Der Privatkredit

Der Privatkredit

Wenn Sie einen Kredit benötigen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um diesen zu erhalten. Eine Option, um ein Darlehen zu bekommen, ist der Privatkredit. Dieser kann insbesondere dann eine gute Lösung mit sich bringen, wenn bereits andere Schulden bestehen. Dieser Ratgeber stellt vor, was der Privatkredit ist und welche Möglichkeiten er verschuldeten Personen bietet.

1. Was ist ein Privatkredit?

Banken stellen teils sehr hohe Anforderungen an einen Kreditantragsteller – regelmäßiges Einkommen, Sicherheiten, eventuell vorhandene Bürgen – nicht jeder kann all diese Wünsche der Banken erfüllen. Privat sieht die Sache anders aus: Hier gibt es nur die Regelungen, die zwischen beiden beteiligten Parteien getroffen werden.
Mit Hilfe eines Kredits von Privat ist es möglich, dass eine Summe in gewünschter Höhe zur Verfügung gestellt wird – auch wenn die Bonität des Kreditnehmers nicht ausreichend ist.

Wenn Sie sich für einen Privatkredit interessieren, ist es sinnvoll, sich zunächst genau darüber zu informieren, was dies überhaupt ist. Dies ist bei dieser Kreditform nicht einfach, da diese Bezeichnung für zwei verschiedene Alternativen gebräuchlich ist. Daher sollen hier die Unterschiede kurz vorgestellt werden.

Wenn eine Bank einen Privatkredit anbietet, bedeutet dies, dass sie diesen an eine Privatperson vergibt. Bei gewerblichen Krediten handelt es sich in diesem Kontext um Darlehen, die sie Unternehmen oder anderen Gewerbetreibenden anbietet. Der Privatkredit ist hierbei mit einem gewöhnlichen Ratenkredit gleichzusetzen. Sie können dabei ein großes Darlehen für den Kauf eines Hauses beantragen oder einen kleinen Kredit für die alltäglichen Anschaffungen.

Die Bezeichnung Privatkredit kann jedoch noch eine ganz andere Bezeichnung haben. Dabei bezieht sich dieser Ausdruck auf ein Darlehen, das eine Privatperson ausstellt. Sie erhalten daher das Geld nicht von einer Bank oder von einem anderen gewerblichen Anbieter, sondern von einer Privatperson, die über ein großes Vermögen verfügt, sodass sie den Kredit problemlos erteilen kann.

Die Vorteile für die Darlehensgeber bestehen dabei darin, dass sie für einen derartigen Kredit in der Regel deutlich höhere Zinsen erhalten, als wenn sie ihr Geld bei einer Bank anlegen. Insbesondere in Zeiten, in denen die Zinsen niedrig sind, kann dies daher eine attraktive Geldanlage sein. Auf der anderen Seite besteht dabei auch ein gewisses Risiko. Denn die privaten Darlehensgeber haben in der Regel deutlich weniger Mittel zur Verfügung, als eine gewöhnliche Bank, um die Bonität der Kreditnehmer zu überprüfen.

Für die Kreditnehmer bietet dies den Vorteil, dass es auf diese Weise oftmals unkomplizierter ist, einen Kredit zu erhalten. Insbesondere hinsichtlich der Schufa-Auskunft sind private Kreditgeber oftmals eher dazu bereit, auf diese Sicherheit zu verzichten. Daher kann dies eine gute Alternative sein, wenn bereits hohe Schulden bestehen, die einen Bankkredit verhindern.

Die Vorteile des Privatkredits im Überblick:

  • Gutes Geschäft für den Kreditgeber und den Kreditnehmer
  • Bonitätsprüfung in der Regel weniger strikt
  • Oftmals ist der Kredit ohne Schufa-Auskunft möglich
  • Mehr Flexibilität

2. Privatkredite von Freunden und Verwandten

Eine der häufigsten Formen des Privatkredits ist das Darlehen von Freunden und Verwandten. Dieses ist sowohl für den Kreditgeber als auch für den Kreditnehmer sehr vorteilhaft. Deshalb ist es sinnvoll, zu überprüfen, ob eine Ihnen bekannte Person aus Ihrem Umfeld bereit dazu ist, Ihnen einen derartigen Kredit zu vergeben.

Für die Person, die den Kredit aufnimmt, liegen die Vorteile klar auf der Hand. Wenn ein persönliches Vertrauensverhältnis besteht, verzichten die Darlehensgeber häufig auf weitere Auskünfte hinsichtlich der Sicherheiten. Daher ist diese Alternative insbesondere dann eine gute Möglichkeit, wenn bereits anderweitige Schulden bestehen, die auf anderem Wege die Vergabe eines Darlehens verhindern könnten.

