Die 6 schlimmsten Gefahren bei Krediten

Nichts ist so einfach, wie einen Kredit aufzunehmen. Jedoch lauern bei der Kreditaufnahme zahlreiche Fallen, die den ersten Schritt in die Schuldenfalle darstellen können. Und im schlimmsten Fall kann der Weg zur Privatinsolvenz eröffnet worden sein. Darauf sollten Sie achten, bevor Sie die Unterschrift unter einen Kreditvertrag setzen:

1) Nicht auf Pump kaufen

Ein Kredit lohnt sich wohl eher nicht für Sie, wenn Sie das Geld für reinen Konsum ausgeben möchten. Sollten Sie gerade in einem finanziellen Engpass stecken, aber nicht auf die nächste Urlaubsreise oder den Kauf von Weihnachtsgeschenken verzichten möchten, können Sie sich das Geld günstiger bei Freunden und Bekannten leihen. Sinnvoll ist ein Kredit hingegen für:

  • den Kauf von langlebigen Gütern wie Immobilien oder Autos,
  • den Kauf technischer Geräten (sofern Sie die Geräte über die Kreditlaufzeit hinaus nutzen),
  • für eine Umschuldung (zum Beispiel, wenn Sie einen teuren Dispokredit in einen regulären Kredit mit fester Laufzeit umwandeln wollen).

Während für die Umschuldung die Hausbank der einzige Ansprechpartner ist, gibt es für die Anschaffung von langlebigen Gütern spezielle Kreditformen, vom Bauspardarlehen bis hin zum Kredit von der Autobank für den Kauf von Neuwagen oder die Finanzierung durch den Händler.

Für Immobilien stellt eine Bausparkasse oft die günstigere Alternative dar, weil Sie unter Umständen staatliche Förderungen in Anspruch nehmen können. Dies kann die effektive Zinslast für Sie erheblich reduzieren. Autobanken und Handelskonzerne locken oft mit besonders niedrigen Zinsen, weil sie den Absatz fördern möchten. Sofern Sie als Kunde keine versteckten Kosten übernehmen müssen, stellt diese Finanzierung eine gute Alternative zum Darlehen bei der Hausbank dar. Das lässt sich im Einzelfall jedoch nur durch einen sorgfältigen Vergleich ermitteln.

2) Das Budget wird nicht richtig errechnet

Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie einen Haushaltsplan aufstellen. In diesen werden die monatlichen Fixkosten und sämtliche Lebenshaltungskosten eingetragen. Wenn Sie anschließend die Kosten mit den Einnahmen vergleichen, sehen Sie auf einen Blick, wie viel Sie maximal für die monatlichen Raten aufbringen können.

Allerdings sollten Sie diesen Betrag nicht bis zum letzten Cent ausreizen, sondern einen monatlichen Puffer für Unvorhergesehenes einplanen. Denn viele Kostenpunkte, wie die Kfz-Versicherung, Abos für Zeitschriften oder die Mitgliedschaft in Vereinen, werden üblicherweise halbjährlich oder jährlich fällig. Häufig fallen diese Kosten außerdem zu einem bestimmten Stichtag an.

Besser ist es also, nicht das gesamte freie Budget für die Rückzahlung des Kredites zu verplanen, sondern monatlich einen Betrag zur Seite zu legen, der für diese Ausgaben reserviert ist. Schließlich können sich diese Ausgaben, die kaum ein Verbraucher im Hinterkopf hat, schnell auf einen drei- oder gar vierstelligen Betrag summieren. In der Folge muss dann häufig das Konto überzogen werden. Teure Dispozinsen werden dann fällig.. Das kann bei einem knappen Budget schnell zu einem finanziellen „Super-GAU“ führen, wenn darüber hinaus noch etwas Unvorhergesehenes passiert.

Beispielsweise ist es genauso wenig vorauszusehen, ob und wann die Waschmaschine kaputt geht oder wann eine teure Autoreparatur ansteht. Ist der Finanzplan zu sehr auf Kante genäht, kann das den ersten Schritt auf dem Weg in die Überschuldung darstellen.

3) Die Schufa nicht vergessen!

Neben der Gehaltsabrechnung ist die Schufa-Auskunft das wichtigste Kriterium für jede Bank bei der Frage, ob Sie einen Kredit erhalten und wie hoch die Zinsen dafür sind. Bei der Schufa handelt es sich um eine Wirtschaftsauskunftei, in der Daten über die Verbindlichkeiten und die Zahlungsmoral der Verbraucher in Deutschland gesammelt werden.

Die Schufa-Auskunft dient der Bank als Anhaltspunkt dafür, wie riskant die Kreditvergabe an Sie ist. Eingetragen werden von der Schufa sowohl laufende Kredite bei der Bank als auch Ratenkäufe. Erfasst werden neben den Kontaktdaten der Verbraucher auch die Art und die Zahlungsbedingungen des jeweiligen Geschäftes. Ebenso hält die Schufa fest, ob es bei der Rückzahlung der Forderungen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, Mahnungen gegenüber dem Schuldner erstellt worden sind oder ob es sogar zu gerichtlichen Entscheidungen gekommen ist.

Aus den gesammelten Daten wird bei der Schufa Ihre persönliche Risikoklasse ermittelt und an die Bank weitergegeben. Selbst wenn Sie ein hohes Einkommen haben, werden Sie dann unter Umständen in eine höhere Risikoklasse eingestuft, wenn zugleich mehrere Darlehen oder Ratenkäufe offen sind.

