Die richtige Wahl der Kreditlaufzeit

Wer einen Kredit aufnehmen will, macht sich natürlich Gedanken darüber, in welchen Raten er ihn monatlich zurückzahlen kann und über welchen Zeitraum das passieren soll. Ganz entscheidend ist daher die Frage nach der Kreditlaufzeit. Kurze Laufzeiten bedeuten höhere Raten, aber auch niedrigere Kosten. Umgekehrt sind bei längeren Kreditlaufzeiten die Raten niedriger und die Kosten des Kredits höher.

Lange Kreditlaufzeiten verteuern den Kredit

Die Gesamtkreditkosten setzen sich aus der Kreditsumme, der Summe der monatlich errechneten Zinskosten und den Bearbeitungskosten zusammen. Zwar sinkt bei einer längeren Kreditlaufzeit die monatliche Belastung aufgrund der niedrigeren Tilgungsquote, anteilig zahlt man bei einer längeren Laufzeit aber auch mehr an Zinsen, weil diese für jeden Monat der Laufzeit berechnet werden.

Listen Sie Ihre Einnahmen auf

Angenommen, Sie brauchen eine Finanzierung für die Wohnzimmereinrichtung und möchten hierfür einen Kredit über 4.000,- Euro aufnehmen. Dann sollten Sie folgendes beachten. Bei Einrichtungen handelt es sich allgemein um langlebige Wirtschaftsgüter, also Anschaffungen, die Sie so schnell nicht wieder erneuern werden. Sie sollten die Kreditlaufzeit so wählen, dass Sie die monatliche Ratenhöhe bequem aus Ihrem frei verfügbaren Einkommen leisten können. Dieses errechnet sich aus der Summe Ihrer Einnahmen abzüglich Ihrer laufenden Ausgaben. Zu den Einnahmen zählen die Nettoeinkünfte sowie weitere Einnahmen wie Sozialleistungen (Kindergeld, Elterngeld), Kapitaleinkünfte und Einnahmen aus Vermietung. Ihre Ausgaben sollten Sie möglichst genau auflisten, um das frei verfügbare Einkommen errechnen zu können.

Berechnen Sie Ihre monatlichen Ausgaben genau

Zu den Ausgaben gehören Ihre monatlichen Zahlungsverpflichtungen für Miete, Strom, Handy etc. also Zahlungen, die monatlich regelmäßig zu leisten sind. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Haushaltsrechnung aber auch bestimmte Zahlungsverpflichtungen wie beispielsweise Versicherungsprämien, die in aller Regel jährlich oder halbjährlich anfallen. Die Raten für bereits laufende Kredite sowie die laufenden Kosten für das Auto und natürlich auch die Lebenshaltungskosten für Essen, Kleidung und Körperpflege müssen ebenfalls eingerechnet werden. Darüber hinaus sollten Sie die Ausgaben für Freizeitaktivitäten wie Urlaub, Kino, Restaurantbesuche einbeziehen, denn darauf wollen Sie bestimmt nicht verzichten.

Nur das frei verfügbare Einkommen ist maßgeblich

Wenn Sie nach Abzug aller monatlichen Zahlungsverpflichtungen beispielsweise über 300 Euro im Monat frei verfügen können, dann sollten Sie diesen Betrag nicht komplett für die Ratenrückzahlung verwenden. Berücksichtigen Sie unvorhergesehene Ereignisse bei Ihrer Planung. Vielleicht geht die Waschmaschine kaputt oder Ihr Sohn braucht plötzlich Geld für eine Klassenfahrt. Im beschriebenen Beispiel sollte die monatliche Ratenhöhe 100 Euro nicht übersteigen. Die Kreditlaufzeit hängt jetzt natürlich von den Konditionen – insbesondere den Zinssätzen – die sich von Bank zu Bank unterscheiden, ab.

Effektiven Jahreszins vergleichen

Finanzdienstleister geben nicht nur den Sollzins, sondern immer auch den effektiven Jahreszins an, damit sich die verschiedenen Angebote direkt vergleichen lassen. Der effektive Jahreszins bezieht alle Kostenbestandteile eines Kredits mit ein, worunter auch Nebenkosten wie beispielsweise Bearbeitungsgebühren fallen. Er liegt ein paar hundertstel Prozent über dem jährlich zu zahlenden Sollzins. Wenn Sie die Angebote der verschiedenen Anbieter vergleichen, orientieren Sie sich am effektiven Jahreszins.

Lieber schnell tilgen oder eine längere Laufzeit wählen?

Wie zuvor dargelegt, hat die Kreditlaufzeit Auswirkungen auf die Ratenhöhe und damit die laufende monatliche Belastung. Im Gegensatz zur Baufinanzierung, die in der Regel über mehrere Finanzierungsrunden läuft, sind Konsumentenkredite grundsätzlich an die einmal vereinbarte Laufzeit gebunden. Der Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Die Kreditlaufzeit gibt an, nach welcher Zeit ein Darlehen inklusive der Zins- und Nebenkosten vollständig zurückgezahlt ist. Grundsätzlich sollten Sie die Laufzeit so wählen, dass Sie sich trotz der monatlichen Belastungen für die Ratenzahlung privat nicht einschränken müssen.

Sondertilgungen können die Kreditlaufzeit verkürzen

Wenn Sie eine Sondereinnahme erwarten, aber nicht genau wissen, wann und in welcher Höhe diese Ihnen zur Verfügung steht, können Sie bei vielen Kreditinstituten Sondertilgungen vereinbaren. Dies ist die einzige Möglichkeit, die Laufzeit bei gleichbleibender Ratenhöhe zu verkürzen. Alternativ können Sie bei einer Sondertilgung auch die Ratenhöhe reduzieren und die ursprünglich vereinbarte Kreditlaufzeit beibehalten.

Ratenpausen nur in Notfällen nutzen

Viele Banken bieten inzwischen auch die Möglichkeit, einmal jährlich eine Ratenpause zu nutzen. Betrachten Sie diese Möglichkeit als Notnagel bei einer unerwarteten Zahlungsverpflichtung. Die Ratenpause bewahrt Sie davor, mit Ihren Raten in Verzug zu geraten und sich im schlimmsten Fall einen Schufa-Eintrag einzuhandeln.

Informieren Sie sich über die Zusatzkosten

Nicht bei allen Instituten ist die Sondertilgung kostenlos. Fragen Sie daher nach, welche zusätzlichen Kosten bei einer geplanten Sondertilgung entstehen. Bedenken Sie ebenfalls, dass in Anspruch genommene Ratenpausen, die Kreditlaufzeit verlängert und die Gesamtkreditkosten erhöhen.

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