Der Ratenkredit

1. Kurzerklärung

Der Ratenkredit ist ein Darlehen, welches von der Bank oder Sparkasse gewährt wird. Der Kreditbetrag wird dem Kreditnehmer als Komplettsumme zur Verfügung gestellt. Rückzahlbar ist der Kredit in Raten – daher der Name. Gewährt wird der Ratenkredit in erster Linie für die Befriedigung des Konsumbedürfnisses. Auch Gewerbetreibende und Selbstständige können für Investitionen den Ratenkredit nutzen.

2. Ausführliche Begriffsklärung

Der Ratenkredit wird in einer Summe vergeben und ist in Raten zu tilgen. Er kann verschiedene Namen tragen und wird auch als Konsumenten- oder Verbraucherkredit bezeichnet. Im engeren Sinne dient er Verbrauchern zur Finanzierung eines Kaufwunsches. Im weiteren Sinne kann der Ratenkredit auch von Selbstständigen und Gewerbetreibenden aufgenommen werden und dient als sogenannter Produktivkredit der Finanzierung bestimmter Investitionen. Meist werden Gegenstände, die für das Anlagevermögen bestimmt sind, mithilfe eines solchen Kredits finanziert.

Die Rückzahlung besteht aus den Tilgungsraten sowie den Zinszahlungen, aus denen sich ein monatlich zu zahlender Betrag ergibt.
Ratenkredite werden auch in Form von Privatkrediten vergeben und dies oftmals zu besonders günstigen Konditionen. Diverse Plattformen im Internet bieten sich hier als Anlaufstelle an.

3. Wie bekomme ich einen Ratenkredit?

Banken und Sparkassen sind die Anlaufstellen für Ratenkredite. Ehe der Kreditantrag jedoch gestellt wird, sollte ein umfassender Kreditvergleich vorgenommen werden. Meist ist es so, dass sich die Anbieter deutlich unterscheiden und die Konditionen unterschiedlich gestalten. Sinnvoll ist es übrigens, die Anbieter im Internet in den Vergleich mit einzubeziehen. Die Onlinebanken bieten oftmals die besten Konditionen.

Der Ratenkredit gehört zu den standardisierten Krediten. Hier werden kaum individuelle Konditionen gewährt. Die Darlehen selbst werden zweckgebunden vergeben. Oft kann der Kreditbetrag aber auch zur freien Verfügung genutzt werden. Das bedeutet, dass der Kreditnehmer sich an den vorgegebenen Verwendungszweck halten muss und das Geld nicht anderweitig ausgeben darf. Bei einer freien Verfügung bekommt er dagegen nur das Geld und kann dieses ohne Einschränkungen ausgeben.

Für die Abwicklung werden sogenannte Darlehenskonten eingerichtet, die das Pendant zu den Kontokorrentkonten bilden.
Als Privatperson brauchen Sie ein regelmäßiges Einkommen, von welchem nach Abzug aller laufenden Kosten noch so viel übrig bleibt, dass die Raten in jedem Monat gezahlt werden können.

Die Kredithöhe ist meist auf maximal 25.000 Euro begrenzt. Die Laufzeit kann frei vereinbart werden. In der Regel liegt diese zwischen 12 und 72 Monaten. Die häufigsten Laufzeiten belaufen sich auf 36 Monate.
Wird ein Ratenkredit von einem Gewerbetreibenden beantragt, so muss dieser eine Kreditwürdigkeitsanalyse über sich ergehen lassen, bei der die Bilanzen, Steuerbescheide und ähnliche Auskünfte hinzugezogen werden.

4. Welche Kosten kommen auf mich zu?

Der Ratenkredit wird natürlich nicht kostenfrei vergeben. Die üblichen Zinsen sind zu zahlen. Dabei richtet sich die Höhe der Zinsen nach dem aktuellen Zinssatz sowie nach der Bonität des Kreditnehmers.
Die Rate wird durch folgende Bestandteile gebildet:

  • Tilgungsanteil
  • Zinskosten
  • Kostenanteil

Die Kosten für einen Kredit werden durch die Kreditgebühr, durch eine eventuell abgeschlossene Restschuldversicherung sowie durch eine Vermittlungsgebühr dargestellt. Dazu können weitere Kosten kommen, die je nach Bank unterschiedlich ausfallen können. Sie sind ein Grund dafür, dass der tatsächliche Rückzahlungsbetrag bei gleicher Kredithöhe von Bank zu Bank unterschiedlich ist.
Es gibt folgende Möglichkeiten für die Berechnung der Kreditkosten:

  1. Die Verrechnung von Tilgungsanteil, Zins- und Vermittlungsgebühr erfolgt unterjährig. Das ist bei vielen Darlehen üblich. Hier werden die Kosten auf den Monat umgelegt und dort wiederum auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag.
  2. Die andere Variante der Berechnung ist, dass die Zinsen auf den Anfangskredit bezogen und pro Monat in Prozent bzw. in Promille abgerechnet werden.

