eines Unternehmens aufgenommen werden müssen, wenn beispielsweise Investitionen oder Reparaturen anstehen. Werden die Darlehen nur aus steuerlichen Gründen aufgenommen, ist von einer Notwendigkeit nicht auszugehen.

Die Vor- und Nachteile eines Kredites sollten insbesondere dann gut gegeneinander abgewogen werden, wenn kein finanzieller Engpass Grund für die geplante Verschuldung ist, sondern lediglich ein Konsumwunsch zum Darlehen führt. Soll ein Urlaub oder der neue Flachbildfernseher finanziert werden, so ist beides nicht lebensnotwendig und führt dennoch dazu, dass Schulden das zukünftige monatliche Budget belasten.

Vorteile eines Kredites

Durch einen Kredit wird der Kreditnehmer kurzfristig liquide. Er kann eine Investition tätigen oder sich einen Kaufwunsch erfüllen. Man nehme einmal das Beispiel eines Autokaufs:

Der Verkäufer möchte für das Fahrzeug 25.000 Euro haben. Kann das Auto aber bar bezahlt werden, so gibt er einen Rabatt auf den Verkaufspreis in Höhe von zehn Prozent. Dieser Nachlass beträgt dann immerhin 2.500 Euro. Wird ein Kredit über die Höhe von 20.000 Euro aufgenommen, müssen nur noch die übrigen 2.500 Euro durch Eigenkapital abgedeckt werden. Bei einem Zinssatz von fünf Prozent werden ca. 1500 Euro Zinsen fällig, wenn die Laufzeit des Kredites drei Jahre beträgt und die monatlich zu zahlende Rate auf circa 600 Euro festgelegt wird.

Daraus ergibt sich die folgende Rechnung:
Kaufpreis: 22.500 Euro
Kredit: 20.000 Euro
Zinssatz: 5 Prozent
Eigenkapital: 2.500 Euro
Monatliche Rate: 600 Euro
Laufzeit: 36 Monate
Rückzahlungsbetrag: 21.600 Euro
Gesamter aufzubringender Betrag: 24.100 Euro
Ersparnis: 900 Euro

Der Käufer spart also 900 Euro gegenüber dem ursprünglichen Preis, wenn er das Fahrzeug in bar bezahlt. Voraussetzung bei diesem Rechenbeispiel ist aber, dass die genannten 2.500 Euro Eigenkapital aufgebracht werden und dass die Bonität des Kreditnehmers gut ist. Bei schlechter Bonität sind die Kreditkonditionen zumeist ungünstiger, was bedeutet, dass der Zinssatz steigt oder eine geringere Kreditsumme gewährt wird.

Kredite können aber auch dann von Vorteil sein, wenn sie bereits bestehende Darlehen ablösen sollen. Wurden diese zu Zeiten eines hohen Zinsniveaus aufgenommen, so kann sich durch die Umschuldung ergeben, dass einige Tausend Euro eingespart werden können – abhängig von der Höhe des Kredites und der Laufzeit sowie dem Zinssatz.

Zudem kann ein Kredit aufgenommen werden, wenn dieses Geld als Eigenkapital deklariert werden darf. So gibt es bestimmte Förderkredite der KfW, die bei Auszahlung als Eigenkapital eingesetzt werden können. Damit verbessert sich die Bonität des Kreditnehmers, der wiederum bei einer anderen Bank mit hohen Sicherheiten punkten kann.
Hier noch einmal die Vorteile eines Kredites im Überblick:

  • sofortige Finanzierung eines Kauf- oder Investitionswunsches
  • Inanspruchnahme von Rabatten und Nachlässen möglich
  • Verbesserung der Eigenkapitalsituation
  • Umschuldung möglich
  • Finanzierbarkeit größerer Kaufvorhaben gegeben
  • Finanzierung auf Zeit mit geringer monatlicher Belastung möglich

Nachteile eines Kredites

Wo Licht ist, ist auch Schatten – dieses Sprichwort gilt auch in Bezug auf Kredite. Diese bringen im Einzelfall erhebliche Nachteile mit sich. Am wichtigsten ist hier wohl die finanzielle Mehrbelastung, die monatlich für den Kreditnehmer entsteht. Nicht nur der tatsächliche Kreditbetrag muss zurückgezahlt werden, auch die Zinsen fallen zur Rückzahlung an. Je nachdem, wie gut oder schlecht die Konditionen des Kredites sind, können die Zinsen sehr ungünstig ausfallen und teuer werden.

Kreditnehmer laufen Gefahr, sich zu überschulden. Spätestens dann, wenn Betroffene dazu tendieren, finanzielle Probleme mit Kreditneuaufnahmen zu lösen oder sich stets auf diese Weise Konsumwünsche erfüllen, besteht das Risiko, dass die monatlichen Raten mit dem Budget nicht mehr vereinbar sind. Tritt dann noch der Fall ein, dass die einkalkulierte Einkommensquelle wegbricht, ist der Weg in die Schuldenfalle vorgezeichnet.

