1. Kredit trotz Schulden möglich?

Ja, auch mit Schulden beziehungsweise einer negativen Schufa ist die Aufnahme eines Kredits möglich. Dazu gibt es mehrere Varianten. Zum einen kann natürlich Geld von Freunden und Verwandten geliehen werden, die – mit etwas Glück – ein zinsloses Darlehen anbieten. Auch ein Privatkredit kann infrage kommen: Dafür gibt es verschiedene Anlaufstellen im Internet.

Handelt es sich nicht um Schulden im Sinne von nicht bezahlten Rechnungen, sondern andere Kredite betreffend, können dennoch Darlehen vergeben werden. Einige Banken bewerten laufende Kredite sogar positiv bei der Bonitätsprüfung.

Der Grund: Sofern diese Kredite regelmäßig bedient werden und Einkommen in einer Höhe vorhanden ist, das auch noch weitere Raten realisierbar macht, zeugen diese Kredite von einer gewissen Zuverlässigkeit des Kreditnehmers. Wäre er unzuverlässig oder teilweise nicht zahlungsfähig, würden die Kredite schließlich nicht regelmäßig bedient werden. Hierbei ist jedoch die Höhe der noch offenen Forderungen der Banken maßgeblich.

Auch regelmäßig gezahlte Tilgungen dürfen bei entsprechend niedrigem Einkommen eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Diese wird prozentual vom verfügbaren Einkommen festgelegt.

2. Der Hausfrauenkredit

Wer über einen negativen Schufa-Eintrag verfügt, bekommt bei seiner Hausbank in den meisten Fällen kein Geld. Doch es gibt eine Lösung: Der Hausfrauenkredit muss her! Hier ist aber Vorsicht geboten, denn Anbieter, die ohne Bonitätsprüfung arbeiten, sind oft unseriös.

Der Hausfrauenkredit ist im Grunde ein normaler Konsumentenkredit, wie er von Banken, Sparkassen oder Onlinebanken vergeben wird. Einige Anbieter im Netz werben ausdrücklich dafür, dass keine Bonitätsprüfung vorgenommen wird.

Es gibt aber durchaus seriöse Anbieter für Hausfrauenkredite, die über Kreditvermittler oder ausländische Finanzdienstleister angeboten werden. Wichtig zu bedenken ist jedoch, dass bei einem Verzicht auf die Schufa-Auskunft in der Regel schlechtere Konditionen geboten werden. Der Hausfrauenkredit kann so schnell zu einem teuren Vergnügen werden, welches den Schuldenberg nur noch erhöht.

Nachteile des Hausfrauenkredits:

  • hohe Zinsen
  • hohe Gebühren
  • exakte Konditionen werden nur auf Anfrage genannt

Allgemeingültige Kreditangebote gibt es hier nicht, diese werden exakt auf den jeweiligen Kunden abgestimmt. Die Abwicklung der Kredite erfolgt über das Internet, wobei diese sogar sehr schnell möglich ist. Wer eine Anfrage stellt, bekommt darauf schon binnen weniger Stunden eine Antwort.
Die Untergrenze für Hausfrauenkredite beträgt bei den meisten Anbietern 500 Euro.

Die Vorteile des Hausfrauenkredits sind:

  • rasche Bearbeitung der Anfrage
  • bei Bewilligung: rasche Auszahlung des Kreditbetrags
  • auch geringe Finanzierungswünsche werden berücksichtigt (ab 500 Euro)
  • Kreditvergabe ohne Schufa-Überprüfung möglich

Der Hausfrauenkredit wird jedoch nicht immer vergeben. Es muss zwar kein fester Job vorhanden sein und auch ein regelmäßiges Einkommen braucht es nicht. Dennoch muss pro Monat nachweislich ausreichend Geld für die Tilgung der Kreditraten übrig bleiben, wenn sämtliche Ausgaben abgezogen werden. Gehaltsnachweise sind vorzulegen, wenn diese vorhanden sind. Notfalls kann auch ein Bürge hinzugezogen werden.

VORSICHT: Wer keine sichere Finanzlage hat und schon früher einmal Zahlungsprobleme hatte, sollte nicht leichtfertig einen Hausfrauenkredit abschließen. Die Gefahr ist groß, dass die Schuldenfalle zum Fass ohne Boden wird. Selbst niedrige Kreditsummen können durch die hohen Zinsen zu einer großen Belastung werden.

Jeder sollte sich hier die Frage stellen: Brauche ich den Kredit wirklich? Oder kann die geplante Anschaffung noch ein wenig warten? Die Befriedigung des Konsumbedürfnisses ist zur obersten Maxime geworden – dies darf aber nicht der Fall sein, wenn bereits Schulden vorhanden sind.

3. Die Lösung: Der Privatkredit

Ein Privatkredit kann auf zweierlei Art daherkommen. Zum einen gibt es vielleicht einen reichen Onkel oder einen guten Freund mit hohen Rücklagen, der bereit ist, sein Geld zu guten Konditionen zu verleihen. Das ist natürlich das Optimum eines Privatkredits, weil hier keine oder nur wenige Zinsen anfallen und die Konditionen individuell zu vereinbaren sind. Allerdings kann die Verwandtschaft oder Freundschaft auf eine harte Probe gestellt werden, wenn das Geld wider Erwarten nicht pünktlich zurückgezahlt werden kann. Bei solchen Freundschaftskrediten ist auch die rechtliche Lage oft schwierig.