Es ist in jedem Fall sinnvoll und empfehlenswert, sich von einer Bank eine Kostenaufstellung machen zu lassen, ehe der Kreditvertrag unterzeichnet wird. Es steht jedem Kreditwilligen frei, sich von mehreren Banken ein Angebot unterbreiten zu lassen. Welches dann tatsächlich angenommen wird, hängt nicht nur von der Höhe der Gebühren für den Ratenkredit, sondern auch von den individuell zu vereinbarenden Konditionen bezüglich der Laufzeit und der Ratenhöhe ab.

5. Sicherheiten

In der Regel wird eine stille Zession des Arbeitseinkommens bzw. des pfändbaren Teils des Arbeitseinkommens vereinbart. Dabei handelt es sich um eine Forderungsabtretung, von der der Schuldner keine Kenntnis erlangt, weil sie ihm gegenüber nicht angezeigt werden muss.
Folgende Sicherheiten kommen in Betracht:

  • Arbeitseinkommen
  • Mitverpflichtung des (Ehe-)Partners
  • Vereinbarung einer Bürgschaft
  • Abschluss einer Restschuldversicherung
  • Einsatz von Risikolebensversicherungen bzw. Abschluss derselben
  • eventuell sonstige Kreditsicherheiten, dies aber nur in Ausnahmefällen

Da Ratenkredite meist in überschaubaren Höhen abgeschlossen werden, werden auch weniger hohe Sicherheiten als zum Beispiel bei einem Immobilienkredit verlangt. Wird der Ratenkredit für den Kauf eines Fahrzeugs benötigt und ist demzufolge als Autokredit deklariert, so stellt die Bank oder Sparkasse in der Regel das Auto als Sicherheit ein. Werden die Kreditraten nicht mehr bezahlt, hat die Bank das Recht auf Pfändung des Fahrzeugs.

6. Und die Schufa?

Wenn Sie einen Ratenkredit bei der Bank oder Sparkasse beantragen, so wird diese Ihre Bonität anhand der Schufa-Daten überprüfen. Doch es gibt hier nicht nur die Auskunft, ob ein Kredit sicher zurückgezahlt werden kann oder nicht – die Konditionen für den neu beantragten Ratenkredit richten sich nach der Schufa-Auskunft. Wenn also schon einmal ein Kreditantrag abgelehnt wurde, so wird dies negativ bewertet – der individuelle Zinssatz steigt. Es gilt also, die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Kreditausfall zu senken. Jeder Kreditantragsteller sollte daher sicherstellen, dass die gespeicherten Daten bei der Schufa auch der Wahrheit entsprechen. Regelmäßige Anfragen bei der Schufa können daher sinnvoll sein.

Wichtig: Es wird zwischen einer Kreditanfrage und einer Konditionsanfrage unterschieden. Die Kreditanfrage wird bereits gespeichert und ist für andere Banken sichtbar. Diese sehen jedoch nicht, ob Sie den angefragten Kredit überhaupt in Anspruch genommen haben. Das bedeutet, dass Ihre Bonität einfach aus dem Grunde sinkt, weil es so aussieht, als hätten Sie Kredite verweigert bekommen.

Lassen Sie sich daher auch bei Anfragen für einen Ratenkredit schriftlich bestätigen, dass lediglich Konditionsanfragen gestellt werden. Diese werden zwar ebenfalls gespeichert, sind für Dritte aber nicht einsehbar.

Aufgrund der Problematik rund um die Kreditanfragen kann es sinnvoll sein, einen Kreditantrag zeitgleich bei verschiedenen Banken einzureichen. Wenn diese die Anfrage starten, ist die Abfrage durch eine andere Bank noch nicht gespeichert. Dies gilt natürlich nur dann, wenn die Gefahr besteht, dass der Kreditantrag abgelehnt werden könnte.

7. Restschuldversicherung – ja oder nein bei einem Ratenkredit?

Die Restschuldversicherung wird seitens der Kreditgeber stets beworben, auch wenn nur ein Ratenkredit in geringer Höhe aufgenommen werden soll. Doch Vorsicht – diese Versicherung kann sehr teuer werden. Warum die Banken eine solche Versicherung anbieten? Ganz einfach, weil sie den Ertrag aus dem Ratenkredit durch die Versicherung steigern können. Der Kreditvermittler erhält eine Provision durch das Versicherungsunternehmen, wenn er eine Restschuldversicherung anbieten kann. Zweitens sinkt das Ausfallrisiko, das die Bank üblicherweise hat. Der Zinssatz bleibt aber unverändert hoch. Die Bank macht ein schönes Geschäft.

Die Leistungen jedoch, die seitens der Ausfallversicherer erbracht werden, wenn ein Ratenkredit nicht mehr bezahlt werden kann, sind nicht besonders umfassend. Meist wird nur für einen festgelegten Zeitraum – der übrigens von kurzer Dauer ist – gezahlt. Oft gehen Kreditnehmer sogar leer aus, weil die Liste der Ausschlusskriterien schier endlos ist.

Je nach Kredithöhe ist es daher empfehlenswert, bei der Zahlungsausfallversicherung genau hinzuschauen und diese nur abzuschließen, wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall tatsächlich gegeben ist. Ansonsten sind es lediglich die Banken, die ein gutes Geschäft machen.

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