Auch für den Darlehensgeber kann der Privatkredit vorteilhaft sein. Zum einen ist es so möglich, deutlich höhere Zinsen zu erhalten, als diese bei vielen anderen Formen der Geldanlage üblich sind. Zum anderen hat der Kreditgeber auch die Möglichkeit, aus den persönlichen Erfahrungen mit dem Kreditnehmer das Risiko zu beurteilen. Wenn er diesen als zuverlässig und vertrauenswürdig einstuft, sind weiter Sicherheiten oftmals überflüssig.

Ein privater Kredit im Freundes- und Verwandtenkreis ist für beide Seiten sehr positiv. Daher können Sie vermögende Personen in Ihrem Umfeld ganz gezielt ansprechen, um sie von den genannten Vorteilen zu überzeugen. In vielen Fällen ist es so möglich, ganz einfach und unkompliziert einen günstigen Kredit zu erhalten, selbst wenn Sie sich in einer finanziellen Notlage befinden.

3. Privatkredite von Personen, die in keiner persönlichen Beziehung zu Ihnen stehen

Obwohl der Kredit von Freunden und Verwandten viele Vorteile bietet, ist es nicht immer möglich, einen geeigneten Darlehensgeber zu finden. Oftmals gibt es keine Person im Umfeld, die über das erforderliche Vermögen verfügt. Eine weitere Alternative stellt es jedoch dar, einen privaten Kredit von einer Person zu erhalten, die sich in keiner persönlichen Beziehung zu Ihnen befindet.

In diesem Fall kann sich die Suche jedoch etwas schwieriger gestalten. Eine unbekannte Person um einen Kredit zu bitten, erscheint auf den ersten Blick als ein unmögliches Unterfangen. Doch gibt es einige Plattformen, die sich auf die Vermittlung von Privatkrediten spezialisiert haben. Insbesondere im Internet wobei Auxmoney und Smava die beiden bekanntesten Vertreter ihrer Art sind, finden sich hierfür einige Angebote.

Bei diesen Vermittlungsplattformen können sich Privatpersonen anmelden, die über ein gewisses Vermögen verfügen und dieses vermehren möchten, indem sie einen Kredit erteilen. Zum anderen können Sie sich hier registrieren, wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten. Auf diese Weise wird es ganz einfach, einen Privatkredit zu finden, bei dem Sie den Kreditnehmer nicht persönlich kennen.

Allerdings sollten Sie hierbei beachten, dass es hier ebenfalls zu einer Bonitätsprüfung kommt. Die Plattformen überprüfen Ihre Vermögenssituation und holen außerdem eine Auskunft bei der Schufa ein. So können sie das Risiko bei der Kreditvergabe besser einschätzen.

Für die Vergabe eines Kredits kommen verschiedene Kriterien in Betracht. Die folgende Tabelle zeigt vier Punkte, die für den künftigen Kreditnehmer von Bedeutung sind:

  • Der Scorewert: Der Scorewert wird durch die Schufa ermittelt. Er zeigt, wie hoch das Ausfallrisiko bei einem Kredit ist. Meist wird nach dem Buchstabensystem vorgegangen – ein weiter hinten im Alphabet befindlicher Buchstabe bedeutet einen schlechteren Wert. „A“ ist sehr gut und bedeutet ein Ausfallrisiko von höchstens einem Prozent.
  • Die Kapitaldienstfähigkeit: Hierbei geht es darum, wie hoch der Kreditnehmer durch den Kredit belastet wird. Ein niedriger Wert zeigt, dass der Kreditnehmer am Ende des Monats netto noch viel Geld zur Verfügung hat. Ein hoher Wert hingegen besagt, dass sich der Kreditnehmer das Geld absparen muss. Wenn die Kreditrate zwei Drittel des Geldes, welches normalerweise netto zur Verfügung stünde, überschreitet, so muss der Kreditnehmer einen kleineren Kredit wählen.
  • Der Zinssatz: Anleger können den Zinssatz nicht selbst bestimmen, diesen bestimmt der Kreditnehmer. Wenn seine übrigen Werte schlecht sind, muss er mit einem hohen Zinssatz versuchen, die Geldgeber von einer Investition zu überzeugen. Sind seine Werte hingegen gut, kann er einen niedrigen Zins aushandeln.
  • Das Zahlungsprofil: Auf den einzelnen Plattformen ist in der Regel ein Zahlungsprofil des Kreditnehmers einzusehen. Hier ist vermerkt, ob ein Kreditnehmer schon einmal Geld erhalten und zurückgezahlt hat und wie sein Zahlungsverhalten dabei war, ob er also pünktlich gezahlt hat oder mit Raten in Verzug geraten ist.

Allerdings gibt es hier oftmals auch Kreditgeber, die in diesem Bereich weniger streng sind als eine gewöhnliche Bank. Da die Gewinnmöglichkeiten hierbei deutlich höher sind, als wenn sie das Geld auf einem Sparkonto anlegen, sind sie oftmals dazu bereit, ein etwas höheres Risiko einzugehen. Daher kann es auf diese Weise möglich sein, auch bei bereits bestehenden Schulden oder bei schlechter Bonität einen Kredit zu akzeptablen Konditionen zu finden.

