Einen Kredit ablösen: So funktioniert es

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Einen Kredit ablösen: So funktioniert es2018-08-14T06:24:57+00:00

Kredite werden fortlaufend in Form von monatlichen Darlehensraten abbezahlt. Neben der kontinuierlichen Tilgung haben allerdings zahlreiche Kreditnehmer mitunter den Wunsch, Sondertilgungen zu leisten. Oder sie möchten den Kredit vorzeitig ablösen. Daher stellt sich in dem Zusammenhang durchaus die Frage, wie eine Kreditablösung im Detail funktioniert.

Welche Formen der Kreditablösung gibt es?

Falls auch Sie mit dem Gedanken spielen, einen bestehenden Kredit abzulösen, sollte zunächst geklärt werden, um welche Form der Ablösung es sich handelt. Im Wesentlichen werden die vier folgenden Varianten unterschieden:

  • Sondertilgung
  • Umschuldung
  • vorzeitige Ablösung des Darlehens
  • Ablauf zum vereinbarten Laufzeitende.

Sondertilgungen können oft jederzeit geleistet werden

Im Unterschied zur kompletten Ablösung eines Darlehens wird unter der Voraussetzung, dass nicht die gesamte restliche Kreditsumme vorzeitig getilgt wird, von einer Sondertilgung gesprochen. In diesem Fall bleibt danach eine Restschuld bestehen, sodass durch die außerplanmäßige Tilgung meistens nur die Restlaufzeit des Darlehens reduziert wird.

Falls Sie eine derartige Sondertilgung planen, sollten Sie sich zunächst bei Ihrer Bank erkundigen, ob dies mit Kosten verbunden ist. Insbesondere bei Baukrediten mit Zinsfestschreibung verlangen die meisten Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung, falls ein Teil des Darlehens vorzeitig getilgt werden soll. Etwas anders stellt sich die Situation bei Ratenkrediten dar, denn hier erlauben die meisten Kreditinstitute Sonderzahlungen, ohne dass dafür Gebühren anfallen.

Umschuldung eines Darlehens beinhaltet Kreditablösung

Haben Sie vielleicht einen Kredit, der bereits mehrere Jahre läuft? In diesem Fall könnte eine Umschuldung sinnvoll sein, da die Darlehenszinsen in den vergangenen 24 Monaten teilweise erheblich gefallen sind. Es könnte sich demnach – vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet – lohnen, bestehende Kredite abzulösen und dafür ein neues Darlehen aufzunehmen, welches sich durch einen geringeren Zinssatz auszeichnet.

Dieser Vorgang, also die Ablösung eines bestehenden Darlehens sowie die gleichzeitige Neuaufnahme eines Kredites, wird in Finanzkreisen als Umschuldung bezeichnet. Sollten Sie eine derartige Kreditumschuldung in Betracht ziehen, gehen Sie am besten nach dem folgenden Schema vor:

  1. Kreditangebote am Markt vergleichen
  2. Darlehen mit günstigen Kreditkonditionen wählen
  3. Kredit beantragen
  4. nach der Kreditzusage den Darlehensvertrag abschließen
  5. Auszahlung der Kreditsumme abwarten
  6. bestehendes Darlehen ablösen.

Zur Ablösung des vorhandenen Kredites ist es im Prinzip lediglich notwendig, die bisherige Bank darüber zu informieren. Der Kreditgeber hat dann die Möglichkeit, den genauen Restschuldsaldo zu ermitteln, sodass Sie diesen Betrag auf das Kreditkonto überweisen können.

Vorzeitige Kreditablösung ist meistens unkompliziert

Die vorzeitige Ablösung eines Kredites aus eigenen Finanzmitteln steht Ihnen natürlich jederzeit frei. Es handelt sich dann nicht um eine Umschuldung, sondern schlichtweg um die außerplanmäßige Rückzahlung des Darlehens. In diesem Fall setzen Sie sich am besten mit dem Kreditgeber in Verbindung und fragen nach der noch offenen Restschuld zu einem bestimmten Datum, beispielsweise zum Ende des laufenden Monats. Genau diese Summe können Sie dann rechtzeitig begleichen und haben somit Ihr Darlehen abgelöst.

Planmäßige Kreditauflösung erfordert kein aktives Handeln

In den meisten Fällen findet eine Kreditablösung wie geplant statt. Dies bedeutet, dass es sich nicht um eine vorzeitige Tilgung handelt, sondern dass dieses Darlehen zum zuvor vereinbarten Laufzeitende ausläuft. Dann müssen Sie nichts unternehmen. Durch die Zahlung der letzten Darlehensrate ist der Saldo des Kreditkontos ausgeglichen, sodass das Darlehen als erledigt betrachtet werden kann.

Bei der Kreditablösung auf Darlehensart achten

Ein wichtiger Punkt, den Sie bei einer geplanten Kreditablösung beachten sollten, ist die vorhandene Darlehensart. Im Wesentlichen sind es drei Kreditarten, bei denen eine vorzeitige Ablösung in der Praxis durchführbar ist. Es handelt sich dabei um:

  • Dispositionskredite
  • Ratenkredite
  • Hypothekendarlehen.

Am einfachsten ist die „Ablösung“ sicherlich beim Dispositionskredit. Sie müssen hier lediglich das Girokonto ausgleichen, sodass kein Sollbestand mehr vorhanden ist. Darüber hinaus können Sie dem Bankmitarbeiter mitteilen, dass Sie zukünftig keinen Kreditrahmen in Form des Dispositionskredites mehr nutzen möchten.

Beim Ratenkredit ist eine vorzeitige Ablösung meistens ebenfalls problemlos möglich. In diesem Fall sollten Sie zunächst die Bank kontaktieren, die Ihnen dann den fälligen Restschuldsaldo mitteilen wird. Anschließend können Sie den Betrag auf das Kreditkonto überweisen, sodass sich der Ratenkredit damit erledigt hat.

Bei einer vorzeitigen Ablösung eines Hypothekendarlehens kann es mitunter etwas komplizierter werden. Entscheidend ist zunächst einmal, ob es sich um einen Baukredit mit oder ohne Zinsfestschreibung handelt. Bei einem sogenannten variablen Hypothekendarlehen, bei dem die Zinsen nicht für einen exakten Zeitraum festgeschrieben sind, sind frühere Ablösungen normalerweise überhaupt kein Problem. In diesem Fall fordern die Kreditinstitute meistens keine Vorfälligkeitsentschädigung, da ihnen kein Zinsverlust entsteht, wie es beispielsweise bei der Zinsfestschreibung der Fall wäre.

Falls Sie einen Baukredit mit einer Zinsfestschreibung nutzen, sind Sie zunächst einmal darauf angewiesen, dass die kreditgebende Bank der vorzeitigen Darlehensablösung zustimmt. Ist dies so, kommt es noch darauf an, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird. Sollte das der Fall sein, müssen Sie diese zu zahlende Entschädigung immer mit einrechnen, falls Sie den Baukredit vorzeitig ablösen möchten. Dies geschieht auch dann, wenn Sie ein neues Darlehen mit günstigeren Konditionen nutzen wollen.

Der Zinsvorteil, der sich aus der Differenz des Zinssatzes zwischen dem alten und dem neuen Darlehen ergibt, könnte nämlich unter Umständen durch die zu zahlende Vorfälligkeitsentschädigung komplett wegfallen. Eine vorzeitige Kreditablösung macht also nur dann Sinn, wenn auch nach dem Einrechnen der Vorfälligkeitsentschädigung noch ein Zinsgewinn vorhanden ist.