Kredit für Rentner

1. Kredite für Rentner?

Das Leben könnte so einfach sein: Endlich ruft nicht mehr täglich die Arbeit und es wäre genügend Zeit da, die Welt zu entdecken und den geliebten Hobbys nachzugehen. Doch oft genug mangelt es an den finanziellen Mitteln, um sich einen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen. Leider sind viele Banken hier nicht gerade kooperativ und verweigern Rentnern einen Kredit. Diese haben damit das Problem, dass sie zwar viele Wünsche haben, diese aber nicht finanziert bekommen.

Kredite für Rentner werden von vielen Banken gänzlich ausgeschlossen, was mit dem höheren Todesfallrisiko begründet wird. Jede Bank möchte ihr verliehenes Geld zurückbekommen und sieht bei älteren Menschen die Gefahr, dass diese nicht mehr in der Lage sein werden, die Tilgung zu leisten.

Auf der anderen Seite ist die demografische Entwicklung der Gesellschaft recht eindeutig. Die Menschen werden immer älter! Sie hätten damit auch theoretisch mehr Zeit für die Tilgung von Krediten. Einige Banken denken an dieser Stelle bereits um, bei anderen dauert dies wohl noch einige Zeit.

2. Warum bekommen Rentner seltener einen Kredit?

Die Menschen werden immer älter – der Zeitfaktor spielt für die Rückzahlung eines Kredits somit keine Rolle mehr. Allerdings werden die gesetzlichen Renten immer geringer, was wiederum dazu führt, dass pro Monat weniger Geld für die Tilgung zur Verfügung steht.

Banken begründen ihre Kreditverweigerung für Rentner aber auch damit, dass ältere Menschen ein höheres Krankheits- und Todesfallrisiko besitzen. So könnte es zur Privatinsolvenz kommen, wenn der Kreditnehmer erkrankt oder gar pflegebedürftig wird. Jede Bank wird hier vorsichtig sein, denn sie möchte ihre verliehenen Gelder schließlich wieder zurückgezahlt bekommen.

Eine Restschuldversicherung könnte helfen, denn sie deckt das Risiko des Zahlungsausfalls bei Tod oder Krankheit ab. Kredite für Rentner werden aber dennoch von vielen Banken verweigert. Andere wiederum verlangen deutlich höhere Zinsen oder setzen die monatlichen Raten so hoch, dass die Kreditlaufzeit sehr kurz gehalten werden kann. Generell bekommen Rentner somit schlechtere Konditionen, wenn sie überhaupt einen Kredit bewilligt bekommen.
Hier noch einmal die häufigsten Gründe für die Verweigerung eines Kredits für Rentner:

  • höheres Todes- und Krankheitsrisiko
  • mögliche Privatinsolvenz durch zu hohe Kostenbelastung
  • Rentenzahlungen in nicht ausreichender Höhe
  • keine Bürgen vorhanden

Gleichzeitig noch einmal ein Überblick über die Folgen, die sich bei der Kreditvergabe ergeben können – natürlich allesamt negativ für den Rentner:

  • schlechtere Konditionen insbesondere in Bezug auf den Zinssatz
  • kurze Laufzeiten für den Kredit
  • teure Raten für die Restschuldversicherung
  • Vergabe nur geringer Kreditsummen

3. Wie wird der Kredit bewilligt?

Hilfreich für die Kreditvergabe ist immer eine positive Schufa-Auskunft. Wer sich als Kreditantragsteller hier nicht sicher ist, sollte vorab eine Auskunft verlangen und eventuelle Fehleinträge löschen bzw. ändern lassen. Mit einer „sauberen“ Schufa sind Banken zufriedener und gehen eher auf die Wünsche der Antragsteller ein.
Auch regelmäßige Renteneinkünfte sollten vorliegen. Dabei ist es gleich, ob diese aus der gesetzlichen oder einer privaten Rentenversicherung stammen. Mindestens 1.000 Euro sollten pro Monat auf das Konto fließen. Wichtig: Jeder Rentner kann hier seine Chancen auf die Kreditvergabe erhöhen, wenn er dafür sorgt, dass nach Abzug aller Kosten noch genügend Geld für die Kreditraten übrig bleibt.
Zusätzlich sollte ein Rentner weitere Sicherheiten bieten können. Diese können in Form von Immobilien oder auch durch Bürgen beigebracht werden.
An dieser Stelle noch einmal ein Überblick über einige Möglichkeiten, die eine Kreditvergabe positiv beeinflussen können:

  • positive Schufa-Auskunft
  • regelmäßiges Einkommen aus gesetzlicher oder privater Rentenversicherung
  • evtl. weiteres Einkommen
  • Sicherheiten
  • Bürgen
  • Kreditausfallversicherung

Wird der Kredit beantragt, müssen diverse Unterlagen beigebracht werden. Dazu zählen zum Beispiel der Rentenbescheid und andere Dokumente, die zum Nachweis des Einkommens dienen können. Hinzu kommen kann schon jetzt die Erklärung eines Bürgen, der für den Kredit haften würde. Außerdem kann die Bereitschaft zum Abschluss einer Kreditausfall- bzw. einer Restschuldversicherung signalisiert werden.