Nicht vergessen werden darf der psychologische Effekt. Ein Kredit bedeutet zunächst eine bessere Finanzsituation. Der Kreditnehmer kann sich Dinge leisten, die er ansonsten nicht hätte kaufen können. Er gewöhnt sich an ein Konsumverhalten, das eigentlich theoretisch gar nicht möglich ist. Seine persönliche finanzielle Leistungsfähigkeit ist begrenzt und wenn das Geld aus dem Kredit ausgegeben ist, steht es um die Finanzlage schlechter denn je; die Raten für den Kredit müssen nämlich aufgebracht werden. Es ist daher ratsam, nicht vorschnell einen Kredit aufzunehmen.

Die Nachteile eines Kredites hier noch einmal zusammengefasst:

  • Gefahr der Überschuldung droht
  • Die monatlichen Tilgungsraten müssen zusätzlich zu den üblichen Ausgaben erbracht werden.
  • psychologisch falsche Einschätzung der eigenen Finanzlage
  • Bindung an Finanzpartner
  • Nach Abzahlung des Kredites ist der Wert des Kaufgegenstandes zumeist niedriger.

Insbesondere den letztgenannten Punkt gilt es zu bedenken. Wenn ein Auto gekauft wird, so hat dieses zum Zeitpunkt des Erwerbs einen festen Wert, der im besten Fall mit dem Kaufwert übereinstimmt. Wird nun ein Kredit aufgenommen und abbezahlt, so hat das Fahrzeug am Ende der Kreditlaufzeit kaum noch diesen Wert. Das bedeutet, dass viel Geld an die Bank gezahlt wurde – der Gegenwert dazu ist aber letzten Endes nicht mehr vorhanden. Wird das Auto nun nach Beendigung der Abzahlung verkauft, so wird ein niedrigerer Verkaufspreis erzielt.

Dieses Problem stellt sich auch dann, wenn der Finanzierungsgegenstand aus Gründen eines finanziellen Engpasses noch während der Kreditlaufzeit verkauft werden muss. Der Verkaufserlös ist in der Regel nicht ausreichend, um den Kredit vollständig zurückzuzahlen. Damit bleibt am Ende eine Restschuld, ohne dass der Finanzierungsgegenstand noch vom Kreditnehmer genutzt werden kann. Insbesondere bei Immobilien ist dies ein Problem. Wird das Haus beispielsweise für 350.000 Euro neu gebaut und befindet sich nicht in exponierter Lage, so wird kaum ein Käufer zu finden sein, der bereit ist, diese hohe Summe zu zahlen. Geht die Immobilie an die Bank, weil das Objekt als Sicherheit für das Darlehen gilt, so kann auch die Bank zumeist keinen so hohen Verkaufserlös erzielen. Die Folge ist, dass der Schuldner immer noch ein solcher ist und den Kredit weiter abzahlen muss.

Negative Haltung gegenüber Krediten berechtigt?

In vielen Fällen können Investitionen und Kaufwünsche gar nicht ohne einen Kredit bewerkstelligt werden. Kredite müssen nicht grundsätzlich mit Skepsis betrachtet werden, sie haben durchaus ihre Berechtigung. Es sollte lediglich eine sorgfältige Abwägung erfolgen, welches Darlehen wirklich nötig ist und welcher Finanzierungswunsch gegebenenfalls aufgeschoben werden kann.

Einige Finanzierungen sind tatsächlich nicht nötig oder können auch nach einer Ansparphase von Eigenkapital durchgeführt werden. Nicht bediente Kredite beziehungsweise nicht gezahlte Tilgungsraten verschlechtern die Bonität des Kreditnehmers und wirken sich auf zukünftige Kaufgeschäfte negativ aus.

Kredite, die beispielsweise zur Modernisierung eines Eigenheims aufgenommen werden, können jedoch steuerlich geltend gemacht werden, wenn das Haus nicht selbst genutzt, sondern vermietet wird. Im Zweifelsfall sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden. Dieser kann überprüfen, ob der jeweilige Kredit zumindest teilweise absetzbar ist.

Mit einem Immobilienkredit ist der Weg zu weiteren Darlehen oft verbaut. Immobilienkredite in großer Höhe schöpfen das Finanzierungspotenzial des Kreditnehmers häufig aus. Die Banken schätzen ihn nicht mehr als zahlungskräftig genug ein, um ein weiteres Darlehen oder eine Erhöhung des Kreditbetrags zu bewilligen. Auch dies gilt es bei der Festlegung der Kredithöhe zu bedenken.

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