4. Was kostet ein Privatkredit?

Der Privatkredit kann sehr günstig sein, weil die Konditionen zwischen Anlegern und Kreditnehmer verhandelt werden können. Mit etwas Glück können die zu zahlenden Zinssätze deutlich niedriger ausfallen als die aktuellen Marktzinsen.
Allerdings kann der Kredit von Privat durchaus teuer werden, wenn auf die falsche Vermittlungsplattform gesetzt wird. Werden Anmelde- und Einstellgebühren fällig und wird dazu noch der Schufa-Score abgefragt, kann das teuer werden. Folgende Gebühren sind möglich:

  • Anmeldegebühren
  • Vermittlungsgebühren (üblich sind ein Prozent vom Kreditwert)
  • Auszugsgebühren pro Jahr
  • Gebühren für Zertifizierungen

Bei den Zertifizierungen handelt es sich um Zusatzauskünfte, die die Partnerbank des Vermittlungsportals einholen darf. Dann werden Auskünfte des Arbeitgebers erfragt, es wird die Bonität nach der Schufa beurteilt und es werden Haushaltsrechnungen aufgemacht. Dies kann sehr umfangreich sein und steht dem „finanziellen Ausziehen“ vor einer üblichen Bank in nichts nach.

5. Was, wenn ich nicht zahlen kann?

Natürlich sind die Anleger bis zu einem gewissen Grad abgesichert, weil sie sich das Risiko mit den übrigen Anlegern teilen. Doch für den Kreditnehmer kann es sehr unangenehm werden, wenn er seine Raten nicht oder nicht pünktlich zahlt. Der Kredit wird dann meist an eine Inkassofirma verkauft, die sich mit dem Eintreiben des Geldes befasst. Dies kann sogar bis vor ein Gericht gehen. Außerdem bekommt der Betreffende einen negativen Eintrag in der Schufa.
Die Vorgehensweisen bei einer nicht eingehaltenen Zahlungsvereinbarung unterscheiden sich je nach Anbieter. Bei einigen wird die Zahlung zwar angemahnt, auf ein Gerichtsverfahren wird aber verzichtet. Andere gehen den eben beschriebenen Weg über eine Inkassofirma.
Wichtig für Kreditgeber: Diese haben selbst keine Möglichkeit, das Geld einzutreiben. Sie sind darauf angewiesen, dass die Kreditvermittlungsplattform dies übernimmt.

6. Die Vorteile von Privatkrediten für verschuldete Personen

Der Vorteil, den der Privatkredit für verschuldete Personen mit sich bringt, besteht in erster Linie darin, dass hier die Bedingungen deutlich flexibler sind. Während ein Bankangestellter bei der Kreditvergabe stets die strengen Regeln der Bank beachten muss und keine Ausnahmen machen darf, sind Privatpersonen an keine derartigen Vorgaben gebunden.

Aus diesem Grund besteht hier oftmals die Möglichkeit, den Darlehensgeber durch persönliche Gespräche oder verschiedene andere Sicherheiten davon zu überzeugen, dass er sein Geld zurückerhält. Daher kann der Privatkredit für viele verschuldete Personen eine gute Lösung für ihre Probleme mit sich bringen.

Weitere Vorteile sind:

  • Kredite werden auch an Selbstständige, Freiberufler, Studenten oder Hausfrauen vergeben.
  • Zinsen richten sich nicht zwangsläufig nach marktüblichen Gegebenheiten.
  • Bei Verhandlungen über das Internet werden mehrere Angebote übermittelt – bei der Bank gibt es immer nur die hauseigene Offerte.
  • Die gesamte Kreditabwicklung geht zügig vonstatten, jedoch langsamer als bei einem Sofortkredit.

7. Ratschläge

Das Projekt sollte umfassend beschrieben werden. Die meisten Anleger investieren in Projekte, die ihnen sympathisch sind. Die Motive des Kreditnehmers werden übrigens nicht überprüft! Wer also einen Kredit für einen neuen Luxusschlitten aufnehmen möchte, sollte in der Projektbeschreibung vielleicht nicht allzu stark auf exklusive Details des neuen Fahrzeugs eingehen. Vielleicht wird besser ein „großes Fahrzeug für die ganze Familie“ beschrieben, wenn ein Hummer gekauft werden soll?!

Kreditnehmer sollten jedoch bei der Angabe der persönlichen Daten – hier insbesondere der Daten, die für die Beurteilung der finanziellen Situation von Belang sind – ehrlich sein. Darüber hinaus sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, die eigene Zahlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Für einen Privatkredit gilt ebenso wie für jedes andere Darlehen: Nur aufnehmen, wenn er auch zurückgezahlt werden kann!

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