4. Welche Banken kommen in Frage?

Sicherlich ist zuerst immer die Hausbank Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um die Beantragung eines Kredits geht. Doch wie in vielen anderen Fällen auch ist diese nicht zwingend der beste Ansprechpartner, weil die Konditionen oftmals weniger gut sind. Es lohnt sich daher, auf Angebote anderer Banken zurückzugreifen. So kann zum Beispiel eine Onlinebank deutlich bessere Konditionen bieten.
An dieser Stelle sei auf die Möglichkeit eines Privatkredits hingewiesen, der zum Beispiel durch diverse Internetbanken vergeben werden kann. Hier können das Kreditvorhaben sowie die Person des potentiellen Kreditnehmers vorgestellt werden. Daraufhin finden sich im besten Fall mehrere Investoren, die gemeinsam den Kredit zur Verfügung stellen.
Eventuell kann auch im Bekanntenkreis auf ein Darlehen zurückgegriffen werden, was wiederum den Vorteil hat, dass hier oft nur geringe Zinsen zu zahlen sind – wenn überhaupt. Andererseits sind auch Bekannte und Verwandte vorsichtig, wenn ein älterer Mensch ein hohes Darlehen erbittet.

5. Was ist bei der Kreditbeantragung zu beachten?

Der Kreditantrag muss natürlich vollständig ausgefüllt sein. Dazu zählen zunächst einmal die persönlichen sowie die Adressdaten. Auch Auskünfte zur gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung werden zusammen mit den entsprechenden Nachweise erbeten.
Da die Banken auch wissen wollen, welche monatlichen Belastungen der Kreditnehmer zu tragen hat, müssen Nachweise über Mietzahlungen, Nebenkosten und sonstige Ausgaben, wie zum Beispiel für Versicherungen, beigebracht werden.
Werden andere Kredite bedient, so müssen auch diese aufgeführt werden. Sie sind in der Höhe der monatlichen Belastung zu nennen und sollten das vorhandene Kapital nicht zu stark belasten.
Gibt es Einnahmen? Dann müssen diese ebenfalls Erwähnung finden, denn sie steigern die Bonität. Hier können auch Immobilien genannt werden – diese bieten eine gewisse Sicherheit, sofern sie sich als Wohneigentum im Besitz des Kreditantragstellers befinden.

Wichtig ist natürlich auch: Muss der Kredit überhaupt aufgenommen werden? Oder reicht es, einige Monate zu sparen und sich dann den Wunsch zu erfüllen? Geht es beispielsweise um das Verreisen, so sind Rentner deutlich flexibler. Sie sind nicht mehr an die betrieblichen Urlaubszeiten gebunden und können somit auch einfach einige Wochen später reisen. Andere Wünsche haben jedoch oft weniger Zeit und müssen direkt erfüllt werden. Hier kommt auch ein Rentner um die Aufnahme eines Kredits nicht herum.

Im Folgenden noch einige Tipps, wie die Bonität von Rentnern positiv beeinflusst werden kann:

  • Kurze Laufzeiten von maximal drei Jahren wählen.
  • Niedrige Kreditbeträge vereinbaren.
  • Positiver Schufa-Eintrag und regelmäßige Tilgung weiterer Kredite.
  • Abschluss einer Restschuldversicherung.
  • Beantragung mit zwei Kreditnehmern – idealerweise gemeinsam mit dem Ehepartner.
  • Die regelmäßigen Einnahmen übersteigen deutlich die Ausgaben.

Viele Banken setzen auf Sicherheiten und wünschen sich eine Sicherungsübereignung des Kaufgegenstandes. Ein solcher Kredit kommt in Frage, wenn zum Beispiel ein neues Auto gekauft werden soll. Wichtig ist hier der sogenannte Sachbezug des Kredits. Sind Immobilien vorhanden, können auch diese als Sicherheit genutzt werden. Ebenfalls sinnvoll ist es, eine Hypothek, die im Grundbuch eingetragen ist, in ihrer Höhe dort bestehen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass bei einer erneuten Kreditvergabe die Sicherheit über die Immobilie wieder besteht. Voraussetzung ist aber, dass der neue Kredit dann auch bei der Bank aufgenommen wird, zu deren Gunsten die Hypothek besteht.
Ansonsten hilft Rentnern nur noch, bei mehreren Banken nach einem Kredit zu fragen und hier auch nicht das Risiko zu scheuen, eine Onlinebank bzw. deren Angebot zu nutzen. Gerade diese Banken bieten oftmals beste Konditionen, weil sie selbst gut wirtschaften. Sie sind häufig Rentnern gegenüber deutlich zuvorkommender als so manche Filialbank.

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