Bevor Sie eine Kreditanfrage stellen, können Sie sicherheitshalber eine Selbstauskunft einholen, um zu vergleichen, ob die Daten korrekt sind. Forderungen, die beglichen wurden, müssen nämlich aus dem Datensatz der Schufa gelöscht werden. Allerdings sollte die Selbstauskunft nicht zu oft eingeholt werden, weil auch das vermerkt wird. Das häufige Einholen von Selbstauskünften kann möglicherweise zur Einstufung in einer höheren Risikoklasse führen.

4) Was kostet der Kredit tatsächlich?

Vor allem Direktbanken locken mit scheinbar attraktiven Zinsangeboten, die häufig unter dem Zinssatz bei der Hausbank liegen. Dabei handelt es sich allerdings in den meisten Fällen um Lockangebote, wie ein Blick auf Vergleichstabellen zeigt. Hier wird deutlich, dass die Bandbreite des Zinssatzes im zweistelligen Bereich liegt. Welchen Zinssatz Sie bezahlen müssen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Höhe des Einkommens
  • Höhe der Darlehenssumme
  • Welche Sicherheiten liegen vor?
  • Wie fällt die Schufa-Auskunft aus?

Zum eigentlichen Zinssatz kommen außerdem Bearbeitungsgebühren hinzu, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind, den Kredit aber erheblich verteuern können. Das entscheidende Kriterium für die Kreditkosten ist daher der effektive Jahreszins, in dem auch die Bearbeitungsgebühren sowie alle weiteren Kosten enthalten sein müssen.

Sie sollten sich außerdem nicht allein auf das Angebot Ihrer Hausbank verlassen, sondern auch Offerten von weiteren Geldinstituten einholen. Das gilt auch, wenn Sie den Kredit in jedem Fall bei der Hausbank aufnehmen möchten, weil Sie den persönlichen Service schätzen. Haben Sie ein günstigeres Angebot gefunden, können Sie mit Ihrem Kundenberater eventuell nachverhandeln und günstigere Konditionen aushandeln.

Der Vergleich von unterschiedlichen Angeboten lohnt sich auch bei Autokrediten. Zwar ist der Zinssatz der Autobank üblicherweise konkurrenzlos günstig, weil diese Kredite – die meist nur für Neuwagen vergeben werden – von den Autoherstellern subventioniert werden. Sie können aber ein Angebot Ihrer Hausbank einholen und mit dem Händler anschließend darüber verhandeln, welchen Rabatt er Ihnen bei einer Barzahlung einräumt. Trotz des höheren Zinssatzes müssen Sie dann unterm Strich trotzdem weniger zahlen. Für Sie macht es keinen Unterschied, weil der Kfz-Brief dann eben bei der Haus- statt bei der Autobank als Sicherheit für den Kredit verbleibt.

Diese Variante kann sich auch für den Kauf hochwertiger Elektrogeräte lohnen. Zwar locken die Händler oft mit einer Null-Prozent-Finanzierung, schlagen dafür aber satte Bearbeitungsgebühren auf den Verkaufspreis auf. Auch in diesem Fall sollten Sie die unterschiedlichen Varianten vorab durchrechnen.

5) Auf die Laufzeit achten

Ein großer Fehler, den viele Bankkunden begehen, besteht darin, dass sie ausschließlich auf die Höhe der monatlichen Raten für den Kredit achten. Diese fallen umso niedriger aus, je länger die Laufzeit bemessen ist. Allerdings haben die langen Laufzeiten auch einen Haken. Hier ist die Tilgungsrate vergleichsweise niedrig. Sie bezahlen also trotz einer niedrigeren monatlichen Belastung effektiv mehr für den Kredit als bei einer kürzeren Laufzeit mit einer höheren monatlichen Belastung.

Die exakten Kosten können Sie nur dadurch ermitteln, indem Sie die verschiedenen Varianten durchrechnen. Wird eine kurze Laufzeit von der monatlichen Belastung her zu knapp für Ihr Budget, sollten Sie zumindest darauf achten, dass im Darlehensvertrag die Möglichkeit zu Sondertilgungsraten eingeräumt wird, ohne dass zusätzliche Gebühren anfallen. Dann müssen Sie Ihren Sicherheitspuffer nicht gezwungenermaßen angreifen, sondern können individuell reagieren.

6) Geliehenes Geld ist teurer als Angespartes

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, die Kreditsumme so niedrig wie möglich zu halten.

Das bedeutet: Wenn Sie einen Kredit aufnehmen und gleichzeitig ein Sparbuch bei der Bank führen oder einen Sparvertrag zur Vermögensbildung bedienen, sollten Sie diese zunächst auflösen und die Kreditsumme um diesen Betrag reduzieren. Schließlich sind die Zinsen, die Sie für ein Guthaben erhalten, wesentlich niedriger als jene, die Sie für ein Darlehen zahlen müssen.

Allerdings gibt es auch die Variante, dass Sie bestehende Guthaben, Sparkonten und Depots als Sicherheit für den Kredit nutzen können. In diesem Fall empfiehlt es sich, diese Guthaben ruhen zu lassen. Das bedeutet: Sie lassen das Guthaben bestehen und erhalten regelmäßige Zinsgutschriften darauf. Den Betrag, den Sie bislang hier eingezahlt haben, investieren Sie besser in eine höhere Kreditrate, um die Laufzeit insgesamt zu reduzieren. Während der Kreditlaufzeit haben Sie dann zwar keinen Zugriff auf das Guthaben, nach der Tilgung steht es Ihnen aber in vollem Umfang zur Verfügung.

Sollte es zu den Vertragsbedingungen gehören, dass Sie parallel zum Kredit einen Sparvertrag oder eine Restschuldversicherung abschließen müssen, ist dieser monatliche Betrag eigentlich in den effektiven Jahreszins einzurechnen. Ein Anbieter, der einen höheren Zinssatz verlangt, aber derartige Sicherheiten nicht verlangt, kann die bessere Alternative darstellen.