Die andere Art des Privatkredits findet sich im Internet. Anbieter wie Smava oder Auxmoney offerieren Kredite zu günstigen Konditionen in der gewünschten Höhe. Das Prinzip ist hier wie folgt:

  • 1. Der Kreditinteressent meldet sich auf der Plattform an.
  • 2. Der Interessent stellt sein Kreditvorhaben und seine Person vor. Er nennt dabei auch die gewünschte Höhe des Darlehens.
  • Investoren können sich für einen Kreditnehmer melden. Sie bringen sich mit vergleichsweise wenig Geld ein. Empfohlen wird hier, dass pro Investor maximal 50 Euro eingebracht werden. Das senkt das Ausfallrisiko bei Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers.
  • Der Kreditnehmer bekommt sein Geld ausgezahlt.

Das Problem dabei ist aber, dass hier auch Gebühren entstehen, die wiederum durch den Kreditnehmer zu tragen sind. Wenn es also darum geht, möglichst billig zu einem Darlehen zu kommen, ist dieser Weg sicherlich nicht der richtige – aber manchmal der einzig mögliche.
Wichtig ist auch bei einem Privatkredit, die Anbieter miteinander zu vergleichen. Denn diese unterscheiden sich oft sehr und bieten unterschiedliche Konditionen. Gerade die Anmelde- und Bearbeitungsgebühren variieren stark.

4. Kredit trotz Schulden für Selbstständige

Wer sich selbstständig machen möchte, braucht ein gewisses finanzielles Polster. Für die meisten Tätigkeiten fallen erst einmal Investitionen an, die einige Tausend Euro kosten können. Die Banken sagen aber meist, dass sie keinen Kredit an Existenzgründer vergeben, wenn diese bereits mit Schulden in die Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit starten.

Doch es gibt einige Förderprogramme, die auch für Menschen mit Schulden infrage kommen, sofern sie eine Existenzgründung planen. Diese Förderprogramme stammen von den Bundesländern oder vom Bund.

Der Mikrokreditfonds

Wird nur wenig Kapital zur Existenzgründung benötigt, kann der Mikrokreditfonds die richtige Lösung sein. Dieses Programm richtet sich an alle, die maximal 20.000 Euro für ihre Gründung benötigen. Eine Kredituntergrenze ist nicht vorhanden, daher können auch sehr kleine Kredite beantragt und gewährt werden. Selbst die Gründer, die bei Banken unwillkommen sind, können über dieses Programm Geld bekommen. Ob tatsächlich ein Kredit gewährt werden kann oder nicht, muss mit dem Mikrofinanzierer besprochen werden.

Der Mikromezzaninfonds-Deutschland

Die Fördermöglichkeit mit dem komplizierten Namen „Mikromezzaninfonds-Deutschland“ richtet sich an kleine und neue Unternehmen sowie an Menschen, die als Existenzgründer Geld benötigen. Vor allem Unternehmen, die Auszubildende aufnehmen, werden hier gefördert. Auch die Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit kommen und in die Selbstständigkeit starten wollen oder Menschen mit Migrationshintergrund werden bedacht. Eine weitere Gruppe sind die Frauen, die eine eigene Existenz als Unternehmerin aufbauen wollen.

Die Förderung selbst erfolgt über eine Stille Beteiligung, die durch mittelständische Beteiligungsgesellschaften gegeben ist. Maximal kann sich ein Unternehmen mit 50.000 Euro beteiligen, die Laufzeit der Förderung beträgt bis zu zehn Jahre. Verlängert werden kann sie allerdings nicht.

Weitere Fördermöglichkeiten

Freiberufler und Selbstständige haben noch weitere Möglichkeiten, trotz Schulden an einen Kredit zu kommen. So bieten die einzelnen Bundesländer Förderprogramme, die auf der Seite www.foerderdatenbank.de gelistet sind. Hier kann nach spezifischen Förderprogrammen gesucht werden, indem die persönlich wichtigen Kriterien eingegrenzt werden.

Und sonst noch?

Wer trotz Schulden eine selbstständige Existenz plant, kann auch über eine Kooperation nachdenken. Wenn gemeinsam gegründet wird, lässt sich finanziell einiges regeln. Sofern der Partner das nötige Geld mitbringt, kann der eigene Anteil nach und nach an diesen zurückgezahlt werden. Die Konditionen für diesen innerbetrieblichen Kredit können frei vereinbart werden.

Eine andere Möglichkeit ist auch hier das Leihen des nötigen Geldes aus dem Bekanntenkreis. Allerdings birgt die Existenzgründung immer ein gewisses Risiko, auch finanzieller Art. Ob die Freundschaft oder Verwandtschaft ein Scheitern der Unternehmung und die damit verbundene fehlende Rückzahlungsmöglichkeit des Kredits aushält, ist allerdings fraglich.