Kredit beantragen

Kredit beantragen

Das Prozedere beim Beantragen eines Kredites variiert nur in Details, die grundlegenden Schritte weisen in der Regel eine anbieterunabhängige Ähnlichkeit auf. Wichtig ist, dass alle Unterlagen vollständig eingereicht werden, damit es nicht zu unnötigen Verzögerungen kommt.

1. Die Kredit-Anfrage

Vollkommen unabhängig davon, ob Sie den Kredit online oder direkt bei einer Bank beantragen, wird im ersten Schritt geprüft, ob Ihr Finanzierungsvorhaben plausibel ist. Dazu sind folgende Unterlagen notwendig:

  • Nachweis über Ihr Einkommen, beispielsweise Kopien von Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheiden, betriebswirtschaftlichen Auswertungen etc.
  • Aufstellung aller regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen, vorhandener Vermögenswerte und weiterer Kredite anhand einer Selbstauskunft
  • Darstellung des Vorhabens, solange es sich nicht um einen Ratenkredit zur freien Verfügung handelt
  • Kopie des Personalausweises
  • Kopie des Arbeitsvertrages oder der Firmenunterlagen
  • Einwilligung zur Abfrage bei der SCHUFA oder einer ähnlichen Wirtschaftsauskunftei
  • Kredit-Voranfrage

Anhand der vorgelegten Aufstellungen in der Selbstauskunft zu Einkommen, regelmäßigen Verpflichtungen, vorhandenen Vermögenswerten und weiteren Kreditverbindlichkeiten lässt sich zumindest grob ablesen, ob Sie die zusätzliche finanzielle Belastung überhaupt tragen können.

In Abhängigkeit vom Finanzierungsvorhaben sind weitere Unterlagen zur Prüfung einzureichen, welche den Verwendungszweck des Kredits näher beleuchten:

  • Komplette Baubeschreibung und Kostenaufstellung bei Neubauten oder
  • Gutachten der zu erwerbenden Immobilie oder
  • Kostenvoranschläge für Investitionsgüter

Handelt es sich um einen Kredit für einen Selbstständigen, sollte in einem Businessplan ausführlich dargelegt werden, dass die zu finanzierende Investition sich positiv auf die künftige Ertragslage auswirkt. Erläuternde Kalkulationen und Prognosen sind ebenfalls darzulegen.

2. Die Kreditprüfung

Reichen die vorgelegten Unterlagen aus, wird die Auskunft von der SCHUFA oder einer ähnlichen Institution eingeholt, um aus dem Gesamtbild das Risiko eines Kreditausfalls einschätzen zu können. Gibt es bereits negative Einträge, wird es hinsichtlich der Kreditvergabe schwierig.

Anhand des Basisscore, welcher von der SCHUFA auf Grundlage der vorliegenden Informationen berechnet wird, kann die Bank Ihre Bonität einschätzen. In diese Daten fließen beispielsweise alle Kontoverbindungen, Verträge mit Dienstleistern oder Handelshäusern ein. Darüber hinaus werden Zahlungsprobleme gemeldet, wie zum Beispiel qualifizierte Mahnverfahren, Vertrags- oder Kontokündigungen oder eidesstattliche Versicherungen.

Ergibt die SCHUFA Abfrage keine negativen Anhaltspunkte, nutzt die Bank wichtige Kriterien und Kennzahlen zur Einschätzung Ihrer Liquidität. Beispielsweise werden pauschale Beträge für Lebenshaltungskosten pro Person angesetzt, um unabhängig vom realistischen Aufwand die frei bleibende Liquidität zu berechnen.

Der Einkommensseite wird besondere Beachtung geschenkt: Je sicherer die Einkünfte erzielt werden, umso positiver wirkt sich das auf die Kreditprüfung aus. Ein Beamter wird beispielsweise immer eine Finanzierung erhalten, solange er seinen Rahmen noch nicht ausgeschöpft hat und keine negativen Einträge in der SCHUFA vermerkt sind. Im Gegensatz dazu muss ein Selbstständiger deutlich umfangreichere Sicherheiten aufbringen.

Wird an dieser Stelle befunden, dass die vorhandenen Sicherheiten nicht ausreichen, stehen folgende Möglichkeiten offen:

  • Sie treten eine zusätzliche Sicherheit ab, beispielsweise durch die Eintragung einer Grundschuld.
  • Ein Bürge erklärt sich dazu bereit, die Haftung im Falle des Zahlungsausfalls zu übernehmen.
  • Der Kredit wird abgelehnt. (Evtl. bekommen sie ja einen Kredit ohne Schufa)

Abhängig vom Finanzierungsvorhaben kann die Stellung zusätzlicher Sicherheiten durchaus ein probates Mittel sein, um den Kredit ausgezahlt zu bekommen. Allerdings sollte bedacht werden, dass im Ernstfall die Sicherheiten auch verwertet werden können, die Bank also die Veräußerung in die Wege leitet, um die offenen Forderungen zu bestreiten.

Ebenso verantwortungsvoll sollten Sie mit einem Bürgen umgehen, denn können Sie den Kredit nicht mehr bedienen, wird dieser zur Tilgung der Raten herangezogen. Diese Entscheidungen sind also im Vorfeld genau abzuwägen.

3. Das verbindliche Angebot

Ist die Kreditprüfung positiv verlaufen, erhalten Sie ein verbindliches Angebot, welches Sie nach Prüfung annehmen können. Der Kreditvertrag wird ausgefertigt und die Stellung von Sicherheiten geklärt, wie zum Beispiel

  • die Eintragung einer Grundschuld oder Hypothek,
  • die Übereignungserklärung oder
  • eine Abtretung künftiger Einkommens- und Rentenansprüche.

Bei online beantragten Krediten wird ein weiterer Schritt notwendig, um die Auflagen des Geldwäschegesetzes zu erfüllen: die Identifizierung. Dazu wird in der Regel das Post-Ident-Verfahren genutzt, welches Sie in jeder Post-Filiale erledigen können.

Sie erhalten von der Bank neben dem verbindlichen Angebot ein Formular, welches Sie von einem Postbeamten ausfüllen lassen. Dazu benötigen Sie einen gültigen Personalausweis oder einen Reisepass mit Meldebestätigung. Der Postangestellte gleicht die Dokumente ab, bestätigt Ihre Identität und sendet alles zusammen an die jeweilige Bank zurück.

4. Der Kreditvertrag

Dort wird der Vertrag über die Finanzierung ausgestellt, den Sie zur Unterschrift übersandt oder ausgehändigt bekommen. Sobald alle Unterlagen unterzeichnet und die Modalitäten geklärt sind, kommt es zur Auszahlung der vereinbarten Kreditmittel.

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